Facebooks Umgang mit Hasskommentaren Mark Zuckerberg räumt Fehler ein

Mark Zuckerberg äußert sich in Berlin öffentlich zur Kritik an Facebooks Haltung zu Hasskommentaren. Bei Pöbeleien gegen Flüchtlinge greife das Netzwerk nun entschiedener ein.

Facebook-Chef Zuckerberg: Gerade auf PR-Tour in Berlin
AP

Facebook-Chef Zuckerberg: Gerade auf PR-Tour in Berlin


Mark Zuckerberg gibt sich selbstkritisch - zumindest ein wenig. Bei seinem Berlin-Besuch hat der Facebook-Gründer Fehler im Umgang mit Hasskommentaren gegen Flüchtlinge in Deutschland eingeräumt. "Ich denke nicht, dass wir einen ausreichend guten Job gemacht haben", sagte Zuckerberg, der er unter anderem vor Studenten technischer Universitäten auftrat. "Für Hasskommentare gibt es keinen Platz bei Facebook und in unserer Community."

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Facebook Chart zeigen hatte in den vergangenen Monaten erst nach heftiger Kritik sein Vorgehen gegen hetzerische Einträge und Kommentare verschärft. Zur Prüfung der Inhalte werden mittlerweile zusätzliche Mitarbeiter in Deutschland eingesetzt. In der Vergangenheit hatten Facebook-Verantwortliche immer wieder betont, dass eine Gegenreaktion anderer Mitglieder hilfreicher sei als ein Löschen problematischer Beiträge.

Zuckerberg sagte, für ihn habe ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrichen, dass sein Netzwerk mehr tun müsse. Merkel hatte den 31-Jährigen am Rande eines Uno-Treffens in New York auf das Problem angesprochen.

Facebook habe Flüchtlinge in Deutschland inzwischen zu den Gruppen von Menschen hinzugefügt, für die besonderer Schutz auf der Plattform gelte, sagte Zuckerberg. Das werde auf den Rest der Welt ausgeweitet.

SPIEGEL-ONLINE-Chefredakteur Florian Harms:
Wir dulden keinen Hass im Forum und auf Facebook

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mbö/dpa

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insgesamt 37 Beiträge
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alsterherr 26.02.2016
1.
Das Problem sind die Hetzer, die solche radikalen Parolen posten, und nicht Facebook, das mit dem löschen nicht in die Pötte kommt. Don't shoot the Messenger!
Maler 26.02.2016
2.
Ist ja schön und angebracht, das Zuckerberg Fehler zugibt. Wenn denn Worten Taten folgen... Aber: muss eigentlich jeden zweiten Tag ein Artikel über Facebook und/oder den am schlechtesten und am fantasielosesten angezogenen Milliardär der Welt im Spiegel stehen?
willi_brandokan 26.02.2016
3. Zuckerberg sollte mal Facebook besuchen
Als zumindest Kommentare zum Anzügen von Flüchtlingsheimen "sie sollen brennen, brennen, brennen" sind aus Sicht von Facebook weiterhin okay.
Fitnessfreak 26.02.2016
4. Das ist nur PR
Facebook interessiert das einen Dreck, was da steht. Habe denen einen Link zu einem Video gesendet mit der Bitte, sich darum zu kümmern. Das Video zeigt mehrere Menschen: einer liegt offensichtlich erstochen zwischen Trümmern eines Hauses am Boden. Ein anderer ist wohl noch am Leben und lehnt zunächst gegen einer Häuserwand. Dahinter vier Männer in Tarnkleidung mit Messern, die immer wieder zunächst ritzen und dann auf ihn einstechen. In den Rücken. Der Mann bricht langsam zusammen, hockt nur noch. Die Männer stechen mit kurzen Stichen weiter in den Rücken. Währenddessen läuft arabische Musik. Irgendwann nach zahllosen Stichen bricht auch dieser Mann zusammen. Ich kenne mich nicht in dieser "Szene" aus, aber für mich sieht es klar nach einer Hinrichtung (des IS?) aus. Facebook meint darauf, das wäre in Ordnung. In der Mail stand ein Hinweis, unter "Gemeinschaftsstandards" finde ich dann folgende Informationen: "Wir entfernen die entsprechenden Inhalte, deaktivieren Konten und arbeiten mit Strafverfolgungsbehörden zusammen, wenn wir zu dem Entschluss kommen, dass ein echtes Risiko physischer Gewalt oder eine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit besteht." und unter "Kriminelle Aktivitäten" dann: "Es ist verboten, Facebook zur Förderung oder Organisation krimineller Aktivitäten zu nutzen, bei denen Personen, Unternehmen oder Tieren körperlicher Schaden zugefügt wird oder die Personen oder Unternehmen finanziell schaden. " Obiges genannte Video passt also voll in diese Definition, es wird aber ignoriert. Eine Nachfrage meinerseits wurde auch ignoriert. Das Video ist weiterhin auf Facebook. Es wurde lediglich ein Hinweis auf "expliziten Inhalten" hinzugefügt.
roger80 26.02.2016
5. Professionelle grosse Brüder
"Zur Prüfung der Inhalte werden mittlerweile zusätzliche Mitarbeiter in Deutschland eingesetzt." Was sind das für Leute? Wer bestimmt die Kriterien nach denen diese Kommentare aussortieren sollen? Wer sagt was "Hass" ist und was nicht? Das vermutlich grösste pseudo-öffentliche Netzwerk das die Welt je gesehen hat, stellt also professionelle grosse Brüder ein, die still und heimlich nach letztlich willkürlichen Kriterien entscheiden darf, was gelesen werden darf und was nicht. Man darf konstatieren, dass das in Artikeln wie diesem eher zufrieden beklatscht, statt kritisch hinterfragt wird. Was wenn morgen mit derselben Begründung Facebook zusätzliche iranische Mitarbeiter einstellt, die regimekritische Kommentare rausfiltert?
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