Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Löschanträge an Suchmaschine: Google vergisst nur in Europa

Bei Google können Nutzer nun Löschanträge stellen. Unklar bleibt, welche Treffer der Suchmaschinenbetreiber später tatsächlich entfernt. Fest steht aber: Nur EU-Länder bekommen die gefilterten Ergebnisse.

Google-Logo: Europäische Nutzer suchen künftig mit Filter Zur Großansicht
DPA

Google-Logo: Europäische Nutzer suchen künftig mit Filter

Am Freitag hat Google ein Formular veröffentlicht, mit dem Betroffene unliebsame Treffer über sich beanstanden können sollen. Denn der Europäische Gerichtshof hatte entschieden, dass die Suchmaschine auf Antrag veraltete, irrelevante oder anderweitig unangenehme Treffer löschen muss: ein "Recht auf Vergessenwerden".

Aus dem Internet verschwinden diese Inhalte damit allerdings nicht. Auch sollen nur Google-Nutzer in der Europäischen Union die gefilterten Ergebnisse angezeigt bekommen. Nutzer außerhalb der Mitgliedstaaten, also etwa in den USA, sollen weiterhin die komplette Trefferliste angezeigt bekommen. Dabei will Google die Spracheinstellung des Nutzers beachten.

Google-Sprecher Kay Oberbeck sagte: "Die Vorgaben des Gerichts verlangen von Google, eine schwierige Abwägung vorzunehmen: zwischen dem Recht des Einzelnen, vergessen zu werden, und dem Recht der Öffentlichkeit auf Information." Ein Experten-Beirat soll sich damit jetzt befassen.

Möglich ist, dass eine Schlichtungsstelle, in der unter anderem die offiziellen Datenschützer sitzen, die Suchmaschine dabei unterstützt. Bis das Verfahren steht, sammelt der Konzern nun Anträge.

ore

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 71 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Das Netz vergisst nicht - niemals
jjcamera 30.05.2014
Zitat von sysopDPABei Google können Nutzer nun Löschanträge stellen. Unklar bleibt, welche Treffer der Suchmaschinenbetreiber später tatsächlich entfernt. Fest steht aber: Nur EU-Länder bekommen die gefilterten Ergebnisse. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/loeschantraege-an-google-suchmaschine-will-nur-in-europa-sperren-a-972523.html
Das Netz vergisst nicht. Wer das glaubt, hat sich nicht mit der Sache befasst.
2. Nicht nur Google muß Daten weltweit aus Suchindex nehmen
bazingabazinga 30.05.2014
Auch Ask, Bing und andere Suchsysteme müssen Einträge europäischer Bürger aus der Datenbank entfernen - und zwar komplett! Wenn die Suche in den USA möglich ist, kann man auch als deutscher Nutzer über einen Proxy die Daten von Deutschland aus finden. Auch aus dem Ausland darf man gesperrte Einträge nicht finden. Suchsysteme, die sich nicht daran halten müssen in der EU gesperrt werden. Zwar kann man dann auch über Umwege Google aufrufen, es entzieht Google aber die Geschäftsgrundlage, weil Google dann zum Beispiel keine Locationdaten bekommt. Zwar sind alternative Suchsysteme derzeit nicht so gut wie Google, aber es ist nur eine Frage der Zeit bis andere Suchsysteme, die sich an EU-Recht halten genau so gut oder besser sind. Hier muß das EU-Gesetz, dass EU-Bürger schützen soll, nachgebessert werden.
3. Google ist schwachsinnig
plagiatejäger 30.05.2014
Offenbar versucht Google auch weiterhin zu tricksen. Das wird ein sicherer Untergang für Big Brother, wenn hier keinsterlei Umdenken passiert. Selbstverständlich bezieht sich die Löschung von persönlichen Daten auf das weltweite Internet. Damit disqualifiziert sich Google immer weiter wie auch facebook. Die große Google-Blase beginnt damit zu platzen. Was ist eigtl. aus AOL geworden... die hatten auch mal probiert, bei meinem Probeabo Daten zu speichern - und schon sind sie gescheitert.
4. Welche Spracheinstellung?
Anay2 30.05.2014
Zitat von sysopDPABei Google können Nutzer nun Löschanträge stellen. Unklar bleibt, welche Treffer der Suchmaschinenbetreiber später tatsächlich entfernt. Fest steht aber: Nur EU-Länder bekommen die gefilterten Ergebnisse. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/loeschantraege-an-google-suchmaschine-will-nur-in-europa-sperren-a-972523.html
Welche Spracheinstellung? (1) Die des Betriebssystems des Nutzers? (2) Die des benutzten Browsers? (3) Die der Google-Seite? (4) Oder die der Google-Suche? (5) Oder wird doch die IP-Adresse wichtig? Bei mir ist es: (1) deutsch (2) abhängig vom Browser: deutsch, englisch (3) englisch international (4) englisch, deutsch, spanisch, französisch, holländisch, portugiesisch (5) abhängig vom VPN-Server Was macht Google, wenn ich mit einer schwedischen IP-Adresse (oder einer japanischen, einer iranischen etc.), einem deutschen Betriebssystem und einem englischen Browser die internationale englische Google-Seite besuche und neben englischen Inhalten auch solche in europäischen Sprachen durchsuche?
5. Löschknopf scheitert
elhobbo 30.05.2014
Es ist zumindestens sehr fraglich ob die Informationen nicht mehr abrufbar sind. Erstens sind sie noch vorhanden und werden lediglich in Europa nicht mehr bei Google angezeigt. Aber erstens gibt es ja noch andere Möglichkeiten Informationen zu suchen, Backups zu machen und auf Dritte zuzugreifen. Zweitens kann man per Proxy Google vorgaukeln, dass der Zugriff aus Amerika geschieht. Dann sollten alle Infos auch angezeigt werden. Sicherlich sollte es einRecht auf Vergessen geben. Momentan (und wahrscheinlich auch in Zukunft) scheint das jedoch unmöglich zu sein.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Bilder aus Rechenzentren: Googles Schatzkammern


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: