Fall Assange Anklägerin startet neuen Befragungsversuch

Schwedens Staatsanwaltschaft gibt sich unbeeindruckt vom Uno-Bericht zu Julian Assange. Die Chefanklägerin will nun einen neuen Versuch starten, den WikiLeaks-Gründer zu befragen.

Assange nach der Veröffentlichung des Uno-Berichts auf dem Botschaftsbalkon in London: Neuer Antrag auf Befragung
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Assange nach der Veröffentlichung des Uno-Berichts auf dem Botschaftsbalkon in London: Neuer Antrag auf Befragung


Uno-Gutachten hin oder her: Die schwedische Staatsanwaltschaft will Julian Assange trotzdem unbedingt befragen. Die Chefanklägerin Marianne Ny arbeitet an einem neuen Versuch, den WikiLeaks-Gründer zu den Vorwürfen gegen ihn zu befragen. Das Rechtsgutachten zur seiner Lage ändere "nichts an meinen früheren Beurteilungen in der Voruntersuchung", wurde Ny am Dienstag in einer Pressemitteilung zitiert.

Der Uno-Menschenrechtsrat hatte seinen Aufenthalt in der ecuadorianischen Botschaft in London vergangene Woche als "willkürliche Haft" bezeichnet. Assange lebt dort seit mehr als drei Jahren, um einem Haftbefehl wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs zu entgehen. Außer einem Vergewaltigungsvorwurf sind alle Fälle inzwischen verjährt. Der Australier fürchtet aber, über Schweden an die USA ausgeliefert und dort für die Enthüllungen seiner Plattform WikiLeaks verurteilt zu werden.

Der schwedische Anwalt Per Samuelson, der Assange vertritt, bezeichnete die Reaktion der Staatsanwaltschaft als Skandal.

Assange hatte die Einschätzung der Uno-Experten genutzt, um öffentlichkeitswirksam auf seine Situation aufmerksam zu machen. Donnerstag hatte er noch vor dem offiziellen Bekanntwerden der Entscheidung angekündigt, die Botschaft verlassen zu wollen, falls die Uno-Arbeitsgruppe seine Beschwerde gegen Großbritannien und Schweden ablehnt. Assange bezeichnete die Uno-Einschätzung später als wichtigen Sieg. Schweden und Großbritannien machten jedoch deutlich, dass der Bericht des Uno-Gremiums nicht bindend sei für sie.

Einen Antrag der schwedischen Anklage, Assange in der Botschaft zu dem Vergewaltigungsvorwurf zu befragen, hatte Ecuador im Januar aus formalen Gründen abgelehnt. Ny ist nun offenbar dabei, einen neuen Antrag zu stellen. In der Zwischenzeit schickt die Anklage Fragen an Ecuadors Behörden. Auf deren Grundlage sollen ecuadorianische Beamte Assange befragen. Darauf hatten sich die Länder zuvor geeinigt. Wann die Befragung stattfinden könnte, ist noch nicht klar.

dpa/Reuters/gru

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insgesamt 3 Beiträge
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mapcollect 09.02.2016
1. Peinlich dass Schweden da mit macht.
Die Vorwürfe sind lachhaft. Das Schweden sich drauf einlässt zeigt deren Abhängigkeit von den USA.
Skeptiker99 09.02.2016
2. Balkon
Sollen Sie Ihn doch auf dem Balkon befragen (siehe Foto). Er bleibt in der Botschaft, die schwedische Staatsanwältin draussen. Jetzt mal im Ernst. Assange hat denke ich weniger Angst wegen der dubiosen und vorgeschobenen Vergewaltigungsvorwürfe, sondern er will nicht in die USA ausgeliefert werden. Wenn Schweden ihm verbindlich freies Geleit zusichert, hat er bestimmt nichts dagegen sich der Anklage zu stellen.
nightwatchman 09.02.2016
3. O.J. Simpson ließ seinen Mordprozess
......zu einem Fall rassistischer Diskriminierung politisieren und konnte dadurch die öffentliche Meinung durch all die naiven Selbstdarsteller aus Politik, dem Showbusiness und den Medien, welche sich sofort zwanghaft zu seinem Schutz aufbäumten, für sich arbeiten lassen. Assange hat dafür die Rolle des heldenhaften Freiheitskämpfers der Menschheit gewählt, der von den finsteren Mächten böser Regierungen für seine Heldentat verfolgt wird. Der Mann schmückt sich zwar lediglich mit den Taten anderer in dem er ihnen eine rechtlich abgesicherte Enthüllungsplattform bietet aber egal - es finden sich wieder genug naive Deppen die seinen Fall so lange politisieren bis die Anklage aufgegeben wird. Auch ein Assange bewegt sich nicht in einem rechtsfreien Raum und muss sich bei Verdacht einer Ermittlung stellen.
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