US-Präsidentschaftswahlkampf Demokraten sind mithilfe deutscher E-Mails gehackt worden

Die Dokumente aus Hillary Clintons Wahlkampf wurden offenbar auch über E-Mail-Adressen eines bekannten deutschen Anbieters gestohlen. Die USA bitten die Bundesregierung deshalb um Rechtshilfe.

Hillary Clinton
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Der Hackerangriff auf das Nationale Komitee der US-Demokraten (DNC) war offenbar global organisiert. So nutzten die Hacker nach SPIEGEL-Informationen für ihren Angriff auch deutsche E-Mail-Adressen. Das geht aus einem Rechtshilfeersuchen der US-Behörden an die Bundesrepublik hervor.

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Heft 13/2018
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Demnach verschickten die Hacker so genannte "Phishing-E-Mails" von Konten des Anbieters GMX und eines weiteren Freemail-Providers, um in die Computer von Hillary Clintons Partei einzudringen.

Bei dem im Juni 2016 aufgeflogenen Hack wurden DNC-Dokumente erbeutet. Die Behörden rechnen den Angriff der Gruppe APT 28 zu, hinter der vermutlich der russische Militärgeheimdienst GRU steckt. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

In der Folge des Hacks veröffentlichte die Enthüllungsplattform WikiLeaks Papiere der Demokraten, die im US-Präsidentschaftswahlkampf eine Rolle spielten. Wie die US-Nachrichtenseite "The Daily Beast" unterdessen meldet, ist auch der Hacker Guccifer 2.0., der von sich behauptet, gestohlene E-Mails der Demokraten an WikiLeaks weitergegeben zu haben, mutmaßlich ein GRU-Mitarbeiter.

Das habe das Team um Sonderermittler Robert Mueller herausgefunden, das die möglichen Verbindungen von Donald Trumps Wahlkampfteam zu russischen Stellen untersucht.

Deutschen Behörden zufolge nutzt APT 28 generell digitale Infrastruktur in Deutschland für seine Angriffe. Ermittler von Bundeskriminalamt und Bundespolizei haben Aktivitäten der russischen Hacker auf vielen deutschen Servern festgestellt.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
wiebitte 24.03.2018
1. Demnach
ging diese Attacke also ganz klar von Deutschland aus verübt mindestens jedoch mit deutscher Unterstützung und deutschen Waffen (emails). Da sind dann doch wohl Sanktionen und mindestens der Abbruch diplomatischer Beziehungen zu erwarten, oder? Naja wir gewichten halt "Beweise" ganz so wie es uns in den Kram passt. Nur weiter so, es wird schon noch krachen (also dann auch mal bei uns) und dann bestimmt auch richtig.
spon_4811921 24.03.2018
2. Clinton
Wer untersucht eigentlich mal die Beteiligung deutscher Politiker an den US Wahlen? ein Stegner und andere von der SPD sind in Amerika für Clinton Klinkenputzen gewesen Die Bundesregierung hat 5 Millionen unsere hart erarbeiteten Steuergelder für den Clinton Wahlkampf gespendet Wann werden diese Verwicklungen endlich mal untersucht? Ist das etwa keine Einmischung in eine US-Wahl? Animal Farm
Emil Peisker 24.03.2018
3. Face Book, die offene Flanke für russische Hacker...
Leider sind besonders fb-Nutzer der Meinung - "ich hab nichts zu verbergen" und sind wahrscheinlich nicht bereit ihre fb-Konten mal für 3-6 Monate zu löschen, damit Zuckerberg die Datensicherheit ernst nimmt. Daher sollte es gesetzliche Regelungen geben, dass der illegale Zugriff auf vertrauliche Daten mit wirklich schmerzhaften Strafen belegt wird, die auch Hacker abschrecken. 5-10 Jahre Haft, je nach Größenordnung und Schädlichkeit der Aktion.
Ossifriese 24.03.2018
4. Sanktionieren
Folgt man jetzt dem Rechtsverständnis z.B. der Briten im Fall Skripal, aber auch dem US-amerikanischen im Fall Clinton bzw. Trump, so ist doch eindeutig die BRD schuldig. Denn ob die Hacker tatsächlich aus Russland kamen oder sogar von dort gesteuert wurden, ist immer noch offen. Also bleibt nur die bewiesene (!) Mitschuld deutscher Unternehmen und - da die Bundesregierung dies nicht verhindert hat bzw. verhindern konnte - auch ihr Anteil daran. Gibt es jetzt Sanktionen oder so? ;-)
andreas.bulthaupt 24.03.2018
5.
Zitat von spon_4811921Wer untersucht eigentlich mal die Beteiligung deutscher Politiker an den US Wahlen? ein Stegner und andere von der SPD sind in Amerika für Clinton Klinkenputzen gewesen Die Bundesregierung hat 5 Millionen unsere hart erarbeiteten Steuergelder für den Clinton Wahlkampf gespendet Wann werden diese Verwicklungen endlich mal untersucht? Ist das etwa keine Einmischung in eine US-Wahl? Animal Farm
Das ist eine glatte Lüge. Die Bundesregierung hat KEIN Geld für Clintons Wahlkampf gespendet.
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