Neuseeland: Megaupload-Kim will eine Partei gründen

Kim Dotcom: Verhaftung, Fuhrpark und die Party-Razzia Fotos
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Trotz Hausdurchsuchung, Verhaftung und drohender Auslieferung in die USA - Megaupload-Gründer Kim Dotcom sorgt lautstark und medienwirksam für Schlagzeilen: Er plant mit einer eigenen Partei den Sprung ins neuseeländische Parlament.

Mit neuen Plänen macht Kim Schmitz auf sich aufmerksam und spricht von seinen politischen Ambitionen: Der als Kim Dotcom auftretende Geschäftsmann will für die neuseeländische Parlamentswahl 2014 eine eigene Partei gründen. Sie soll im Januar, pünktlich zum zweiten Jahrestag der Hausdurchsuchung in seiner Villa, ins Leben gerufen werden. Der in Deutschland geborene Schmitz war am 20. Januar 2012 bei einer Razzia in Auckland wegen angeblicher Urheberrechtsverstöße auf seiner Filesharing-Plattform Megaupload verhaftet worden.

Noch hat die von Kim Dotcom geplante Partei allerdings nicht mal einen Namen. Auch das Programm erscheint reichlich vage. Nach eigenen Angaben erhalte er aber trotzdem "viele ermutigende Botschaften" zu seinen Vorhaben mit sozialen Netzwerken. Als deutscher Staatsbürger kann Kim Schmitz kein Abgeordneter in Neuseeland werden. Dies hindere ihn jedoch nicht daran, eine eigene Partei zu gründen, sagte er der Internetseite torrentfreak.com. Der neuseeländische Premierminister John Key dagegen bezeichnete die Ankündigung des Unternehmers als reine Show. Er schlug vor, dass Dotcom die Bewegung "Partei ohne Hoffnung" nennen sollte.

Der 39-jährige Dotcom hat einen neuen Online-Dienst namens Mega gegründet und wartet auf eine Gerichtsentscheidung: Es liegt ein Auslieferungsantrag der USA vor, der ihn vor ein amerikanisches Gericht bringen könnte. Die Behörden dort werfen dem ehemaligen Chef der inzwischen abgeschalteten Internetplattform Megaupload Urheberrechtsverstöße vor. Er soll mit der massiven Verbreitung von Raubkopien ein Millionenvermögen angehäuft haben. Kim Dotcom selbst weist die Vorwürfe zurück. Bei einer Verurteilung wegen Unterschlagung und umfangreicher Urheberrechtsverletzungen drohen ihm in den USA bis zu 20 Jahre Haft.

kpg/afp

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insgesamt 15 Beiträge
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1. Er plant mit einer eigenen Partei den Sprung ins neuseeländische Parlament
hinterdir 02.09.2013
um dann Immunität zu erlangen und somit der Gefahr der Ausweisung zu entgehen.......auch eine Idee, warum nicht...
2. Es gab schon viele
heinz4444 02.09.2013
die dachten,sie wären Gott,bis sie ganz tief abgestürzt sind. Wenn die USA die Regierung in Neuseeland überzeugen wird,dass Herr Schmitz bei ihnen besser aufgehoben ist,dann wird er im US Knast ein ganz armes Würstchen sein und beim Duschen auf die Seife achten müssen.
3. Eine Partei der Raubkopierer?
spon-facebook-1810274577 02.09.2013
Zitat von sysopGetty ImagesTrotz Hausdurchsuchung, Verhaftung und drohender Auslieferung in die USA - Megaupload-Gründer Kim Dotcom sorgt lautstark und medienwirksam für Schlagzeilen: Er plant mit einer eigenen Partei den Sprung ins neuseeländische Parlament. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/kim-schmitz-alias-kim-dotcom-will-in-neuseeland-eine-partei-gruenden-a-919829.html
Eine originelle Idee! Ich hätte auch schon einen tollen Namen für diese Partei: "Die Piraten". Man muss Urheberrechtsverletzungen nur cool machen, für viel Wirbel sorgen, dann kann der Wähler gar nicht anders, als seine Stimme … Ach so, doch nicht? Mhm …
4. Herrlich
berlinero 02.09.2013
ich finde die Aktionen des Herrn Dotcom einfach nur absurd herrlich. 20 Jahre Quatsch mit denen er verdammt viel Geld auf höchst dubiose Art verdient hatte und er macht munter weiter... lol. Der digitale Antiheld unserer Zeit höchstpersönlich.
5. Urheberrechtsverletzung?
jan0sch 02.09.2013
Zitat von spon-facebook-1810274577Eine originelle Idee! Ich hätte auch schon einen tollen Namen für diese Partei: "Die Piraten". Man muss Urheberrechtsverletzungen nur cool machen, für viel Wirbel sorgen, dann kann der Wähler gar nicht anders, als seine Stimme … Ach so, doch nicht? Mhm …
Wer sich ein wenig im Reich des "Neulands Internet" auskennt weiß, dass Kim Schmitz nicht für die Inhalte veranwortlich ist, die auf der Plattform Megaupload hochgeladen wurden. Er stellt lediglich den Webspace zu verfügung. Das ganze ist eine totale Farce, nur in den USA könnte jemand wegen dieser "Straftat" ohne Gesetzesgrundlage verurteilt werden. Alles nur Show. Zudem es unzählige Anbieter im Internet gibt, die genau den gleichen Service Anbieten. Es sind die Leute strafrechtlich zu verfolgen, die die urheberrechtlich geschützten Inhalte hochladen. Wie übrigens auch nach deutscher Rechtsprechung üblich..... .......zuviele Menschen an der Macht für die das Internet nach 20 Jahren immernoch Neuland ist.....
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