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Industriespionage: Hacker aus China spähten Ölkonzerne aus

Industriespione aus dem Netz: Einer US-Firma für IT-Sicherheit zufolge sind fünf große Öl- und Gaskonzerne zum Opfer gezielter Hacker-Angriffe auf ihre Infrastruktur geworden. Die Cyber-Diebe stahlen wertvolle Unternehmensinterna. Und sie operierten offenbar von China aus.

Raffinerie in Kalifornien: Hackerangriff auf Ölfirmen - immer zwischen neun und fünf Uhr Zur Großansicht
AFP

Raffinerie in Kalifornien: Hackerangriff auf Ölfirmen - immer zwischen neun und fünf Uhr

Peking/Washington - Die Diebe aus dem Netz pflegten reguläre Büroarbeitszeiten einzuhalten. Zwischen neun Uhr morgens und fünf Uhr Nachmittags - Pekinger Ortszeit - seien die Hack-Attacken auf die Rechnersysteme internationaler Ölmultis stets erfolgt. So steht es in dem Bericht (PDF), den das renommierte US-Sicherheitsunternehmen McAfee jetzt veröffentlichte. Welche Unternehmen konkret betroffen sind, teilte McAfee nicht mit.

"Seit November 2009 wurden verdeckte und gezielte Cyberattacken gegen globale Öl-, Energie- und Petrochemie-Unternehmen durchgeführt", heißt es in dem Papier. Dabei sei eine ganze Reihe unterschiedlicher Angriffstechniken angewandt worden: Social Engineering, also der Versuch, sich das Vertrauen von Mitarbeitern mit bestimmten Zugriffsrechten zu erschleichen, sei ebenso zum Einsatz gekommen wie Hack-Attacken, die auf bekannte Sicherheitslücken in Microsoft-Windows-Betriebssystemen zielten. Daneben wurde eine Reihe weiterer Techniken eingesetzt, etwa solche, die auf Schwachstellen in Systemen zur Fernwartung von Rechneranlagen zielten.

Die Täter waren augenscheinlich auf der Suche nach ganz bestimmten, wirtschaftlich relevanten Materialien. So seien Informationen über Projektfinanzierungen, Gebote für Aufträge und Lizenzverhandlungen für neu zu erschließende Gas- und Ölfelder entwendet worden. Solche Informationenen wären "für Wettbewerber von unschätzbarem Wert", so ein McAfee-Manager.

"Keine Beweise für Regierungsauftrag"

Man habe den Angreifern den Projektnamen "Night Dragon" zugewiesen. Die Angriffe seien "in erster Linie von China aus" erfolgt. Einen der mutmaßlichen Täter haben man namentlich identifizieren können - es handele sich um einen chinesischen Staatsbürger aus der ostchinesischen Stadt Heze in der Provinz Shandong, über dessen Server die Computer der angegriffenen Firmen kontrolliert worden seien.

Die Angriffe seien über Server in den USA und den Niederlanden geleitet worden. Die Ereignisse würfen ein trübes Licht auf "den traurigen Zustand der Sicherheit unserer kritischen Infrastruktur", erklärte McAfee-Manager Dmitri Alperovitch. Die Angriffe seien "nicht sehr ausgefeilt" gewesen, aber "sehr erfolgreich bei der Erreichung ihrer Ziele." Man habe aber "keine Beweise, dass hier im Regierungsauftrag gehandelt wurde", so Alperovitch. Ob es sich also um Spionage im Dienste Pekings, um Datensammelei im Auftrag von Wettbewerbern oder um freiberuflichen Diebstahl mit der Hoffnung auf zahlungskräftige Interessenten handelt, ist unklar. Dass mit derartigen Informationen Geld zu verdienen ist, steht jedoch außer Zweifel.

Täglich von 9 Uhr morgens bis 17 Uhr abends Pekinger Zeit seien die Informationen abgerufen worden, erklärte McAfee. Das deute darauf hin, dass die Männer einem festen Beruf nachgingen und keine Freiberufler oder Amateur-Hacker seien. Sie seien in der Regel entweder über die öffentlichen Websites der entsprechenden Unternehmen in die Rechnersysteme eingedrungen, oder aber über infizierte Täuschungs-E-Mails, die an Manager geschickt worden seien.

Die US-Bundespolizei FBI wolle den "Night Dragon"-Bericht gegenüber Reuters nicht kommentieren. Es sei bekannt, dass derartige Bedrohungen existierten, zum konkreten Fall aber könne man sich nicht äußern. Die chinesische Regierung selbst wollte am Donnerstag zu den Vorwürfen keine direkte Stellung beziehen. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte vor Journalisten: "Ich weiß wirklich nichts über diese Situation, aber wir hören öfter von solchen Berichten."

Tatsächlich gibt es immer wieder Berichte über Hackerangriffe aus China. Google schloss im vergangenen Jahr seine Suchmaschine in China - als Begründung gab der Konzern an, es sei zu Hackerangriffen auf das eigene E-Mail-System gekommen. Auch in europäischen und US-amerikanischen Unternehmen ist man an den Versuch digitaler Industriespionage mittlerweile gewöhnt.

cis/dapd/reuters

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insgesamt 33 Beiträge
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1. Spionage
willi worsig 10.02.2011
Wie es scheint, verlieren die USA nun auch ihre Führungsrolle im Bereich Industriespionage? Allein bei dem Wort "China" läuft der Industrie doch sonst sofort der Sabber und alles wirft sich auf den Boden.
2. Nicht ganz richtig
blue_plasma, 10.02.2011
Zitat von willi worsigWie es scheint, verlieren die USA nun auch ihre Führungsrolle im Bereich Industriespionage? Allein bei dem Wort "China" läuft der Industrie doch sonst sofort der Sabber und alles wirft sich auf den Boden.
Das stimmt nicht. Die größten "Wirtschaftsspionagestaaten" sind China und Russland.
3. Peak-Oil Forschung
founder 10.02.2011
Es geht hier China um eine möglichst präzise Peak-Oil Forschung. Während in USA+EU das Problem ignoriert wird, arbeitet man in China sehr intensiv daran. * 10% der Bevölkerung hat Elektroroller * Elektroautos werden auf Hochdruck entwickelt (http://auto.pege.org/typ/byd-e6.htm) * Dichtes Netz für Hochgeschwindigkeitszüge Zur Planung von Exportoffensiven von Elektroautos (http://politik.pege.org/2009/d-day.htm) müssen die Entwicklung des Ölmarktes möglichst präzise voraus gesagt werden.
4. Solidarität
Leukoplast 10.02.2011
Ich erbitte von allen Foristen eine Runde Mitleid für die Ölkonzerne und fordere jeden Leser auf, sein nächstes Monatsgeholt ungekürzt an ExxonMobile, Shell, BP oder Total zu überweisen.
5. .
markus_wienken 10.02.2011
Warum sollte sie...? So plump? Ein wenig mehr Unabhängigkeit ist sicher nicht verkehrt... Welche Aspekte der chin. Kultur genau schweben Ihnen da vor? Und zweitens, warum sollten wir uns überhaupt mit anderen als der deutschen Kultur identifizieren?
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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