Karikaturenaufruf Umstrittene Mohammed-Seite auf Facebook gelöscht

Die Empörung in Pakistan war gewaltig, nun findet der geplante Mohammed-Karikaturen-Wettbewerb doch nicht statt. Ein entsprechender Aufruf ist auf Facebook einfach verschwunden. Das Internetunternehmen teilte mit, es habe mit der Löschung nichts zu tun.

Protest- und Gegenprotest: Karikaturenstreit auf Facebook

Protest- und Gegenprotest: Karikaturenstreit auf Facebook


San Francisco - Diese Facebook-Seite hatte es in sich: Mitglieder aus den USA hatten dazu aufgerufen, Karikaturen des Propheten Mohammed einzureichen. In Pakistan löste dies eine Welle der Empörung aus. Nun ist die Seite aus dem Sozialnetzwerk verschwunden.

Facebook teilte am Freitagabend mit, es habe mit der Löschung nichts zu tun. "Wir haben nichts gegen die Seite unternommen", erklärte das im US-Bundesstaat Kalifornien ansässige Internetunternehmen. Offenbar entschlossen sich die Urheber des Aufrufs selbst dazu, die Seite und einen dazugehörigen Blog zu schließen.

Zuvor hatte ein Gericht in Pakistan wegen des Karikaturenaufrufs angeordnet, Facebook vorübergehend zu schließen. Am Dienstag nahm die Regierung in Islamabad die betreffende Seite vom Netz. Auch das Video-Portal YouTube und 450 weitere Links wurden in Pakistan gesperrt. Die Verbildlichung Mohammeds ist im Islam strikt verboten.

Als Urheberin des Aufrufs galt zunächst die amerikanische Karikaturistin Molly Norris aus Seattle. Norris teilte aber schriftlich mit, sie habe nie zu einem solchen Wettbewerb aufrufen wollen. Sie habe lediglich ein Cartoon gezeichnet, von dessen viraler Verbreitung sie überrascht worden sei. Sie sei auch nicht die Betreiberin der entsprechenden Facebook-Seite, betonte sie - dies seien zwei Männer. Sie bitte Menschen muslimischen Glaubens um Entschuldigung und verlange, dass der Malwettbewerb abgesagt werde.

Da hatten allerdings schon mehr als 14.000 Menschen ihre Teilnahme bestätigt, einige hatten bereits Zeichnungen eingereicht.

wal/AFP



insgesamt 372 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hatem1 22.05.2010
1. Stimmt so nicht
Diese eine Seite mag zwar verschwunden sein. Es gibt aber immer noch andere Gruppen, die zum Mohammed-zeichnen aufrufen und Tausende Mitglieder haben. Ein paar (harmlose und nicht -beleidigende) Ergebnisse des Zeichenwettbewerbs zeigt der Kölner Stadtanzeiger: http://www.ksta.de/html/fotolines/1274194270423/rahmen.shtml?9
Panasonic, 22.05.2010
2. Macht mit
Macht mit, die Aktion läuft ja trotzdem noch. Also, Stifte raus und Feuer frei.
erdbeerhase 22.05.2010
3. Unterdrückung
Es ist unglaublich wie der Westen vor dieser Unterdrückerreligion einknickt.
black wolf, 22.05.2010
4. Stimmen
Der Wettbewerb hat stattgefunden, und zwar auf mehreren Seiten. Muslimische Hacker brüsten sich im Web ausdrücklich mit der Zerstörung gegnerischer Seiten. Nun ist er vorbei und war ein voller Erfolg. Er hätte ins Leere gehen können, aber es gab genug Muslime die einmal mehr mit Zensur, Morddrohungen und Cyberangriffen agierten. Hier ein paar Seiten, auf denen die gelungensten Wettbewerbsergebnisse zu sehen sind: http://friendlyatheist.com/2010/05/20/draw-muhammad-day-a-compilation/ viele weiter links finden sich in Kommentaren. http://www.mg.co.za/zapiro/all Auch die pakistanische Seite www.chowrangi.com scheint momentan offline zu sein. Dort war es möglich, von innerhalb und ausserhalb Pakistans auch kritische Kommentare zu veröffentlichen. Gibt man bei facebook im Suchfenster "draw mohammad" oder "draw muhammad" ein, findet man unzählige Seiten, auf denen mehr oder weniger aktiv für und gegen die Aktion agitiert wurde. Eine pakistanische Kommentarseite zu Reaktion der pakistanischen Bevölkerung auf die Zensurbemühungen: http://forum.dawn.com/2010/05/20/banned-and-blocked/
frantonis 22.05.2010
5. Und das ist gut so
jede Religion verdient Achtung und Respekt. Deshalb ist es richtig, Internetseiten zu löschen, die diesen Frieden stören. Im deutschen Recht drückt sich das auch mit dem Pragraphen zur Störung des religösen Friedens aus. Den Islam oder eine andere Religon durch Karikaturen zu verunglimpfen ist ein Zeichen mangelnder Toleranz.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.