Facebook-Skandal Datenschützer durchsuchen Cambridge Analytica

In der Affäre um Datenmissbrauch von Facebook-Nutzern haben Ermittler Cambridge Analytica durchsucht. Das britische Analyseunternehmen soll US-Wähler mit unerlaubter Werbung für Donald Trump beeinflusst haben. 

Mitarbeiter der britischen Datenschutzbehörde
AP

Mitarbeiter der britischen Datenschutzbehörde


Im Facebook-Datenskandal ist der Londoner Sitz der Analysefirma Cambridge Analytica durchsucht worden. Rund 18 Mitarbeiter der britischen Datenschutzbehörde ICO durchsuchten am Freitagabend die Büros des Unternehmens, wie britische Medien berichteten.

Zuvor hatte ein Richter am Londoner High Court einen Durchsuchungsbeschluss ausgestellt. Dieser war von der Leiterin der Datenschutzbehörde, Elizabeth Denham, beantragt worden.

Cambridge Analytica steht im Zentrum des Skandals um den mutmaßlichen Datenmissbrauch bei Facebook. Das Analyseunternehmen soll die Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern illegal für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgewertet und eingesetzt haben. Die Affäre hat international zu scharfer Kritik an Facebook geführt.

US-amerikanische und europäische Regierungschefs haben Erklärungen dafür gefordert, wie die britische Beraterfirma an die Daten gekommen ist und weshalb Facebook es versäumte, seine Nutzer über das Leck zu informieren.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte eingestanden, dass das Unternehmen Fehler im Umgang mit den Daten von rund 50 Millionen Nutzern gemacht habe. Er versprach Schritte einzuleiten, um den Zugriff auf Daten zu erschweren. Unternehmen wie Tesla, die Commerzbank und Mozilla hatten zuvor ihre Facebook-Seiten stillgelegt.

ans/AFP/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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Bibs1980 24.03.2018
1. Skandal? Geschäftsmodell!
Wieso ist das jetzt eigentlich ein Skandal? Nur weil befürchtet wurde, die Daten könnten mit dazu beigetragen haben, dass Trump zum POTUS wurde? Noch vor ein paar Jahren wurde genau die selbe Methode - über eine Facebook-App die Netzwerke der User zu "erkunden" - von Barack Obama's Wahlkampfteam verwendet. Die "Statistiker" wurden damals für ihren effektiven, zielgerichteten Wahlkampf beklatscht. Nein, das Problem ist nicht Cambridge Analytica, sondern Facebook in seiner abscheulichen Datensammelwut. Es ist das Geschäftsmodell von Facebook, alles über die User und deren Netzwerke zu wissen und meistbietend zu verhökern.
dendro 24.03.2018
2. Na sowas
Die Firma wartet bestimmt schon seit Tagen auf die Durchsuchung und hat derweil schon mal alle strafrechtlich relevanten Unterlagen für den Staatsanwalt bereit gelegt. Ganz oben auf die bzgl. Wahlkampfunterstützung für Donald Trump. Und daneben die ganzen brisanten Fälle, die noch gar nicht bekannt sind. Schließlich unterstützt man die Staatsgewalt, wo man nur kann. Das ist Ehrensache!
thinking_about 24.03.2018
3. Bei dem riesigen
Datenabgriff der Firma auf Facebook zur Wahlbeeinflussung in USA stellt sich die Frage, wer wohl der Auftraggeber gewesen ist!? Gibt es da bereits eine Spur? Was sagt die Firma denn dazu, davon hört man bisher nichts.
RetroFuturist 24.03.2018
4. Im Westen nichts Neues!
Wer mittlerweile im Jahr 2018 - nach zig kleineren und größeren Datenskandalen (NSA, Microsoft, Snowden...) - sich immer noch bei Facebook verortet und der Meinung ist, dass ihm das ja nicht passieren wird, dem sollte man auch nicht mehr helfen! Gut so! Sollte jemand sich freiwillig in den Ring mit einem Boxer begeben und alle Konsequenzen billigend in Kauf nehmen, heißt das, er trägt vielleicht eine schmerzhafte Erfahrung davon. Tagtäglich kommen die - ach so verzweifelten armen, bemitleidenswerten - "User" zur mir und beschweren sich, dass deren Nacktfotos , Hasskommentare und niederen verbalen Schlagabtausche doch soooo widerrechtlich und gemein sind und das geht ja schon seit Monaten so. Dann die Paradelösung "ich mach' Anzeige!", um sich aus der eigenen Verantwortung zu stehlen. Uääääh - liebe Daten-Dumpf-Bürger! Für jeden schnell ein Taschentüchlein, um die Krokodilstränen zu trocknen. Ist Facebook Pflicht? Muss ich mich exhibitionistisch präsentieren? Alles das hat zugenommen aufgrund der Tatsache, dass jeder Pfosten - und sei er noch so primitiv und unterbelichtet - einfach in den Blödi-Markt geht, sein Handy oder sonstiges Gadget kauft und dann mit simpler Wischi-Waschi-Technik seine App startet um dann sein Innerstes nach Außen zu kehren. Viele Dank! Ich komme aus der EDV (nicht IT!) und bin entsetzt, wie menschliche Dummheit ein einst zur Verbesserung der Welt gedachtes Medium so in den moralischen Abgrund stürzt. Schuld daran sind wir alle! Ich übrigens - mit diesem Posting hier! - auch! Herr, lass Hirn regnen!
steelseries 24.03.2018
5.
Zitat von dendroDie Firma wartet bestimmt schon seit Tagen auf die Durchsuchung und hat derweil schon mal alle strafrechtlich relevanten Unterlagen für den Staatsanwalt bereit gelegt. Ganz oben auf die bzgl. Wahlkampfunterstützung für Donald Trump. Und daneben die ganzen brisanten Fälle, die noch gar nicht bekannt sind. Schließlich unterstützt man die Staatsgewalt, wo man nur kann. Das ist Ehrensache!
Noch lustiger: in der internationalen Presse stand vor 4 Tagen, dass die Behörde einen Durchsuchungsbefehl beim zuständigen Gericht beantragt hat. Also ja - man hatte genug Zeit alle strafrechtlich relevanten Unterlagen vorsortiert bereit zu legen und Kopien digitaler Inhalte anzufertigen.
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