New York - NSA-Chef Keith Alexander, Kopf der Cyber-Operationen des US-Militärs, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, man spreche derzeit mit mehreren Finanzunternehmen darüber, künftig Informationen über Schadsoftware auszutauschen. Ein vergleichbares Pilotprogramm in Zusammenarbeit mit Rüstungsunternehmen gebe es bereits. NSA-Angaben zufolge hat der Geheimdienst, der auch selbst für elektronische Überwachungsmaßnahmen im Ausland zuständig ist, schon mehreren Banken geholfen, größere Cyber-Attacken abzuwehren.
Alexander sagte, es bestünden bei US-Unternehmen noch immer "gewaltige Sicherheitslücken" und verwies darauf, dass selbst Unternehmen wie Google, Lockheed Martin und die Nasdaq-Gruppe schon zum Ziel von Hackerattacken geworden seien, obwohl diese Unternehmen hervorragende Sicherheitssysteme unterhielten. Die genannten Unternehmen nehmen offenbar alle Hilfe der NSA in Anspruch.
Gerade die erfolgreiche Attacke auf die Rechner des Börsenbetreibers Nasdaq haben in den USA für Verunsicherung gesorgt. Die Angriffe fanden offenbar schon im vergangenen Jahr statt. Der transatlantische Börsenkonzern hatte im Februar bekanntgegeben, im vergangenen Jahr Opfer einer Hackerattacke geworden zu sein. Die Ermittlungen sind noch immer im Gange - auch FBI und NSA sind involviert. Ziel der Attacke war eine Internetplattform namens Directors Desk, über die Mitglieder von Verwaltungsgremien unter anderem Dokumente einsehen und mit Managern des Unternehmens kommunizieren können. Vor wenigen Tagen berichtet Reuters, die Hacker hätten etliche Verwaltungsräte von Aktiengesellschaften ausspioniert.
Die Agentur zitiert nun ungenannte Quellen, denen zufolge die NSA sich nur dann einmischt, wenn Banken explizit um Hilfe bitten. Gesetze beschränken den Einsatz des Geheimdienstes im Inneren. Die hilfesuchenden Institute würden dann Informationen über potentielle Angriffe erhalten und könnten Fragen zu spezifischen Sicherheitsproblemen stellen. Die NSA unterhält dem Bericht zufolge gemeinsam mit großen US-Rüstungskonzernen eine Datenbank mit Informationen über Schadcodes und geplante Cyber-Angriffe.
cis/Reuters
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