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Überwachung: Irans Behörden wollen alle Webnutzer identifizieren

Internetcafé in Teheran: Sofortige Identifizierung Zur Großansicht
AP/dpa

Internetcafé in Teheran: Sofortige Identifizierung

Die Regierung in Teheran will künftig genau wissen, wer das Internet in Iran nutzt. Das Verfahren ist offenbar Teil eines neuen Kontrollsystems, das regierungskritische Inhalte und offene Kommunikation verhindern soll.

Iran will künftig nicht nur unliebsame Internetinhalte filtern, sondern auch sämtliche Webnutzer im Land beim Surfen überwachen. Iranische Telekommunikationsspezialisten würden ein System entwickeln, mit dem man jeden Internetnutzer im Land identifizieren könne, sobald er sich ins Netz einlogge, berichtet die Nachrichtenagentur ISNA (Iranian Students News Agency). Telekommunikationsminister Mahmud Waesi wird mit der Aussage zitiert: "Wer künftig das Internet nutzen will, wird identifiziert. Wir werden die Identität eines jeden Web-Users kennen".

Waesi hatte schon vor einigen Wochen ein Kontrollsystem angekündigt, das es den Behörden ermöglichen soll, bestimmte Inhalte aus dem Internet-Datenstrom des Landes zu filtern. Das System solle stufenweise eingeführt werden und sei binnen sechs Monaten voll einsatzfähig, erklärte Waesi im November.

Seit den Massendemonstrationen gegen die umstrittene Wiederwahl des damaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2009 blockiert Teheran regelmäßig den Zugang zu Plattformen wie Twitter und Facebook. Über solche Angebote waren die Proteste vor fünf Jahren mobilisiert worden.

Nach der Wahl des moderaten Präsidenten Hassan Rohani im Juni 2013 gab es Hoffnung auf eine Lockerung der Internetzensur. Im September forderte der Generalstaatsanwalt des Landes den Telekommunikationsminister auf, zahlreiche Kommunikationsangebote wie Viber, Tango und WhatsApp in Iran zu sperren. Zur Begründung hieß es, die Dienste würden obszönes Material und Beleidigungen gegen iranische Funktionäre verbreiten. Mehrere Blogger wurden von der Cyber-Polizei festgenommen, doch die fraglichen Dienste sind noch in Iran erreichbar.

Laut "AL-Monitor" nutzen trotz der immer neuen Versuche der Regierung, den Zugang zu beschränken, mehr als 30 Millionen Iraner das Internet. Einer aktuellen Studie zufolge sollen 69 Prozent der jungen Netznutzer in Iran Spezialsoftware verwenden, um die offiziellen Internetfilter zu umgehen.

mak/afp

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insgesamt 45 Beiträge
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1.
tyskie 07.12.2014
Also kopiert der Iran den Westen, um es mal ganz einfach zusammenzufassen.
2. boeser Iran
leserbrief123 07.12.2014
guter Westen. Als ob wir mit unseren tollen Regierungen auf den Iran mit dem Finger zeigen koennten.
3. Machterhaltende Kontrollsysteme
ornitologe 07.12.2014
sind ja keine Erfindung der Iraner. Zensur und Kontrolle der öffentlichen und privaten Meinung wurde schon in der Antike betrieben um destabilisierende Aktivitäten zu unterbinden. Da es keine Systeme gibt, welche zu 100% hinter den jeweiligen Machthabern stehen, ist Kontrolle und Überwachung auch kein rein iranisches Phänomen.
4.
nic 07.12.2014
Zitat von tyskieAlso kopiert der Iran den Westen, um es mal ganz einfach zusammenzufassen.
Dachte auch: aha, der Iran ist also Überwachungstechnisch fast schon soweit wie Deutschland (in Kooperation mit der NSA). Ich würde dem Iran gönnen bei der Industriespionage auf Augenhöhe mit der USA zu sein.
5. Irian ein für westliche Augen ein hoch interessesantes Land
kilroy-was-here 07.12.2014
man hasst die Amerikaner allgemein und doch machen sie Dinge, die man nur von den USA gewöhnt ist. Erlaubt mir ein Beispiel von "Un-amerikanismus" zu bringen: In Teheran gibt es einen dreispurigen Autobahnring. Die Fahrzeuglenker interpretieren die Leitlinien auf unterschiedliche Weise. So fahren einige AUF der Linie, andere wieder ZWISCHEN den Linien. Ich fragte unseren Vertreter in dessen Auto ich sass "wäre es nicht besser, ihr würdet Euch auf ein System einigen"? Antwort: zwischen den Linien fährt man in den USA. Das wissen wir von Filmen. Unsere Ultras fahren grundsätzlich AUF der Linie. Er fügte hinzu, dass in Fahrschulen immer noch gelert wird ZWISCHEN den Linien zu fahren. Als ein Polizist in Sicht war, regte ich an ihn zu fragen was richtig sei. Ich hörte: "bist Du verrückt, der weiss es auch nicht. Er würde meinen, wir wollten ihn provozieren. Der ruft seine Kollegen und die verpassen uns eine (zumindest zeitraubende) Abreibung"...
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 79,476 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Hassan Rohani

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Republik Iran
Land
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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
Politik
dpa
Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben der Revolutionsführer, aktuell Ajatollah Ali Chamenei (Bild), und der Wächterrat die größte Macht im Staat. Der Wächterrat kontrolliert die Kandidaten für Wahlen. Der Regierungschef ist der gewählte Präsident - seit August 2013 Hassan Rohani.
Leute
Corbis
Iran hat rund 75 Millionen Einwohner. Auf dem Uno-Index menschlicher Entwicklung (HDI) für 179 Staaten belegt Iran Platz 76 (Deutschland ist auf Platz 5). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren (zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 80 Jahren).
Wirtschaft
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Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2008 laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 5200 Dollar. Begünstigt vom hohen Ölpreis wuchs die Wirtschaft zuletzt um etwa sechs Prozent. Neben der Arbeitslosenquote, die laut inoffiziellen Schätzungen bei etwa 30 Prozent liegt, ist die Inflation eines der größten wirtschaftlichen Probleme. 2008 soll sie bei fast 30 Prozent gelegen haben, für 2009 rechnet der IWF mit 25 Prozent. Im Jahr 2005 machten Teherans Ausgaben für das Militär laut Uno-Statistiken 5,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus (Deutschland: 1,4 Prozent).
Menschenrechte
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Nach China ist Iran das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Laut Amnesty International wurden 2009 mindestens 388 Menschen hingerichtet, das waren 42 Hinrichtungen mehr als im Vorjahr. Der Uno zufolge saßen 2007 pro 100.000 Einwohner 214 Menschen im Gefängnis (in Deutschland sind es 95). Korruption ist in Iran weit verbreitet. Auf dem weltweiten Index von Transparency International nimmt Iran 2009 bei 180 beobachteten Staaten den 168. Rang ein (Deutschland: 14).

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