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Schadsoftware im Kreditkartensystem: Hacker attackieren Nobel-Hotelkette

Geklaute Kreditkartennummern: "Ein hübsches Sümmchen" könnte bei den wohlhabenden Gästen zusammengekommen sein Zur Großansicht
DPA

Geklaute Kreditkartennummern: "Ein hübsches Sümmchen" könnte bei den wohlhabenden Gästen zusammengekommen sein

Hacker haben eine Schadsoftware in die Systeme der Edel-Hotelkette Mandarin Oriental eingeschleust; sie sind offenbar an Kreditkartendaten der Gäste gelangt.

Die Luxus-Hotelkette Mandarin Oriental ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Man habe Schadsoftware in den Kreditkartensystemen entdeckt, die von keinem Anti-Viren-Programm bemerkt worden sei, teilt das Unternehmen auf seiner Webseite mit.

Betroffen vom Datenklau sei jedoch nicht die gesamte Kette, sondern einzelne Hotels in den USA und Europa. Um welche Niederlassungen es sich handelt, verrät das Unternehmen nicht. Der Sicherheitsexperte Brian Krebs zitiert in seinem Blog jedoch Quellen, nach denen "die meisten, wenn nicht alle" der sieben Niederlassungen in den USA betroffen seien. Laut Krebs könnte das Leck schon seit Dezember bestehen. Eine Reaktion der Münchner Niederlassung der Hotelkette steht noch aus.

Nach Informationen des Unternehmens betrifft der Sicherheitsverstoß die Kreditkartennummern, nicht jedoch die persönlichen Daten der Gäste oder die Sicherheitscodes auf den Kreditkarten.

Das Unternehmen schreibt, jemand sei "ohne Erlaubnis und verstoßend gegen Zivil- und Strafrecht" in die Buchungssysteme eingedrungen. Nachdem die Schadsoftware erkannt worden war, hätten IT-Forensiker das System bereinigt, so das Unternehmen.

Experte Krebs vermutet, die Daten könnten an infizierten Kartenlesegeräten in Restaurants und anderen Geschäften innerhalb der Hotels gestohlen worden sein, nicht über die Rezeptionssysteme. Das sei bei Datenpannen anderer Hotels bereits der Fall gewesen.

"Leider werden Vorfälle dieser Art immer mehr zu einem branchenweiten Anliegen", schreibt das Unternehmen, deshalb habe man die Mitbewerber der Hotellerie gewarnt und die Sicherheitsstandards in allen Hotels verbessert.

"Ich wette, mit den Karten lässt sich ein hübsches Sümmchen verdienen", sagt Krebs. Immerhin besäßen die meisten Gäste der Hotels wahrscheinlich Kreditkarten ohne Limit. Laut der britischen Webseite der "International Business Times" zählen Helen Mirren, Sigourney Weaver, Kevin Spacey, Sophie Marceau und Christian Louboutin zu den prominenten Gästen der Häuser.

Die Mandarin Orientals sind mit rund 40 Hotels in der ganzen Welt vertreten. Laut Forbes Travel Guide kostet die Übernachtung in einem einfachen Mandarin-Oriental-Hotelzimmer in New York rund 750 Euro.

kbl

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