Handy-Nutzungsdaten Mobilfunkanbieter halten Datenspeicherung für legitim

Ihre Speicherpraxis sei absolut legal, erklären Handy-Netzbetreiber. Ihnen war in Zeitungsberichten vorgeworfen worden, sie würden gegen ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts verstoßen, zu viele Daten zu lange speichern.

Mobilfunkantennen: Alles rechtens bei der Datenspeicherung?
DPA

Mobilfunkantennen: Alles rechtens bei der Datenspeicherung?


Berlin/München - Deutsche Mobilfunkanbieter weisen Vorwürfe von Datenschützern zurück, sie würden Verbindungsdaten unrechtmäßig zu lange und in zu großem Umfang speichern. "Der Vorwurf ist unsererseits nicht nachvollziehbar", betonte eine Sprecherin der Deutschen Telekom am Mittwoch auf Anfrage. Die Speicherpraxis sei nach Vorgaben des Bundesdatenschutzbeauftragten gestaltet. Auch von E-Plus hieß es: "Eine auch nur 'begrenzte' Vorratsdatenspeicherung im Sinne der durch das Bundesverfassungsgericht untersagten Praxis findet nicht statt."

Die Mobilfunkanbieter berufen sich darauf, dass die Daten nur zweckgebunden, etwa für technische Erfordernisse oder die Abrechnung, gespeichert würden - wie dies vom Telekommunikationsgesetz (TKG) erlaubt sei. Umfang und Art der zu speichernden Daten legen die Paragrafen 96 und 97 des TKG fest. Demnach dürfen nur "zum Aufbau und zur Aufrechterhaltung der Telekommunikation sowie zur Entgeltabrechnung notwendige Verkehrsdaten" für "bis zu sechs Monate nach Versendung der Rechnung gespeichert werden".

Die "Berliner Zeitung" und die "Frankfurter Rundschau" berichteten am Mittwoch unter Berufung auf eine Aufstellung der Münchner Generalstaatsanwaltschaft, große Anbieter wie T-Mobile, Vodafone und E-Plus speicherten mindestens einen, maximal sechs Monate lang, welcher Mobilfunkkunde wann aus welcher Funkzelle wie lange mit wem telefoniert hat. Datenschützer kritisierten, die Unternehmen verstießen damit gegen die Vorgaben des Verfassungsgerichtsurteils zur Vorratsdatenspeicherung.

mak/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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Querspass 07.09.2011
1. Karten
Speichern die dann also nur Daten, die zur Rechnungslegung und die daraus evtl. für Reklamationen nötig sind, wie e-plus z.B. angibt? Das dürfte dann aber nicht für Karten-Handys nötig sein. Diese Verbindungsdaten werden nicht gespeichert?
cabrioheinz, 07.09.2011
2. gegen Titelzwang
Hier kann jeder nachlesen, welcher Anbieter was wie lange speichert. http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/index.php?title=Providerreaktionen_auf_die_Vorratsdatenspeicherung&setlang=mo Wenn der eigene Anbieter speichert, kann man ja kündigen und wechseln. Haben bisher aber wohl viel zu wenig Nutzer gemacht, sonst wären es sicher nicht nur sooo wenige Netzbetreiber, die nict speichern. Aber irgendwann werden sich die Uhls, Pifelwütz' und Bosbachs mit ihrer Speicherwut doch durchsetzen dann kommt die gesetzliche Speicherpflicht.
kikolo, 07.09.2011
3. unkontrolliert
einfach bei O2 simkarte holen oder fonic lidl ...O2 haelt sich an die gesetze ....die anderen machen einfach was sie wollen ...kontrolliert ja keiner ...
sülzer, 07.09.2011
4. .
Zitat von sysopIhre Speicherpraxis sei völlig legitim, erklären Handynetzbetreiber. Ihnen war in Zeitungsberichten vorgeworfen worden, sie würden gegen ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts verstoßen, zu viele Daten zu lange speichern. Die Anbieter hingegen sehen sich im Recht. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,784883,00.html
So so, man benötigt zu Abrechnungszwecken also auch Informationen über den Handy-Standort, wer mit wem telefoniert hat und die IMEI-Nummer des Gerätes? Das sollten die Anbieter mal genauer erläutern. http://netzpolitik.org/2011/vorratsdatenspeicherung-wird-verfassungswidrig-fortgefuhrt/ Für mich klingt das eher nach vorauseilendem Gehorsam, in der Annahme, dass die VDS so oder so wiederkommen wird. Rückendeckung ist ihnen von einigen Politikern sicher gewiss.
braintainment 07.09.2011
5. Dr.
Ach ja, im Zweifel immer davon ausgehen, dass alles gespeichert wird, was nicht niet und nagelfest ist. Mit welchen Sanktionen haben die Anbieter denn zu rechnen... gähn? Und klar, der Staat ist natürlich VEHEMENT daran interessiert, dass keine Daten, beispielsweise zur Terrorbekämpfung, verfügbar sind. Auch das spricht bereits dafür, dass Sanktionen - selbst wenn sie möglich wären - politisch überhaupt nicht gewollt sind.
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