Internetangriffe aus China: Sie haben Spähpost!

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China und die USA führen seit Monaten Gespräche über Internet-Sicherheit - doch die Volksrepublik verbittet sich das Thema Späh-Angriffe. Nun belegen Botschaftsdepeschen, wie groß die Angst des Westens vor den Attacken wirklich ist. Auch Deutschlands Verfassungsschutz ist demnach alarmiert.

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Corbis

Spähangriff: Die USA und Deutschland beobachten seit Jahren Attacken aus China

Hamburg - "China and Climate Change", "China und der Klimawandel" stand in der Betreffzeile der E-Mails, die mehrere Mitarbeiter des US-Außenministeriums in ihrem Postfach fanden. Verschickt hatte die Nachricht ein bekannter Wirtschaftskolumnist des US-Magazins "National Journal" - zumindest stand das so im Absender und der Signatur der Nachricht. Die E-Mail-Adresse stimmte, die Kontaktinformationen auch. Jeder der Staatsbediensteten erhielt eine eigene, auf seine Funktion zugeschnittene Nachricht. Alle E-Mails empfahlen ein angehängtes PDF-Dokument zur Lektüre, Hintergründe zum Klimagipfel sollte es enthalten.

Tatsächlich transportierte das Dokument einen Schnüffelcode - über eine Sicherheitslücke hätten Angreifer beliebige Codes auf den infizierten Rechnern nachladen können. Der Angriff im Sommer 2009 schlug nur deshalb fehl, weil das US-Außenministerium diese eine Sicherheitslücke bereits auf allen Rechnern gestopft hatte. Die Machart ist typisch, schreibt die "Cyber Threat Analysis Division" in einer US-Botschaftsdepesche, die SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Nachrichten scheinen Teil einer koordinierten Spear-Fishing-Attacke (auf einzelne Mitarbeiter einer Organisation zugeschnittener Angriff) zu sein, schreiben die Experten. Sie seien bezeichnend für Versuche, Informationen über US-Positionen beim Klimagipfel zu erlangen.

Lauschangriff per Schadsoftware in Frankreich

Solche Cyber-Angriffe belasten die diplomatischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China. Vertreter beider Regierungen beraten laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters seit 14 Monaten über Fragen der Online-Sicherheit, Strafverfolgung und Handelsbeziehungen. Drei Treffen habe es bisher in Peking und Washington gegeben, teilgenommen hätten Diplomaten, Vertreter von Geheimdiensten, Strafverfolgung und Militär.

Das Problem: Die Online-Schnüffelangriffe habe man bisher nicht direkt besprechen können, berichtete ein Teilnehmer: "Die chinesischen Vertreter erstarren", wenn das Thema angesprochen werde. Anfragen von Reuters zu diesem Sachverhalt haben das US-Außenministerium und die chinesische Botschaft in Washington nicht beantwortet.

Mehrere Staaten schreiben diese Art von Angriffen chinesischen Akteuren zu. Eine dem SPIEGEL vorliegende US-Botschaftsdepesche vom November 2008 berichtet von einer Sicherheitskonferenz im US-Stützpunkt Ramstein, an der Vertreter deutscher, französischer, kanadischer, britischer, niederländischer und amerikanischer Sicherheitsbehörden teilnahmen. Fazit: "Alle beteiligten Staaten sehen Regierungsvertreter im Visier chinesischer Akteure." Französische Teilnehmer berichteten von Hacker-Angriffen, bei denen die Webcams hochrangiger Beamter per Schadsoftware für heimliche Lauschangriffe umfunktioniert wurden.

Hacker-Ziele sind Außen- und Verteidigungsministerien

Die Angriffe sind so verbreitet, dass US-Behörden eine eigene Bezeichnung erfunden haben: Ein Sicherheitsbericht des US-Außenministeriums aus dem Jahr 2008 führt diese Art von Angriffen unter dem Titel "Byzantine Candor". Man glaube, die Angriffe kämen aus China, heißt es in dem Bericht weiter. Ziele seien Netzwerke der US-Armee, des Außen-, Verteidigungs- und Energieministeriums, andere Regierungsstellen, Unternehmen und Internetprovider. Seit Beginn dieser Attacken Ende 2002 hätten die Angreifer Logins zu Hunderten von Computersystemen bei US-Regierungsstellen und Rüstungsunternehmen erlangt.

Auch Vertreter des Bundesamts für Verfassungsschutz haben bei den Gesprächen in Ramstein laut US-Botschaftsdepeschen von Spear-Fishing-Angriffen berichtete, die denen auf US-Vertreter sehr ähneln. Zwischen Oktober 2006 und Oktober 2007 habe man mehr als 500 unterschiedlicher Spähangriffe per Spear-Fishing-Mail beobachtet. Absicht der Angriffe sei Spionage gewesen. Die gängige Methode seien glaubhaft formulierte E-Mails, die Empfänger zum Öffnen eines infizierten Dokuments oder einer Website mit Spähsoftware verleiten.

Verfassungsschützer halten Beamte für "extrem empfänglich"

Ende 2010 berichtete das Innenministerium, man habe rund 1600 "elektronische Angriffe mit nachrichtendienstlichem Hintergrund" zwischen Januar und September 2010 auf deutsche Bundesbehörden beobachtet. Nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz seien "deutlich über die Hälfte der identifizierungsfähigen elektronischen Angriffe mit unterschiedlicher Nachweisintensität auf staatliche Stellen in der Volksrepublik China zurückzuführen". Eine der Schnüffelnachrichten landete zum Beispiel mit dem Betreff "Expo Shanghai 2010" in den Postfächern der Beamten bei Bundesbehörden - die angehängten Dokumente enthielten Spähsoftware, saugten interne Daten ab und übertrugen sie mehrmals nach Fernost, wie der SPIEGEL berichtete.

Schon 2008 waren die Verfassungsschützer besorgt über die Erfolge der Spähpost aus China. "Leider", so die US-Botschaftsdepesche, "halten die Verfassungsschützer die Mehrheit der Empfänger für extrem empfänglich gegenüber diesen Social-Engineering-Angriffen".

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insgesamt 28 Beiträge
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1. -
semper fi 15.04.2011
Zitat von sysopChina und die USA führen seit Monaten Gespräche*über Internet-Sicherheit - doch die Volksrepublik verbittet sich das Thema Späh-Angriffe. Nun belegen Botschaftsdepeschen, wie groß die Angst des Westens vor den Attacken wirklich ist. Auch*Deutschlands Verfassungsschutz ist demnach alarmiert.
Das, was die Chinesen mit infizierten PDFfen betreibet nimmt sich mitteralterlich aus gegenüber dem, was die National Security Agency (NSA) tagtäglich mit der ganzen Welt betreibt. Chinesen sieht man, NSA sieht man nicht.
2. Behauptungen ohne Belege = Schall und Rauch
abfallverwertung 15.04.2011
Zitat von semper fiDas, was die Chinesen mit infizierten PDFfen betreibet nimmt sich mitteralterlich aus gegenüber dem, was die National Security Agency (NSA) tagtäglich mit der ganzen Welt betreibt. Chinesen sieht man, NSA sieht man nicht.
Belege? Quelle?
3. Soso
sprechweise 15.04.2011
Zitat von semper fiDas, was die Chinesen mit infizierten PDFfen betreibet nimmt sich mitteralterlich aus gegenüber dem, was die National Security Agency (NSA) tagtäglich mit der ganzen Welt betreibt. Chinesen sieht man, NSA sieht man nicht.
Soso, konnten Sie wieder Ihrem Antiamerikanismus fröhnen und Gerüchte verbreiten ohne irgendwas zu belegen.
4. The possibility of being insane is interfering with my ability to relax
Flatto 15.04.2011
Zitat von semper fiDas, was die Chinesen mit infizierten PDFfen betreibet nimmt sich mitteralterlich aus gegenüber dem, was die National Security Agency (NSA) tagtäglich mit der ganzen Welt betreibt. Chinesen sieht man, NSA sieht man nicht.
Was betreibt die NSA mit der ganzen Welt?
5. -
semper fi 15.04.2011
Zitat von abfallverwertungBelege? Quelle?
Fangen Sie 'mal *hiermit* (http://www.amazon.com/Body-Secrets-Ultra-Secret-National-Security/dp/0385499086/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1302883899&sr=8-2) an, und sagen Sie Bescheid, wenn Sie durch sind. Ich nenne Ihnen dann weitere Titel. Wenn Sie zwischendurch Zeit haben, dann googeln Sie doch 'mal nach "Menwith Hill", "Bad Aibling", Echelon usw.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1341,335 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

Regierungschef: Li Keqiang

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