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Internetsperren: Widerstand gegen britisches Piraten-Gesetz

Ein neues Gesetz zwingt britische Zugangsanbieter zu drakonischen Maßnahmen gegen Filme- und Musiksauger. Jetzt kündigt der Anbieter Talktalk Widerstand an: Wir sperren und verpetzen nur, wenn uns Gerichte dazu zwingen.

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Copyright-Kampagne: In Großbritannien gilt ein restriktives Gesetz gegen Raubkopierer

Raubkopierer aus dem Netz werfen, das ist in Großbritannien jetzt Aufgabe der Provider. Doch die gesetzlich verpflichteten Hilfspolizisten sind nicht alle begeistert. Eine Firma probt den Aufstand: Andrew Heaney, Manager des Anbieters Talktalk, kündigte im Firmenblog Protest an. "Wenn wir aufgefordert werden, einem Kunden wegen angeblicher Copyright-Verstöße den Netzzugang zu sperren, werden wir uns weigern und den Rechteinhabern erklären, dass wir uns vor Gericht sehen."

Heaney versprach auch, Anfragen der Rechteindustrie nach Kundendaten nicht einfach so zu beantworten: "So lange uns kein Gerichtsbeschluss dazu zwingt, werden wir nie Daten unserer Kunden an Rechteinhaber weitergeben." Talktalk hat nach eigenen Angaben vier Millionen Kunden in Großbritannien.

Auf Druck der Rechteindustrie hatte das britische Parlament ein Gesetz gegen Online-Piraterie auf den Weg gebracht. Das Unterhaus beschloss Mittwochnacht die sogenannte Digital Economy Bill, mit der gegen illegale Downloads vorgegangen werden soll. Provider sollen Warnhinweise an ihre Kunden schicken und notorischen Raubkopie-Saugern in letzter Konsequenz den Internetzugang sperren.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 81 Beiträge
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1. no title
H-Vollmilch 09.04.2010
So ists recht. Für was Internetprovider so alles herhalten müssen.... Mal sehn wanns hier auch kommt.
2. Mutig?
doyle78 09.04.2010
Entweder dies ist ein wirklich mutiger Schritt von TalkTalk oder aber bloses Geschäftskalkül. Wie es auch immer sei, es setzt ein wichtiges Zeichen gegen ein Gesetz das auf Druck der Contentmafia/industrie gegen den eigentlichen Souverän, das Volk, durchgepaukt wurde. Wieviel bedeutet Demokratie denn noch wenn die Macht nicht beim Volk, sondern bei einer korrupten kleinen Machtclique liegt, die man höchstens durch eine andere korrupte kleine Machtclique bei der nächsten Wahl ersetzen kann (Parallelen zu D !?).
3. .
frubi 09.04.2010
Zitat von sysopEin neues Gesetz zwingt britische Zugangsanbieter zu drakonischen Maßnahmen gegen Filme- und Musiksauger. Jetzt kündigt der Anbieter Talktalk Widerstand an: Wir sperren und verpetzen nur, wenn uns Gerichte dazu zwingen. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,688013,00.html
Wenn ich der Manager einer Bank bin und meine Bank auf Grund von riskanten Finanzprodukten Pleite geht, der Staat einspringt und dadurch die Wirtschaft eines ganzen Landes ins Wanken gerät, dann kann ich, wenn ich so urplötzlich entlassen werde, auch noch mein Restgehalt einfordern. In den Knast gehen? Strafe zahlen? Nein wieso? Wenn man aber einen Film herunterlädt. Diesen eventuell sogar noch an Freunde weitergibt, ja dann wird man verfolgt bis die Schwate kracht. Raubkopieren ist kein Kavaliersdelikt. Nur wieso konzentriert man sich nicht zuerst auf die größeren Übel in unserer Gesellschaft?
4. Solange man nur illegale P2P-Angebote hat
frank_lloyd_right 09.04.2010
(und das ist ja der Sinn), ist es auch angebracht, diese zu sperren. Solange alle saugen, tue ich es zwar auch, (aber nichts wesentliches, ich suche eher Sachen, die ich gar nicht kaufebn könnte wegen Ihrere Unbeschaffbarkeit/Seltenheit) - aber ime Grunde wäre es kein Problem, damit aufzuhören : Copyrights sind eine wichtige Einnahmequelle für alle Arten von kreativen Menschen, und die haben ihr Geld sauer verdient - Copyrights gehören also weltweit gnadenlos durchgesetzt. Prinzipiell... Die P2P-Börsen könnten, wenn nur die Recht-Großindustrie flexibel genug wäre, quasilegale Versionen von geringerer Qualität und Vollständigkeit anbieten (in der Praxis ist es meist das, was sie tun - und es ist möglich, auf P2P-Börsen eigene Prdukte bekannt zu machen). Kleiner Aufpreis : Vollversion, die auch ein "Altpirat", oder gar ein Ukrainer oder Chinese, zahlen kann/wird. Er würde ja eh nur kaufen, wenn er das Produkt vorher "gecheckt" hat. Wird ja auch viel Mist angeboten... In der Praxis benutzen viele Leute, auch in Europa, illegale Windows-Versionen - Microsoft ist das klar, aber sie dulden es, wackeln nur manchmal mit dem Zeigefinger - es ist ihnen klar, daß Drittweltländer ohne abgekupferte Software nicht "funktionieren" könnten, und sehen in ihnen mehr die Kunden der Zukunft - das is eher weise als hilflos. Aber die Mehrheit derRechte-Großindustrie (damit meine ich diese unsäglichen Filme- und Musikleute) war ja noch nie flexibel, sie verlangen für Musikdownloads zuviel und für Ebooks mehr, als ich für n Paperback im Laden zahle... Amazon ist manchmal zu gierig, drum wird es wohl bleiben, wie es ist. Gesetze lassen sich weltweit sehr schwer durchsetzen, solange die 160 oder so Regierungen dieses Planeten sich über fast nichts wirklich einig sind.
5. Titel
BartSimpson, 09.04.2010
Zitat von sysopEin neues Gesetz zwingt britische Zugangsanbieter zu drakonischen Maßnahmen gegen Filme- und Musiksauger. Jetzt kündigt der Anbieter Talktalk Widerstand an: Wir sperren und verpetzen nur, wenn uns Gerichte dazu zwingen. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,688013,00.html
Da macht der Anbieter Talktalk ja wahrscheinlich für sich Reklame mit einer Selbstverständlichkeit. Wird nicht lange dauern, bis auch bei uns gewisse Kreise derartige Gesetze fordern werden. Ich tippe mal, dass die CDU auf eine Einführung solcher Gesetze ganz scharf ist. Dieser Verein ist für inkompetentes Herumdoktorn an Internetregelungen ja bekannt. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen darf aber wohl bezweifelt werden. Einige weinige werden die drakonischen Maßnahmen zu spüren bekommen und vom Internet abgeschnitten werden, ohne dass die von der Musikindustrie (und in naher Zukunft auch die der Filmindustrie) völlig selbstverschuldeten Probleme gelöst werden.
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