Internet-Kampagne: Web-Aktivisten drohen Ägyptens Regierung

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"Stoppt die Zensur, oder wir legen eure Regierungsseiten lahm": Mit dieser Drohung will die Hacktivistengruppe Anonymous die ägyptische Regierung zur Freigabe von Kommunikationskanälen wie Twitter zwingen. Im Fall WikiLeaks hatte die Gruppe bereits mehrere Unternehmen aus dem Netz gekegelt.

"Facebook-Seite der "Operation Egypt": Offene Drohung gegen Ägyptens Regierung Zur Großansicht

"Facebook-Seite der "Operation Egypt": Offene Drohung gegen Ägyptens Regierung

Das sind harsche Worte: "An die ägyptische Regierung: Anonymous ficht alle an, die an Zensurbemühungen beteiligt sind. Anonymous fordert, dass ihr im ganzen Land freien Zugang zu unzensierten Medien ermöglicht. Ignoriert ihr diese Nachricht, werden wir nicht nur eure Regierungs-Web-Seiten angreifen. Wir werden auch dafür sorgen, dass internationale Medien zu sehen bekommen, welch grausames Leben ihr euren Bürgern aufzwingt."

Mit diesem Aufruf wollen Netz-Aktivisten, die sich als Mitglieder der Gruppe Anonymous zu erkennen geben, die ägyptische Regierung zwingen, ihre Blockadeversuche von Online-Kommunikationskanälen einzustellen. Erst am Mittwoch hatte der Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, dass sein Angebot in Ägypten seit Dienstagnachmittag blockiert wird. Zeitweilig gab es im Netz auch Gerüchte darüber, das soziale Netzwerk Facebook sei ebenfalls aus den ägyptischen Datennetzen ausgesperrt worden. Diese Hinweise wurden von Facebook bisher aber nicht bestätigt.

Am Donnerstag war Twitter dem Herdict-Dienst des amerikanischen Berkman Center for Internet & Society zufolge in 57 von 71 überprüften Fällen nicht erreichbar. Facebook konnte an rund der Hälfte der getesteten Zugangspunkte nicht aufgerufen werden.

Twitter motiviert vor allem die Jungen

Hintergrund der staatlichen Blockadeaktion dürften die Proteste gegen die Regierung Mubarak sein, die das Land am Nil seit Tagen erschüttern. Regierungsstellen fürchten offenbar, dass sich die Protestler über den Kurznachrichtendienst organisieren, zu Demonstrationen aufrufen und vor Polizeiaktionen warnen könnten. Seit der Revolution in Tunesien wird Netzwerken wie Twitter und Facebook eine wichtige Rolle bei der Organisation politisch motivierter Protestgruppen zugeschrieben.

Kritiker halten die Gewichtung oft für übertrieben, müssen aber eingestehen, dass derartige Dienste dort, wo klassische Medien unter Zensur leiden, die einzige Möglichkeit sind, unbeeinflusst zu berichten. Unstrittig ist, dass durch Twitter und Facebook vor allem junge Menschen motiviert werden können, sich an Protestkundgebungen zu beteiligen.

Dass sich nun Anonymous einmischen will, verwundert nicht. Die Aktivistengruppe hatte sich bereits im Umfeld der WikiLeaks-Veröffentlichungen als Verfechterin grenzenloser Informationsfreiheit ins Gespräch gebracht. Mit Hilfe vieler Unterstützer hatte die Gruppe die Web-Seiten von Firmen attackiert, die der Enthüllungsplattform ihre Dienste entzogen hatten. Unter anderem wurde dabei kurzzeitig das Angebot des Online-Händlers Amazon in einigen Ländern lahmgelegt.

Angriff mit der "Ionen-Kanone"

Als Waffe dient den Aktivisten dabei eine Software, die neckisch als "Ionen -Kanone" benannt wird. Sie ermöglicht es sogar Computer-Amateuren, ihren Rechner an sogenannten DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) teilnehmen zu lassen. Profi-Hacker kritisierten dieses Vorgehen von Anonymous allerdings heftig, weil vielen Beteiligten schlicht das technische Grundwissen fehlt, um an solchen Angriffen anonym teilzunehmen. Mindestens ein PC-Anwender war im Nachgang der Anonymous-Attacken verhaftet worden. Die Behörden hatten ihn leicht ausfindig machen können, weil er es versäumt hatte, seine Internet-Adresse zu verschleiern, als er mit der "Ionen-Kanone" auf vermeintliche Feinde losging.

Solcher abschreckenden Beispiele zum Trotz fanden sich offenbar reichlich Unterstützer, die gemeinsam mit Anonymous gegen alle ins Feld zogen, die WikiLeaks die Unterstützung verweigerten.

Ob das im Fall der "Operation Egypt" auch gelingen wird, bleibt abzuwarten. Zwar berichtet das " naked security"-Blog des Sicherheitssoftware-Herstellers Sophos von DDoS-Angriffen auf das ägyptische Ministerium für Kommunikations- und Informationstechnologie - sie verpufften aber weitgehend wirkungslos. Die angeblich von Anonymous gepostete Drohnachricht auf Facebook wurde bis zum Donnerstagnachmittag nur von 14 Facbook-Mitgliedern mit dem Häkchen "Gefällt mir" versehen. Da findet jedes Katzen-Video mehr Zuspruch.

Unklar ist bisher aber ohnehin, ob die Aktion und die entsprechende Facebook-Seite überhaupt von Anonymous ins Leben gerufen wurden. Auf der üblicherweise von Anonymous für Mitteilungen genutzten Web-Seite ist von "Operation Egypt" bisher nichts zu sehen, die dazugehörige Pressemitteilung wurde anonym bei einem kostenlosen Webhoster abgelegt. Aber wie könnte es bei einer Gruppe wie Anonymous anders sein?

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1. ...
Shayman 27.01.2011
Zitat von sysop"Stoppt die Zensur oder wir legen Eure Regierungsseiten lahm": Mit dieser Drohung will die Hacktivistengruppe Anonymous die ägyptische Regierung zur Freigabe von Kommunikationskanälen wie Twitter zwingen. Im Fall WikiLeaks hatte die Gruppe bereits mehrere Unternehmen aus dem Netz gekegelt. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,741990,00.html
Wieder ein Autor der Anon nicht verstanden hat. 14 Haken bei FB bedeutet einfach der Schwarm intressiert sich nicht die Bohne für Ägypten. So einfach ist das. Ägyptische Anons werden wohl gerade was besseres zu tun, nämlich bei der Revolution RL mitmachen. Bringt zur Zeit sicher mehr als die Regierungshomepage lahmlegen. Und wieso sollte die Individuen die den Wikileaks Rachfeldzug koordiniert haben diesselben sein die zu "Operation Ägypten" aufrufen? Diese Logik würde allerhöchstens funktionieren wenn es einen festen Kader geben würde, dieser existiert aber nicht. So funktioniert Anonymous nicht. Eine anonymous Aktion ist nur dann eine "richtige" Anonymous Aktion wenn genug mitmachen und Medienecho erfolgt. Zum Umkehrschlusss Medinecho und dann Anonymousaktion ist allerhöchstesn zu sagen "Not your personal army" lieber Autor.
2. Äh.. gypten?
Meckermann 27.01.2011
Wäre durchaus eine begrüßenswerte Aktion, ich zweifle allerdings daran, dass das Schicksal der Ägypter genug Leute interessiert, dass daraus etwas wird. Na ja, wer weiß wie sich die Lage weiter entwickelt...
3. Quellen?
kwit 27.01.2011
Ich will nicht sagen das sie Anonymous nicht verstanden haben aber ein paar Punkte gibt es noch. Das Hauptziel ist es nicht Regierungsseiten lahm zu legen sondern den freien Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Dies will man mit mit Druckmitteln erreichen. Dazu gehören nun mal Angriffe auf Regierungswebseiten. Ein anderes Mittel ist die Medien darauf aufmerksam zu machen um den internationalen Druck zu erhöhen (sie tragen übrigens dazu bei). Ich weiß zwar nicht was ihre Quellen sind aber die Pressemitteilung ist schon seit dem 26.01.2011 im Netz: http://anonnews.org/?p=press&a=item&i=298 - englische Version http://anonnews.org/?p=press&a=item&i=299 - deutsche Version Ich hoffe, dass sie den Kampf um freien Zugang zu Informationen weiterhin unterstützen.
4. es gibt einen aufruf auf youtube.
Neal_cassady 27.01.2011
meine Damen und Herren ! , hier wird auch ganz schön selektiert... und meistens werden meine Kommentare nicht veröffentlicht. Nun, entgegen der Meinung des Autors.. ist der Aufruf zweifelsfrei von der Gruppe Anonymous. Hier ist der Link zu der Video-Botschaft. http://www.youtube.com/watch?v=mTV2ElrtYb4 Ich bin für die Freiheit der Menschen. Frieden und Freiheit den Freunden in Ägypten.
5.
felyxorez 27.01.2011
Shayman hat es eigentlich ziemlich direkt getroffen was gesagt werden sollte, eine Koordinierte "Anonymus" Gruppe ist einfach ein Witz, aber dazu gibt es halt kein wirkliches Fachwissen. In diesem Sinne *∆ ∆ ∆
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Proteste gegen Mubarak: Ägypten in Aufruhr

Fläche: 1.002.000 km²

Bevölkerung: 81,121 Mio.

Hauptstadt: Kairo

Staatsoberhaupt:
Abd al-Fattah al-Sisi

Regierungschef: Ibrahim Mahlab

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