Urteil im Gema-Streit: YouTube muss alle neuen Uploads prüfen

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Jetzt könnte es für YouTube teuer werden: Ein Gericht hat entschieden, dass die Plattform bei jedem neuen Upload prüfen muss, ob der Beitrag die Rechte von Gema-Mitgliedern verletzt. Es geht derzeit nur um sieben Werke, doch die umfassende Prüfpflicht könnte leicht auf weitere Stücke ausgeweitet werden.

Das Urteil des Hamburger Landgerichts ist ein Erfolg für die Gema. Nicht der ganz große, denn das Gericht hat YouTube im Streit um von Dritten hochgeladene Musikclips nicht als Täter verurteilt, sondern nur als Störer. Das Gericht argumentiert: YouTube macht sich die Videos nicht zu eigen, die andere dort hochladen. YouTube ist ein Hosting-Anbieter, eine Plattform, die von Dritten für Rechtsverstöße genutzt werden kann. Zum Beispiel, wenn sie Videos mit jenen sieben Liedern von Komponisten und Textautoren hochladen, deren Rechte die Gema in dem Hamburger Verfahren vertritt.

Doch das Gericht hat die Prüfpflichten für YouTube recht hoch angesetzt. Die Gema muss nicht jeden neuen Upload der Werke bei YouTube melden, der die Rechte der sieben Künstler verletzt. YouTube hat ab sofort alle zumutbaren Maßnahmen zu ergreifen, damit die Werke nicht wieder auf der Videoplattform veröffentlicht werden. Sonst drohen Ordnungsgelder.

Diese Prüfpflicht gilt ab sofort, auch wenn YouTube oder die Gema oder beide in die nächste Instanz gehen. Solange es kein neues, anderslautendes Urteil in der Sache gibt, muss YouTube die Uploads seiner Nutzer mit einer Filtersoftware vorab prüfen. Das dürfte für YouTube einigen Aufwand bedeuten - pro Minute laden Nutzer nach Angaben des Portals 60 Stunden neues Videomaterial hoch. Da hilft es wenig, dass YouTube nicht auch noch das bestehende Material nicht komplett scannen muss.

Das Gericht hat YouTube konkrete Auflagen gemacht, wie das Unternehmen neue Uploads der bislang sieben Werke zu verhindern hat. Diese Auflagen dürften Google nicht gefallen, denn sie können sehr leicht eine Menge Aufwand und Kosten verursachen.

YouTube muss sich kümmern, nicht die Gema

Google hatte im Vorfeld des Verfahrens angeboten, dass die Gema das sogenannte Content-ID-System der Plattform nutzt, um Musikclips zu identifizieren, deren Komponisten und Textautoren die Verwertungsgesellschaft vertritt. Das Content-ID-System sieht vor, dass die Rechteinhaber eigenständig Referenzdateien in eine YouTube-Datenbank laden. Anhand dieser Vorlagen erkennt die YouTube-Software dann Clips, welche dieselbe Musikaufnahme enthalten. Die Rechteinhaber geben bei Content-ID an, wie YouTube mit diesen Funden umgehen soll.

Das Gericht hat aber entschieden, dass die Gema nicht zwangsläufig dieses System nutzen muss. YouTube kann die Gema nicht gegen ihren Willen in den Prozess der Verhinderung von Uploads einbinden. Die Gema hat der Plattform nur mitzuteilen, um welche Titel welcher Interpreten es geht. Das kann sie in jeder Form tun, per E-Mail, Fax oder Datei-Upload. Die Gema entscheidet das, nicht YouTube.

Ein weiteres Detail der Entscheidung im Hinblick auf die Form der Prüfung dürfte YouTube die Arbeit erschweren. Das Gericht hat entschieden, dass die Videoplattform zusätzlich zum Content-ID-System auch einen Wortfilter nutzen muss. Das Gericht argumentiert so: Die Komponisten und Textdichter haben das Recht an allen Formen der Interpretation ihrer Werke, doch Content-ID kann nur eine bestimmte Aufnahme erkennen. Einen Live-Auftritt könnte das System zum Beispiel übersehen, obwohl der Autor auch hier die Rechte an seinem Text oder seiner Komposition hat.

Wortfilter gegen Live-Auftritte und Interpretationen

Der Wortfilter soll helfen, solche Uploads erkennen. Diese Entscheidung könnte das Einfallstor für eine Reihe weiterer Prüfpflichten in der Zukunft sein. Einen Wortfilter hat das Gericht nun ausdrücklich aufgeführt, weil allgemein bekannt ist, dass diese Technik funktioniert. In Zukunft können Gerichte bei solchen Entscheidungen zu Prüfpflichten von Hosting-Anbietern aber auch andere, zumutbare Technik aufführen. Wenn einmal anerkannt ist, dass eine Technik hinlänglich funktioniert, die Melodien oder Texte erkennt, kann es sehr gut sein, dass YouTube diese Verfahren wird einsetzen müssen.

Nach der gängigen Rechtsprechung zu Verfahren wie Wortfiltern wird YouTube die entsprechenden Filter kontinuierlich erweitern müssen. Wenn die Gema feststellt, dass Menschen Rolf Zuckowskis Lied "Im Kindergarten" bei YouTube als R01f Zuckowski hochladen und das YouTube mitteilt, wird YouTube seinen Wortfilter entsprechend erweitern müssen.

Es ist anzunehmen, dass die Prüfverfahren einigen Aufwand für YouTube mit sich bringen werden: Einerseits will man Nutzer nicht verärgern, weil zum Beispiel ein Video von Rolf Zuckowskis Besuch in einem Kindergarten gesperrt wird. Andererseits muss die Plattform prüfen, ob sich nicht vielleicht doch ein Mitschnitt einer Live-Aufführung des entsprechenden Songs unter dem Videotitel "Rolf Zuckowski im Kindergarten" verbirgt. Das werden Menschen beurteilen müssen - und die Arbeit von Menschen kostet Geld.

Mehr Druckmittel für Gema

Die Gema hat dank der Entscheidung des Landgerichts mehr Potential, Druck gegen YouTube zu machen: Die Verwertungsgesellschaft könnte die Liste der sieben zu sperrenden Werke leicht um neue erweitern. Hierzu ist kein neues Gerichtsverfahren nötig, sobald die Gema bemerkt, dass bei YouTube ein Werk eines von ihr vertretenen Künstlers abrufbar ist, kann sie Googles Videoplattform eine E-Mail oder ein Fax mit Angaben zum entsprechenden Titel schicken. YouTube unterliegt ab Kenntnis dieses Rechtsverstoßes auch für diesen neuen Titel den vom Hamburger Landgericht nun formulierten Prüfpflichten.

Das Urteil entspricht einem seit Jahren zu beobachtenden Trend in der Rechtsprechung zur Haftung von Online-Plattformen: Sie gelten zwar als Hosting-Provider und genießen entsprechende Haftungsprivilegien, sind zum Beispiel erst ab Kenntnis konkreter Rechtsverstöße dafür verantwortlich, diese abzustellen. Doch zugleich erweitern deutsche Gerichte bei Videoplattformen, die über reines Webhosting hinausgehen, die Prüfpflichten wie nun bei YouTube.

Für YouTube dürfte eine Einigung mit der Gema auf eine Lizenz durch das Urteil attraktiver geworden sein. Andererseits könnte die Gema bei der eigentlichen Streitfrage - soll YouTube pro Abruf eines Clips zahlen oder nicht - nun noch weniger kompromissbereit auftreten als bisher. Wie das Gericht so schön bei der Verkündung formulierte: "Welche Schlüsse in Zukunft aus der Entscheidung zu ziehen sind, wird sich in Zukunft zeigen."

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Um diese Titel ging es beim YouTube-Urteil
Komponist/Autor Titel Interpret/in Jahr
Christian Bruhn "Zwei kleine Italiener" Conny Froboess 1962
Christian Bruhn "Akropolis adieu" Mireille Mathieu 1971
Alex Joerg Christensen "Ritmo de la noche" Chocolate 1990
Alex Joerg Christensen "Sex An Der Bar" Alex C. feat. Y-Ass 2008
Alex Joerg Christensen "Night in Motion" U96 1993
Michael Cretu "In The Shadow, in The Light" Enigma 2003
Frank Dostal "Lieder, die die Liebe schreibt" Nana Mouskouri 1978
Alexander Kaiser "I feel like you" X-Perience 2007
Hajo Lewerentz (Hayo Panarinfo; Hayo Bauer; CKioni) "Club Bizarre" U96 1995
Franz Reuther (Frank Farian) "Rivers of Babylon" Boney M. 1978
Rolf Zuckowski "Lieder, die wie Brücken sind" Rolf Zuckowski 1982
Rolf Zuckowski "Im Kindergarten" Rolf Zuckowski 1994

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insgesamt 511 Beiträge
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1. Weltfremd
qranqe 20.04.2012
Unglaublich! Mir fällt dazu echt nichts mehr ein. Durch seine technik- und fortschrittsfeindliche Rechtsprechung bringt sich Deutschland um seine eigene Zukunft. Wir müssen das Urheberrecht nicht abschaffen, aber es muss ein Fair Use nach US-Vorbild her und weniger Störerhaftung.
2.
spon-1255481566536 20.04.2012
Leute benutzt einfach eine von diversen Proxy Seiten um für Deutschland gesperrte Videos zu schauen. Das Internet bleibt frei da kann auch die GEMA nichts dran ändern.
3. Wem nutzt's?
kaiser-k 20.04.2012
Der/die Urheber sollte(-n) selbst bestimmen können, was im Netz veröffentlicht werden darf, und was nicht. Beispiel: Fragt man als Filmemacher beim Verlag, der Plattenfirma oder sonstigen Rechte-Inhabern eines Stückes an, ob man dieses als Untermalung, sprich: als künstlerische Erweiterung ohne kommerzielle Interessen für sein YouTube-Filmchen benutzen darf, so bekommt man von deren Rechtsabteilungen (mangels Interesse und Aufwand) niemals eine Antwort. Da nutzt keine Namensnennung im Abspann oder Verlinkung zu ITunes etc.. So bleibt nur noch das halb-gare Gedudel von Royalty-free-Music-Portalen oder Augen-zu-und-durch. Natürlich ist die reine Veröffentlichung des Songs bei YouTube mit einem hübschen Bild des Künstlers oder Sonnenuntergang in der Tat recht fragwürdig, da es sich ja hierbei kaum um eine künstlerische Erweiterung handelt, aber dennoch liegt in beiden Fällen ja ein hoher weiblicher Effekt für das jeweilige Stück vor, oder? Ein Großteil der Nutzer kauft ja dann auch brav bei Itunes das Stück. Anstatt sich zu vor dem Kadi zu bekriegen, sollten beteiligte Interessenvertreter sich vielleicht ein neues, zeitgemäßes Model überlegen: Zum Beispiel den Verkauf von Lizenzen für die nicht-kommerzielle Nutzung (mit Namensnennung und Verlinkung) - einfach und schnell online erhältlich. Ich bin mir sicher, dass dies einige Portemonnaies der Künstler, wie auch Vertriebsgesellschaften und so auch der GEMA füllen würde. Im Moment scheint mir - und so offensichtlich auch vielen anderen 'Usern' - die GEMA einfach nur anachronistisch und selbstverliebt, wie ein alter Mann vor'm Spiegel, die Faust geballt zu John Bon Jovi - die CD, die er bei WOM für 21 Mark ergattert hat - in der anderen Hand ein Glas Valpolicella. Gleich wird er Whitney Houston auflegen - und vielleicht weinen. OK. Phantasie durchgegangen.
4. Hä?
movfaltin 20.04.2012
Zitat von sysopdapdJetzt könnte es für YouTube teuer werden: Ein Gericht hat entschieden, dass die Plattform bei jedem neuen Upload prüfen muss, ob der Beitrag die Rechte von Gema-Mitgliedern verletzt. Es geht derzeit nur um sieben Werke, doch die umfassende Prüfpflicht könnte leicht auf weitere Stücke ausgeweitet werden. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,828801,00.html
Diese Einleitung ist nicht ganz unrichtig, aber irreführend. Damit youtube zur Löschung verpflichtet ist (wohl gleichbedeutend damit, dass sich ein Rechtsanspruch ableitete), muss ein Anzeigen seitens der GEMA erfolgen. Überdies muss generell eine automatische Prüfung erfolgen; ein Versagen dieses Automatismus schlüge sich aber wohl nicht direkt darin nieder, dass es teuer würde. Dazu bedürfte es nach wie vor des Hinweises an youtube seitens der GEMA, der dann von youtube ignoriert wird. Oder hab ich was falsch verstanden?
5.
kleinholz 20.04.2012
Jeder 12jährige in Deutschland weiß, wie man diese Sperre in höchstens 10 Sekunden umgehen kann. Die Nichtkenntnis des Netz seitens der Gema ist beispiellos.
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So funktioniert die Gema
Die Gema
Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) ist eine sogenannte Verwertungsgesellschaft, in der sich die Rechteinhaber von musikalischen Werken organisiert haben.
Das macht die Gema
Die Gema sammelt für Sende- und Aufführungsrechte Gebühren ein bei Plattenfirmen und Konzertveranstaltern, Fernseh- oder Radiosendern. Wer einen CD- oder DVD-Rohling kauft, zahlt eine Abgabe an die Gema. Auch jeder Kneipier, der Radio dudeln lässt, jeder Organisator eines Straßenfestes muss Abgaben zahlen – solange dort Gema-pflichtige Musik läuft, also im Zweifelsfall immer.
Ausschüttung
Anschließend schüttet die Gema das eingesammelte Geld nach einem extrem komplizierten Schlüssel wieder an ihre Mitglieder - die Komponisten, Textdichter und Musikverleger - aus.
Twitter zu #Youtube #Gema

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Glossar der Musikindustrie
Independent / Major
Als unabhängige Label gelten alle Plattenfirmen, die nicht zu den vier großen international tätigen Unternehmen Sony Music, Emi, Warner Music und Universal Music gehören. Die großen vier (Majors) machen 70 bis 80 Prozent des Musikumsatzes weltweit - der Rest entfällt auf die kleinen Independent-Labels. Zum Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT) gehören in Deutschland 1200 Firmen, der internationale Indie-Verband Merlin hat nach eigenen Angaben um die 12.000 Mitglieder.
Label
Welche Arbeit die Plattenfirma für den Künstler erledigt, ist von Vertrag zu Vertrag unterschiedlich. Ein Extrafall ist der sogenannte Bandübernahmevertrag: Da gibt ein Künstler eine fertige Produktion ab, das Label organisiert nur noch Hersteller und Promo, wickelt die Abrechung ab. Ein Label kann aber auch die Produktion finanzieren und organisieren. Je mehr das Label erledigt, umso höher ist in der Regel dessen Anteil an den Einnahmen. Wenn das Label die Aufnahme bei einem anderen, vielleicht professionelleren Produzenten finanziert hätte, würde es mit dem Künstler einen sogenannten Künstlervertrag und mit dem Produzenten einen Produzentenvertrag abschließen. Bei fast allen Verträgen trägt letztendlich das Label das Warenrisiko: Wenn weniger Platten gekauft werden als produziert wurden, bleibt das Label auf den angefallenen Kosten für Herstellung und Werbung sitzen.
Musikverlag
Während die Label Vervielfältigungs- und manchmal auch Leistungsschutzrechte wahrnehmen, werten Musikverlage die Urhebernutzungsrechte der Musiker an ihren Kompositionen und Texten aus. Sie kümmern sich um die Gema-Abrechnung, auch der Live-Auftritte, und manche Verlage bemühen sich, die von ihnen betreuten Stücke Radiostationen und Werbeagenturen anzupreisen, in Spielfilmen zu platzieren, und überwachen, dass die Werke nicht von anderen ohne Genehmigung bearbeitet werden. All das kann ein Musiker auch selbst machen - ein Verlag nimmt ihm gegen Beteiligung die Arbeit ab. Manche Verlage beschäftigen eigene Mitarbeiter, die sich um die Verwertung in Radio und Werbung bemühen, um zusätzliche Einnahmen für Künstler und Verlag zu erzielen. Inzwischen bauen viele Label eigene Verlage auf, um mehr Rechte auszuwerten.
Booking
Die Booking-Agentur organisiert die Live-Auftritte eines Künstlers. Großen Stars zahlen solche Agenturen oft vorab ein hohes Garantiehonorar aus, das sie dann refinanzieren müssen. Die meisten Booking-Agenturen arbeiten aber auf Provisionsbasis - ein Anteil von 20 Prozent an den Einnahmen der Künstler ist gängig.
360-Grad-Vertrag
Das Schlagwort bezeichnet die Strategie von Labels, mit Künstlern nicht mehr allein beim Tonträger-Vertrieb zusammenzuarbeiten, sondern auch bei der Auswertung von Urhebernutzungsrechten (als Musikverlag), beim Livegeschäft (als Booker) und beim Merchandising.
Gema
Die Gema nimmt Gebühren für alle Verwertungen von Musik ein, die das Urheberrecht an den Stücken betreffen. Wer CDs mit vom Gema-Vertragspartner geschriebener Musik herstellt, die Songs digital verkauft, in Werbespots nutzt, live spielt oder im Netz als Download, Stream oder im Webradio vertreibt, zahlt dafür Gebühren. Die Gema schüttet die Einnahmen - nachdem die Verwaltung bezahlt ist - an Komponisten, Autoren oder ihre Musikverlage aus.
GVL
GVL steht für Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten. Ein Leistungsschutzrecht bezieht sich immer auf die bestimmte Aufnahme eines Stücks. Wer daran Leistungsschutzrechte hält, hängt von den Produktionsverträgen ab. Im Prinzip hat jeder ein Leistungsschutzrecht an einem Stück, der Musik einspielt oder einsingt. So können auch Produzenten Leistungsschutzrechte an einer Aufnahme haben oder Labels, wenn sie die Produktion abgewickelt haben. Wenn ein Musiker im Studio seine Stück selbst einspielt, erwirbt er auch Leistungsschutzrechte an dieser Aufnahme, genauso wie bezahlte Studiomusiker. Der Verkauf der Musik im Laden oder Download-Shop ist die Erstverwertung dieser Rechte - dafür kriegen die Musiker in der Regel einen Vorschuss und einen Teil der Einnahmen. Wenn die von ihnen eingespielte oder produzierte Musik aber im Radio, Fernsehen oder Kaufhaus läuft, bei Veranstaltungen abgespielt wird, müssen die Sender und Veranstalter für diese Zweitverwertung der Rechte an die GVL zahlen. Diese Zusatzeinnahmen schüttet die GVL an die Mitglieder aus.


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