Leistungsschutzrecht: Bundestag will nun auch Google hören

Neue Anhörung zum umstrittenen Leistungsschutzrecht: Der Unterausschuss des Bundestags für Neue Medien will Google zur geplanten Google-Steuer befragen. Das Thema: Brauchen Suchmaschinen und andere Aggregatoren künftig Lizenzen von deutschen Verlagen, um deren Inhalte zu nutzen?

Google-Website: Verlage wollen Lizenzen an Suchmaschinen vergeben Zur Großansicht
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Google-Website: Verlage wollen Lizenzen an Suchmaschinen vergeben

Hamburg - Nun dürfen auch Google-Lobbyisten mitreden. Am kommenden Montag will der Bundestagsunterausschuss Neue Medien bei einer Anhörung Experten zu dem von der Regierung geplanten Leistungsschutzrecht anhören. Zum ersten Mal soll auch ein Google-Vertreter von Abgeordneten befragt werden. Ein eigenes Expertengespräch hat die schwarz-gelbe Mehrheit in dem Ausschuss verhindert, die Anhörung findet während einer regulären Sitzung statt. Geladen sind:

  • Arnd Haller, Justiziar von Google Deutschland
  • Thomas Höppner vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger
  • Dirk Lewandowski, Informatiker an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
  • Michael Steidl vom International Press Telecommunications Council

Bei der Expertenanhörung des Rechtsausschusses Ende Januar war kein Google-Vertreter geladen. Bei dem umstrittenen Leistungsschutzrecht geht es darum: Die deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage fordern ein neues Gesetz. Sie wollen, dass Suchmaschinen und Dienste, die Artikelanrisse sammeln und bündeln, dafür künftig eine Lizenz benötigen. So könnte ein Verlag beispielsweise von Google Geld dafür verlangen, dass in Suchergebnissen und bei anderen Google-Diensten mehr als nur der bloße Link und die Überschrift eines Nachrichtenartikels steht.

Die Verlage wollen nicht länger zusehen, wie Google und andere Unternehmen mit Hilfe der Verlagsinhalte Geld verdienen, während ihre eigenen Websites trotz Onlinewerbung vielfach noch Zuschussgeschäfte sind. Allen voran Christoph Keese vom Axel-Springer-Verlag hat die Bundesregierung von der Notwendigkeit des Gesetzes überzeugt. Das Justizministerium hat sich zunächst viel Zeit gelassen und dann einen hastigen Entwurf vorgelegt. Google lehnt das Gesetz vehement ab.

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Typisch blöd mal wieder
klartext 21.02.2013
Google bereitet sich Jahre vorher auf das Gespräch vor und klopft alle Möglichkeiten mit Juristen ab weil diese wissen was kommen wird es ja absehbar und unsere tollen Politiker mit einen hastigen Entwurf voran und 4 Experten Nasen. Wie blöd sieht das den nun aus? Dann warte ich doch lieber ein Jahr länger und bereite mich gut vor stelle ein Gremium von Experten zusammen damit mein Vorhaben auch von Erfolg gekrönt ist... Schließlich geht es doch im die deutsche Presse Unabhängigkeit ...finanzielle Unabhängigkeit ...neue Steuereinnahmen ... Um Das Wohlergehen des Volkes in diesem oben genannten Zusammenhang ... Mein Gott kotzt mich diese Unfähigkeit an es kann doch nicht sein das normale Bürger die den Bildungsstand einer Waschmaschine haben mehr Brainstorming besitzen als so hochkarätige gut ausgebildete Politiker
2. Komisch ...
Dilbert0815 21.02.2013
Das sich wirschaftsverbände direkt an die politik wenden ist ja nicht neues, aber die art wie in der deutschen presse ausgerechnet der Springer Keese als 'weisser' ritter dargestellt wird ist mittlerweile unerträglich. Halten Sie den leser für wirklich so blöd? Liebe verlage, wenn ihr das zitatenrecht ausheben wollt, dann nur weiter so. Und im übrigen, kopieren tut nicht Google, kopieren tut ihr selber untereinander. 90% EURER artikel sind nichts weiter als ein plagiat anderer artikel, meistens genauso unkenntlich wie bei einer Guttenbergschen doktorarbeit. Man nehme ein x-beliebiges 'echtes' interview und verfolge dann man wer da was kopiert. Das ist NICHT Google, das sind eure duzzenden an depedancen in anderen redaktionen oder von euch unterhaltenen onlinepublikationen. Korrekte verweise auf das orginalinterview findet man dabei eher selten. In schlimmsten falle erfrecht man sich BamS als quelle anzugeben, alleinig stellt sich bei der recherche raus, BamS hat auch nur geklaut, und das meistens auch noch schlecht. Tut euere arbeit endlich unabhängig und auf fakten basierend. Sonst war ich längste zeit ihr abbonent! Und hört endlich auf mit dem subtilen Google gebashe, das langweilt und SO leicht zu durchschauen.
3. Wenn Dummheit weh täte...
Deluge 21.02.2013
Zitat von sysopDie Verlage wollen nicht länger zusehen, wie Google und andere Unternehmen mit Hilfe der Verlagsinhalte Geld verdienen,
Es ist schon tausend mal gesagt worden, aber trotzdem: Sie brauchen nicht zusehen! Mit robots.txt Google - auch ganz selektiv - aussperren, schon haben sie das. Aber sie wollen dennoch gefunden werden? ... Man kann eben nicht beides haben. Eigentlich kann es nur eine Antwort auf die Idee mit dem Leistungsschutzgesetz geben - so etwas wie eine Strassenverkehrordnung für das Web: Man darf ja auch nicht mit einem Ochsenkarren auf eine Autobahn. Daher: Wer robots.txt nicht kennt und anzuwenden weiss, darf keinen grossen Webserver betreiben!
4. ich sehe kein Problem...
katrasenforense 21.02.2013
Wenn man mal bei google-news reinschaut, findet man nur Appetithäppchen, die einen zum klicken verleiten. Nirgendwo finde ich einen Ersatz zum vollständigen Artikel... oder bin ich blind?
5.
Join_Me 21.02.2013
Zitat von sysopNeue Anhörung zum umstrittenen Leistungsschutzrecht: Der Unterauschuss des Bundestags für Neue Medien will Google zur geplanten Google-Steuer befragen. Das Thema: Brauchen Suchmaschinen und andere Aggregatoren künftig Lizenzen von deutschen Verlagen, um deren Inhalte zu nutzen? Leistungsschutzrecht: Bundestag will nun auch Google hören - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/leistungsschutzrecht-bundestag-will-nun-auch-google-hoeren-a-884593.html)
Soll Google doch die "Verleger" aussperren. Dann werden die "Verleger" schon sehen, was sie davon haben.
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