Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Internet-Sicherheit: Schludrige Schlüsselmeister gefährden das Web

Von Uli Ries

Für Online-Banking, eCommerce, E-Mail-Austausch braucht man Verschlüsselungstechnik. Doch die hat gravierende Probleme. Besonders angreifbar sind Firmen, die am Verkauf der notwendigen Sicherheits-Zertifikate verdienen. Immer wieder kommen ihnen Schlüssel abhanden.

Verschlüsselung: Nur so sicher wie die Schlüsselmeister Zur Großansicht
Corbis

Verschlüsselung: Nur so sicher wie die Schlüsselmeister

Mit viel Aufwand hat man jahrelang versucht, Web-Nutzer darauf zu trimmen, auf kleine Vorhängeschloss-Icons im Browser zu achten. Oder auf das "s" hinter "http" in der Webadresse. "S" für "secure" oder "sicher". Diese Hinweise stehen für die Verschlüsselungstechnik SSL (Secure Socket Layer). SSL ist allgegenwärtig, geht es um das sichere Übertragen von Daten zwischen Browser und Webserver. Online-Banking-Seiten, namhafte Webmail-Angebote, professionelle Online-Shops und Dienste wie Facebook setzen auf die Technik. SSL ist überall. Aber ist es auch noch sicher?

Basis der SSL-Verschlüsselung sind digitale Zertifikate. Diese werden vom Betreiber des Servers bei sogenannten Zertifizierungsstellen eingekauft. Mit dem Zertifikat weist sich der Server gegenüber dem Browser aus.

Der Browser hat lange Listen mit zuvor vom Hersteller handverlesenen Zertifizierungsstellen (englisch Certificate Authorities, CAs) an Bord. Oder der Browser greift auf die Liste zu, die jedes Betriebssystem wie Windows oder Mac OSX verwendet. Kann die Software das übermittelte Zertifikat mit einer der hinterlegten CAs in Einklang bringen, erscheint das Vorhängeschloss - die Verbindung ist codiert.

"Mit Benzin getränkt, wartet auf ein Streichholz"

Problematisch hierbei ist die riesige Anzahl solcher Zertifizierungsstellen. Microsofts Internet Explorer vertraut mehr als hundert Firmen, Firefox knapp über 50. Von den meisten dieser Unternehmen hat noch nie ein Webnutzer gehört - und dennoch verlassen sich Milliarden von Webbrowsern auf PC, Macs, Smartphones oder Tablets bedingungslos auf die von diesen Firmen ausgestellten Zertifikate.

Kryptografie-Guru Bruce Schneier bringt das daraus resultierende Problem auf den Punkt: "Es gibt zu viele verschiedene Anlaufstellen, denen vertraut werden muss." Denn jedes dieser Unternehmen kann Zertifikate für jede beliebige Website ausstellen - auch für die Stars unter den Onlineangeboten wie google.com oder facebook.com. Es liegt in der Verantwortung der CAs, Zertifikate nur an den rechtmäßigen Betreiber der jeweiligen Webangebote auszuhändigen. Und genau hier versagen die Unternehmen immer wieder.

Zuletzt wurde dieses Versagen vor gut eineinhalb Wochen dokumentiert: Die Infrastruktur des bis dato wenig beachteten Unternehmens DigiNotar wurde im Juli von Crackern missbraucht, um unter anderem ein Zertifikat für google.com auszustellen. Dieses Zertifikat wurde später in Iran gesichtet - und dort mutmaßlich vom Regime missbraucht, um missliebige Bürger zu belauschen, die sich auf SSL und Google Mail verlassen haben. Dieses Vertrauen könnten sie im schlimmsten Fall mit Folter oder Tod bezahlen müssen.

Es war nicht das erste Mal, dass durch einen Angriff auf eine CA das System hinter SSL in Misskredit gebracht wurde. Daher findet der Krypto-Experte und Wikileaks-Unterstützer Jacob Applebaum deutliche Worte für die aktuelle Lage:

"Heute ist das System der Zertifizierungsstellen ein Kartenhaus und wir können öffentlich verfolgen, was viele schon seit Jahren im Verborgenen wussten. Das ganze System ist mit Benzin getränkt und wartet auf ein Streichholz."

Was tun die Großen? Sie mahnen Überprüfungen an

Die Zertifizierungsstellen müssen eine Überprüfung nachweisen, bevor sie von Softwarefirmen wie Microsoft auf die Liste der vertrauenswürdigen Aussteller gesetzt werden. Im Prinzip seien diese Sicherheitsstandards ausreichend, urteilt Thomas Hemker, SSL-Spezialist beim Softwareanbieter Symantec. Aber: "Es gilt das Einhalten dieser Vorschriften auch penibel zu überprüfen."

Bei den Überprüfungen wird wohl bisweilen geschlampt. Anders ist der Einbruch bei DigiNotar nicht zu erklären. Weswegen der Hacker und SSL-Fachmann Moxie Marlinspike dem Symantec-Vertreter widerspricht: "Auf Regularien basierende Lösungen gilt es zu vermeiden. Die Browserhersteller machen Audits seit jeher zur Voraussetzung. Genutzt hat dies offensichtlich nichts."

Aller Skepsis zum Trotz versucht Mozilla, die Zertifizierungsstellen zu mehr Sicherheit zu bewegen. In einem offenen Brief an die derzeit im Browser verankerten Anbieter kündigen die Firefox-Macher strengere Kontrollen an.

Crowdsourcing gegen Lauscher

Marlinspike hingegen hat mit Convergence einen Gegenentwurf zum System der Zertifizierungsstellen geschaffen: Anstatt eine Liste von unveränderbaren CAs fest im Browser oder Betriebssystem zu verankern, will Convergence auf einen Crowdsourcing-Ansatz bauen. Das Firefox-Plugin - andere Browser werden derzeit nicht unterstützt - vergleicht das gerade übermittelte Zertifikat mit den Daten, die sogenannte Notare (Notaries) in anderen Regionen der Erde für die gleiche Domain erhalten haben. Würde ein Lauschangriff durch ein bösartig manipuliertes Zertifikat umgesetzt, fliegt die Attacke auf, weil vom vermeintlich gleichen Server unterschiedliche Zertifikate in verschiedenen Regionen der Erde auftauchen.

Ob sich Convergence durchsetzt, hängt nicht zuletzt von der Rückendeckung der Browserhersteller ab. In Google Chrome wird die Technik wohl nicht schnell auftauchen, wie ein Chrome-Entwickler in seinem Blog schreibt. Der Grund: Zu wenig Anwender würden die Voreinstellungen des Plugins verändern und so dem voreingestellten Notary eine zu große Netzwerklast aufbürden.

Abgestuftes Vertrauen für Zertifizierungsstellen

Chrome bietet jedoch schon jetzt eine Funktion, um SSL zu mehr Sicherheit zu verhelfen, HTTPS Pinning genannt. Mit Hilfe des Pinnings flog der Lauschangriff in Iran erst auf. Bei diesem Ansatz wird im Browser nicht nur ganz allgemein eine Liste vertrauenswürdiger Zertifizierungsstellen hinterlegt, sondern auch, welche CAs legitime Zertifikate für bestimmte Domains (Google-Domains in diesem Fall) ausstellen dürfen. Beim Lauschangriff auf Google Mail war DigiNotar keine davon, daher schlug die Software Alarm.

Das Problem dieses Ansatzes ist der immense Aufwand: Prinzipiell können auch andere Betreiber von per HTTPS geschützten Websites ihre SSL-Schlüssel im Programmcode der Browser hinterlegen lassen. Doch der Prozess ist aufwendig - und daher kaum eine Lösung angesichts der Millionen Webdienste, die auf SSL bauen.

Deshalb wünschen sich viele Kommentatoren, dass Marlinspikes Browser-Erweiterung Convergence weite Verbreitung findet. Die Idee gilt als ausgereift, das Plugin steht bereit und die Zeit drängt. Symantec-Experte Thomas Hemker fürchtet neue Angriffe: "Ich gehe davon aus, dass die SSL-Infrastruktur auch in Zukunft unter Beschuss genommen wird."

Dem widerspricht auch der Hacker Moxie Marlinspike nicht. Auch er erwartet die nächste Hiobsbotschaft über einen erfolgreichen Angriff auf einen der schlecht gesicherten Schlüsselmeister des Web.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. schlamperei
rst2010 16.09.2011
Zitat von sysopFür Online-Banking, eCommerce,*E-Mail-Austausch braucht man Verschlüsselungstechnik. Doch die*hat*gravierende Probleme.*Besonders angreifbar sind*Firmen, die am Verkauf der notwendigen Sicherheits-Zertifikate verdienen. Immer wieder kommen ihnen Schlüssel abhanden. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,786481,00.html
so vor knapp 8 jahren war in der literatur die allgemeine überzeigung, eine root-ca dürfe nur offline betrieben werden, d.h. in einem abgeschotteten netzwerk ohne jegliche verbindung zum internet (datenaustausch über speichermedien), weil es so gut wie unmöglich ist, ein netzwerk wirklich abzudichten gegen angreifer. die sicherheitslage hat sich nicht verbessert - im gegenteil. trotzdem sind ca-betreiber der meinung, dass das überholt ist und eine firewall sicher und man seine root-ca schlüssel sozusagen ins internet stellen kann. eine kompromittierung der ca schlüssel kostet den betreiber und seine kunden viel geld, und geht beim betreiber an die existenz. daher ist die fahrlässigkeit unverständlich.
2. ...
faustjucken_tk 16.09.2011
Zitat von rst2010so vor knapp 8 jahren war in der literatur die allgemeine überzeigung, eine root-ca dürfe nur offline betrieben werden, d.h. in einem abgeschotteten netzwerk ohne jegliche verbindung zum internet (datenaustausch über speichermedien), weil es so gut wie unmöglich ist, ein netzwerk wirklich abzudichten gegen angreifer. die sicherheitslage hat sich nicht verbessert - im gegenteil. trotzdem sind ca-betreiber der meinung, dass das überholt ist und eine firewall sicher und man seine root-ca schlüssel sozusagen ins internet stellen kann. eine kompromittierung der ca schlüssel kostet den betreiber und seine kunden viel geld, und geht beim betreiber an die existenz. daher ist die fahrlässigkeit unverständlich.
Muss halt alles schnell schnell gehen....
3. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ...
fred_krug 16.09.2011
... hier mehrfach von anderen SPON ForumteilnehmerInnen behauptet wurde, dass https total sicher sei ... Technik KANN gar nicht total sicher sein. Die Vorgänge um COMODO und DigiNotar haben das eindrucksvoll bewiesen!
4.
de.nada 16.09.2011
Zitat von fred_krug... hier mehrfach von anderen SPON ForumteilnehmerInnen behauptet wurde, dass https total sicher sei ... Technik KANN gar nicht total sicher sein. Die Vorgänge um COMODO und DigiNotar haben das eindrucksvoll bewiesen!
Wer hat wem denn was genau bewiesen ? Mußte man jetz irgendwie angeben können, zumindest einen sogenannten Euklidischen Beweis. Das ist etwas, das zumindest logisch nachvollziehbar ist. Allerdings nicht in Metasprech. Da ist auch die Geschichte vom Schlaraffenlad Beweis genug das gebratenen Tauben fliegen können. Also : Was ist ein Beweis ? Was ist Ihnen "eindrucksvoll" bewiesen worden, oder wem ist etwas so bewiesen worden ?
5.
roflem 16.09.2011
Gut geschrieben Uli, zwar noch einen touch zu nerdig aber immerhin. Ich hab diginotar und comodo bei mir gelöscht! Zur Vorsicht gleich noch thawte, die stanken noch von früher. Wenn jetzt verisign auch schlampig wird wäre schlimm. Aber was hilfts, ich kann im Gegensatz zu der jungen Generation schmartfohn, zur Not noch mit Papier und Bleistift arbeiten weil ich 40 Jahre ohne Indernett auch klarkam.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Begriffsfindung: Wer sind eigentlich Hacker?

Schad- und Spähsoftware
Klicken Sie auf die Stichworte, um mehr zu erfahren
Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

So funktioniert das DNS-System
DNS ist das Kürzel für "Domain Name System" und steht für eine Technik, die es erheblich erleichtert, das Internet zu benutzen. Das dem Internet als Netzstandard zugrunde liegende Internet-Protocol (IP) legt fest, dass jede Website durch eine aus vier Zahlen zusammengesetzte, vier- bis zwölfstellige IP-Adresse identifiziert wird. Im Grunde müsste man beim Websurfen deshalb immer Adressen nach dem Muster 195.71.11.67 (SPIEGEL ONLINE) in die Adresszeile des Browsers eingeben. Doch wer könnte sich schon die IP-Adressen all seiner Lieblings-Websites in dieser Form merken?

Als Lösung für dieses Problem wurde das DNS-System entwickelt. Dabei handelt es sich um Datenbanken, in denen jeder IP-Adresse ein für Menschen verständlicher Name zugeordnet ist. Im Fall von SPIEGEL ONLINE übersetzt eine solche Datenbank die Browsereingabe www.spiegel.de in die IP-Adresse 195.71.11.67. Weil aber eine einzige Datenbank nicht ausreichen würde, um die Anfragen aller Internetnutzer zu beantworten, gibt es davon etliche Kopien, welche die Zugangsanbieter auf ihren eigenen DNS-Servern bereithalten und deren Datenbestände regelmäßig untereinander abgleichen.

Zudem bleibt es oft nicht bei einer einzigen DNS-Anfrage, wenn eine Seite aufgerufen wird, da es in der Natur des Web liegt, Seiten miteinander zu vernetzen. Beispielsweise wenn Bilder, Texte oder Videos aus anderen Quellen eingebunden werden, können beim Aufruf der Seite mehrere DNS-Anfragen nötig sein, um alle Inhalte laden zu können - und das kann Zeit kosten.

Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 79,476 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Hassan Rohani

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia



Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: