Spionagevirus: Virenforscher halten Flame für Stuxnet-Cousin

Virenforschern zufolge enthält der Spionagevirus Flame eine Komponente, die auch in Stuxnet zum Einsatz kam. Damit wären die beiden verwandt, auch Flame stammt wohl aus den USA oder Israel. Der Virus hatte vor allem Rechner im Nahen Osten befallen.

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dapd

Flame durchleuchtet: Verwandtschaft mit Stuxnet?

Hamburg - Beim russischen Hersteller von Antivirensoftware Kaspersky Lab ist man sicher: Zwischen dem Spionagevirus Flame und den Viren Stuxnet und Duqu bestehen verwandtschaftliche Beziehungen. Bei der Analyse des Flame-Softwarecodes wollen Kaspersky-Forscher ein Modul entdeckt haben, das in sehr ähnlicher Form auch in einer Stuxnet-Version von 2009 auftauchte. Wenn die Virenforscher recht haben, dann dürfte auch Flame den USA, Israel oder einer Koproduktion von Geheimdiensten beider Länder entstammen. Flame ist ein Spionagevirus, Stuxnet zerstörte in Iran vermutlich an die tausend Uranzentrifugen.

Das Modul, das Kaspersky Lab nachgewiesen haben will, sei als "Resource 207" bekannt. Es soll sich dabei um eines der Module handeln, mit denen man Flame für verschiedene Aufgaben aufrüsten kann - der Virus ist ein Multifunktionswerkzeug. Das Modul sei dafür verantwortlich gewesen, den Virus über USB-Sticks zu verbreiten. Der Softwarecode für diesen Verbreitungsweg sei in Flame und Stuxnet "vollständig identisch". Im Jahr 2010 sei dieses Modul dann aus neueren Stuxnet-Varianten entfernt und durch mehrere andere Module ersetzt worden, die neue, bis dahin unbekannte Sicherheitslücken in Microsoft-Software ausnutzten.

Kaspersky spekuliert, ab 2010 hätten die Entwicklerteams für Stuxnet und Flame offenbar unabhängig voneinander gearbeitet und nur noch Erkenntnisse über Sicherheitslücken ausgetauscht. Die Ähnlichkeiten zwischen Stuxnet und dem besagten Flame-Modul legten jedoch nahe, dass die Teams "Quellcode ausgetauscht haben".

Ein Schnüffler und ein Saboteur

Flame und Stuxnet hatten sehr unterschiedliche Funktionen: Der Stuxnet-Virus war augenscheinlich mit großem Aufwand speziell entwickelt worden, um über USB-Sticks in die Atomanlage Natans in Iran eingeschleppt zu werden, sich dort über das Netzwerk zu verbreiten und schließlich unbemerkt Zentrifugen zur Urananreicherung zu beschädigen. Flame dagegen war ein komplexes Spionagewerkzeug, das beispielsweise das Mitschneiden von Tastatureingaben, das Anfertigen von Bildschirmfotos und die Benutzung des Rechnermikrofons als Umgebungswanze erlaubte. Kaspersky-Forscher Alexander Gostev kommentierte in einer Mitteilung: "Die Projekte waren tatsächlich getrennt und voneinander unabhängig. Die neuen Erkenntnisse zeigen jedoch, wie die Teams in den frühen Entwicklungsphasen mindestens für ein Modul Quellcode austauschten." Die Gruppen hätten also "mindestens einmal kooperiert".

Der SPIEGEL hatte schon im vergangenen Sommer berichtet, dass Stuxnet wohl vom israelischen Geheimdienst entwickelt worden war. Vor wenigen Tagen veröffentlichte der "New York Times"-Journalist David Sanger dann ein Buch, in dem er die Entstehungsgeschichte von Stuxnet detailliert nachzeichnet und die Hauptinitiative für den Cyberangriff auf Irans Atomprogramm den USA zuschreibt. Präsident Obama habe selbst den Befehl gegeben, das geheime, in Kooperation mit Israel durchgeführte Programm mit dem Codenamen "Olympic Games" zu beschleunigen, nachdem Stuxnet von Antiviren-Fachleuten in freier Wildbahn aufgespürt worden war.

Flame wurde vor allem auf Rechnern im Nahen Osten, insbesondere in Iran, entdeckt. Von Anfang an hatte dies Spekulationen genährt, der Virus könne ebenfalls aus Israel oder den USA stammen und zur Spionage gegen Iran und andere Staaten eingesetzt worden sein.

Inzwischen hat Flame den Dienst quittiert: Erst vor wenigen Tagen wurden von einem Kontrollserver dem IT-Sicherheitsunternehmen Symantec zufolge Selbstmordbefehle an Flame-Installationen verschickt, die dafür sorgen sollen, dass sich der Schadcode selbst vollständig von den befallenen Rechnern löscht.

cis

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Sehr witzig....
tylerdurdenvolland 12.06.2012
Zitat von sysopdapdVirenforschern zufolge enthält der Spionagevirus Flame eine Komponente, die auch in Stuxnet zum Einsatz kam. Damit wären die beiden verwandt, auch Flame stammt wohl aus den USA oder Israel. Der Virus hatte vor allem Rechner im Nahen Osten befallen. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,838249,00.html
Sie scheinen also daran gezweifelt zu haben, dass die beiden aus derselben Fabrik stammen? Die Realität ist wie immer viel banaler. Selbstverständlich sind alle Staaten, natürlich auch die USA, an der Entwicklung von Viren und Trojanern interessiert mit deren Hilfe man möglichst ALLE privaten Computer unter die eigene Kontrolle bringen kann. In gewissen Situation kann man die dann aktivieren... man muss schon tief und fest schlafen, wenn sowas nicht begreifen will!
2. dumm gelaufen
Friedr.-W.H. Rahe 12.06.2012
hätte nie gedacht, daß selbst die Iraner so dämlich sind, sogar ihre wichtigen Anlagen zu vernetzen oder Software aus unsicheren Quellen einzusetzen.
3. Jaja
bluemetal 27.02.2013
Kein Windows mehr -> keine Probleme mehr Das Leben kann so einfach und sicher sein wenn man Computer und Software von echten Experten benutzt: vom Erfinder des PCs. Nach dem letzten Crash hab ich meinen PC mit diesem absurden Windows 8 weggeschmissen, meinen natürlichen Geiz überwunden und mir einen Apple Mac geholt. Einfacher, sicherer, hochwertigerer, logischer und schöner und endlich kann ich vernünftig mit einem PC arbeiten. So, nun aber bitte reichlich böse verbitterte Post, los geht's ....
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Flame-Verbreitungsgebiet (basierend auf Zahlen von Kaspersky Lab): Naher Osten im Fokus Zur Großansicht
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Flame-Verbreitungsgebiet (basierend auf Zahlen von Kaspersky Lab): Naher Osten im Fokus


Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

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