7 statt 19 Prozent EU-Kommission will Mehrwertsteuer für Online-Zeitungen senken

Nicht die Form zählt, sondern der Inhalt: EU-Kommissionspräsident Juncker will den Mehrwertsteuersatz für Online-Zeitungen senken. Wie für Druckerzeugnisse auch sollen sieben Prozent statt 19 fällig werden.

EU-Kommissionspräsident Juncker: "Kleine Revolution"
DPA

EU-Kommissionspräsident Juncker: "Kleine Revolution"


EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will eine ermäßigte Mehrwertsteuer auch für digitale Medieninhalte in der EU vorschlagen. Der für Steuerfragen zuständige EU-Kommissar Pierre Moscovici werde in der ersten Jahreshälfte 2016 eine entsprechende Initiative vorlegen, kündigte Juncker am Mittwochabend auf einer Veranstaltung der deutschen Zeitungsverleger (BDZV) in Brüssel an.

In Deutschland gilt für gedruckte Zeitungen der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, auf deren digitale Ausgaben aber der Satz von 19 Prozent.

Juncker wies darauf hin, dass es bei der Verabschiedung der entsprechenden EU-Richtlinie 1991 noch keine Online-Zeitungen gegeben habe. "Wenn die EU-Kommission - die Vorgängerkommission - nicht zur Kenntnis nimmt, dass inzwischen eine kleine Revolution stattgefunden hat und auf ihren bisherigen Regeln kleben bleibt, dann wird dies jetzt geändert", sagte Juncker. Die EU brauche eine technologieneutrale Erhebung der Mehrwertsteuer.

Die EU-Kommission hat am Mittwoch bereits Neuerungen für den digitalen EU-Binnenmarkt vorgestellt. Von der Digitalstrategie sollen sowohl die Bürger als auch die Unternehmen in Europa profitieren, die US-Internetriesen hingegen sollen künftig stärker kontrolliert werden.

sun/Reuters/AFP

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insgesamt 15 Beiträge
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sakudo 06.05.2015
1. EU und Steuern?
Hä, seit wann legt die EU Steuern fest?? Das ist doch im Hoheitsbereich der Nationalstaaten??
ulli7 06.05.2015
2. Ein Wunder: Steuersenkungspläne durch EU-Kommission
"Der für Steuerfragen zuständige EU-Kommissar Pierre Moscovici werde in der ersten Jahreshälfte 2016 eine entsprechende Initiative vorlegen". Bis die dringend erforderliche Steuersenkung von 19 % auf 7 % für Online-Zeitungen tatsächlich rechtskräftig wird, dürfte dann noch einige Zeit vergehen. Trotzdem bin ich überrascht, dass solche vernünftigen Pläne von der EU-Kommission kommen.
ekel-alfred 06.05.2015
3. Tod der Printmedien?
Zitat von ulli7"Der für Steuerfragen zuständige EU-Kommissar Pierre Moscovici werde in der ersten Jahreshälfte 2016 eine entsprechende Initiative vorlegen". Bis die dringend erforderliche Steuersenkung von 19 % auf 7 % für Online-Zeitungen tatsächlich rechtskräftig wird, dürfte dann noch einige Zeit vergehen. Trotzdem bin ich überrascht, dass solche vernünftigen Pläne von der EU-Kommission kommen.
Toll, das dürfte dann der Tod der Printmedien sein. Das kann man nicht wollen, oder?
Arabidopsisthaliana 06.05.2015
4. online? Offline!
Bis vor einigen Monaten war es üblich, dass man zu einem Printabo gratis das onlineabo bekam-bis die Regierung die verdutzten Verlage auf eine lange bestehende Gesetzesnovelle aufmerksam machte:physische Dreingaben müssen kompliziert deklariert und versteuert werden. Wer Glück hatte, "durfte" für 4€ das Onlineabo behalten, in den meisten Fällen kann nur noch getrennt aboniert werden! BRAVO!BRAVO!BRAVO!
sbv-wml 07.05.2015
5. Ups
Liebe Kommission, gibt es eigentlich nichts Wichtigeres als die Senkung der Märchensteuer für Online-Zeitungen? Die FDP wurde unter anderem wegen der Senkung der Märchensteuer für Hotelübernachtungen abgestraft. Aber ihr könnt ja leider nicht vom Wähler abgestraft werden.
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