Auslieferungsverfahren Kim Dotcom zeigt sich vor Gericht

Gerichtstag für Kim Dotcom: Im Auslieferungsverfahren gegen den umstrittenen Internetunternehmer sollen die Auflagen verschärft werden. Den wartenden Reportern hatte der gebürtige Kieler nichts zu sagen.

Kim Dotcom (Archivbild): Bleibt der 40-Jährige in Freiheit?
Getty Images

Kim Dotcom (Archivbild): Bleibt der 40-Jährige in Freiheit?


Auckland - Der Absturz des Selfmade-Millionärs Kim Dotcom zeigt sich in dieser Woche in aller Härte. Erst erklärte sich der Internetunternehmer für pleite, am Donnerstag musste er dann in Neuseeland im US-Auslieferungsverfahren vor Gericht erscheinen. Er ging wortlos an den wartenden Reportern vorbei in das Gebäude, wie Fernsehbilder zeigen.

Anwälte wollen in dem Verfahren gegen Kim Dotcom die Auflagen verschärfen, unter denen der 40-Jährige in Freiheit bleiben kann. US-Ankläger werfen dem Gründer der inzwischen geschlossenen Internet-Tauschplattform Megaupload Copyright-Verletzungen in Millionenhöhe vor. Sie haben die Auslieferung beantragt. Weil sie fürchten, dass Dotcom, der in Coatesville in der Nähe von Auckland lebt, sich absetzen könnte, drängen sie auf verschärfte Auflagen.

Ursprünglich wurde laut "Radio Neuseeland" für Freitag in der Sache eine Entscheidung erwartet; allerdings wurde die Anhörung am Donnerstag gleich vertagt. Dotcom selbst hatte Anfang der Woche gesagt, ihm drohe erneut Haft. Er war auf Antrag der US-Behörden im Januar 2012 vorübergehend festgenommen worden.

Diese Woche wurde zudem bekannt, dass Dotcom pleite sein soll. "Mein Verteidigungsteam hat gekündigt, nachdem mir das Geld ausgegangen ist", soll der aus Kiel stammende Unternehmer auf der Unbound Digital Conference in London per Skype gesagt haben. Seine ganzen Geldreserven, insgesamt zehn Millionen Dollar, habe er in seine Verteidigung investiert.

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Internet-Unternehmer Kim Dotcom: Seine Villa, seine Autos und sein Hubschrauber-Landeplatz

Der Unternehmer ist für einen großspurigen und provokanten Lebensstil bekannt, der angesichts seiner Pleite nun leiden könnte. Dotcom hatte dennoch einen Artikel zurückgewiesen, der ihn als einen einsamen und verlassenen Menschen darstellte, der allein auf seinem riesigen Anwesen hause. "Ich bin ein glücklicher Mann, wegen meiner Kinder. Wenn sie nicht da wären, sähe es viel übler aus."

Einen Bildnachweis verschickte er am Tag vor dem Gerichtstermin über den Nachrichtendienst Twitter.

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yes/juh/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
jakam 27.11.2014
1.
Und wer die Aussagen von "Mr.Dotcom" glaubt....dem schenke ich einen neuen mindestens genauso peinlichen Nachnamen.
mischpot 27.11.2014
2. Wer glaubt eigentlich diesem Kieler Kim
Der hat sich an anderer Leute copyright bereichert und sich jetzt arm gerechnet und vorher die Kohle bei Seite gebracht, falls er doch in Haft und ausgeliefert werden sollte.
cap023 27.11.2014
3. Recht für Reiche und Superreiche
Keine Verteidigung ist 10 Millionen Dollar wert! Aber das ist die Existenzvernichtung à la Rechtsstaat. Gerichte und Rechtsanwälte sind die Erfüllungsgehilfen der Grossindustrie und hängen an deren Büttel. Den „Rechtsstaat“ können sich nur noch die Superreichen leisten. Die legen 100 Millionen auf den Tisch und gehen unbehelligt nach Hause. Das Preiskarrusel dreht sich.
PolitBarometer 27.11.2014
4.
Na dann ist doch alles gut. Wieso trägt der eigentlich auf jedem Foto die immergleichen Sachen?
martin2011ac 27.11.2014
5. Folgen des dot.com
Wegen solcher Typen haben Unternehmen wir Adobe, Microsoft aber auch leinere Software Unternehmen wie jb-webs.com auf SaaS umgestellt.
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