Hackerangriff Kinderporno-Bilder auf Website von KZ-Gedenkstätte Mauthausen veröffentlicht

Die Innenministerin spricht von einem "kranken, kriminellen Angriff": Hacker haben auf der Website der österreichischen KZ-Gedenkstätte Mauthausen kinderpornografische Bilder platziert.

KZ-Gedenkstätte Mauthausen: Ungefähr 200.000 Personen waren hier einst inhaftiert
REUTERS

KZ-Gedenkstätte Mauthausen: Ungefähr 200.000 Personen waren hier einst inhaftiert


Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sprach von einem "kranken, kriminellen Angriff", der zutiefst verabscheuungswürdig sei. Experten des Innenministeriums würden den Betreibern der Website helfen, sie schnellstmöglich in der gewohnten Form wieder online zu bringen.

Die Seite ist derzeit nicht erreichbar, stattdessen erwartet Besucher ein kurzer Text auf weißem Untergrund, der über den Angriff informiert. Es seien bereits Ermittlungen eingeleitet worden, heißt es dort.

Der Angriff erfolgte am 70. Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht, mit der der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende ging. Mauthausen war das größte Konzentrationslager der Nationalsozialisten auf dem Gebiet des heutigen Österreich.

Rund 200.000 Menschen aus Europa und der Sowjetunion waren in dem Lager und seinen 49 Außenstellen inhaftiert. Rund die Hälfte von ihnen wurde ermordet oder starb an Hunger, Krankheiten oder der Arbeit in den Steinbrüchen und Munitionsfabriken, die zu dem KZ gehörten. Das Lager wurde am 5. Mai 1945 von US-Truppen befreit.

"Dieser miese Hackerangriff und das Ersetzen der Inhalte durch kinderpornografische Darstellungen ist einfach nur widerlich und zeigt, welchen Geistes die Täter sind", sagte der Vorsitzende des Mauthausen-Komitees Österreich, Willi Mernyi.

cis/AFP/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.