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Überwachung in Entenhausen: Phantomias gegen die NSA

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Lustiges Taschenbuch: Entenhausen und die NSA Fotos
Disney

Die NSA schnüffelt in Entenhausen, im aktuellen Lustigen Taschenbuch haben die Spione einen Gastauftritt. Die Geschichte "Verdächtig sicher" befasst sich kritisch mit der Totalüberwachung, die fast alle Bürger gutheißen - bis Donald zum Whistleblower wird.

Phantomias hat es schwer in diesen Tagen. Seit die NSA die ganze Stadt mit Kameras überwacht, ist Entenhausens Superheld nämlich arbeitslos: Alle Ganoven werden auf frischer Tat ertappt, oft ist die Polizei sogar schon da, bevor das Tor des Juweliergeschäfts aufgebrochen ist. In einer totalüberwachten Stadt sind Superhelden überflüssig, denn alle Straßen sind immer sicher. Oder etwa nicht?

Das aktuelle Lustige Taschenbuch "Winterzeit" (LTB 449) zeigt, dass der Überwachungsskandal des Jahres sogar bis nach Entenhausen vorgedrungen ist. Eine ganze Geschichte ist der NSA gewidmet, in diesem Fall steht die Abkürzung für eine Firma mit dem vielsagenden Namen "Nasweiser, Spicker und Ausspecht". Fast alle Bürger lieben dieses Unternehmen, das es mit seinen vielen Kameras geschafft hat, die ganze Stadt im Blick zu haben und die Kriminalität größtenteils auszurotten. Allen voran freuen sich der Bürgermeister und auch Onkel Dagobert, der seitdem kein teures Sicherheitssystem mehr für seinen Geldspeicher braucht - bekanntlich spart er gern.

Das Motto der NSA laute "Keine Heimlichkeiten", erklärt der Firmendirektor der Presse, und der Bürgermeister sagt einer Reporterin stolz: "Es ist erfreulich zu sehen, wie sich die Technik zum Wohle der Bürger bewährt." Ein soeben geschnappter Dieb kommentiert das bissig: "Zu meinem nicht! Und ich bin auch Bürger."

Oft richtet sich eine vielversprechende Technik gegen die Enten

Allerdings haben nicht nur die Gauner etwas gegen die vielen Kameras. Auch der arbeitslose Phantomias - beziehungsweise sein Alter Ego Donald Duck - ist skeptisch: "Ich denke darüber nach, was all die Kameras für uns bedeuten", sagt er, "dass wir alle rund um die Uhr überwacht werden." Das sei doch gut so, findet sein Onkel Dagobert, doch am Ende soll der überwachungskritische Superheld recht behalten.

In Wahrheit hat die Entenhausener NSA nämlich keineswegs die Sicherheit der Bürger im Sinn, sondern ganz andere Absichten. Die bringt Donald schließlich zutage - und teilt seine Erkenntnisse als eine Art Whistleblower im Internet. "Bewacht werden wollen die Menschen wohl, aber überwacht werden nicht", gibt er zu bedenken. Dazu passt auch der Titel der Geschichte von F.M. Bianchi (Story) und Luca Usai (Zeichnungen): "Verdächtig sicher".

Es ist ein bekanntes Motiv der berühmten Disney-Comics, dass sich eine zunächst vielversprechende Technologie letztlich gegen die Enten richtet. Doch auch wenn Entenhausen längst in der Moderne angekommen ist, mit seinem Entnet und Smartphones (in der aktuellen Ausgabe nutzt Primus Quack sogar schon ein "Fairfon"), so ist diese Geschichte doch überraschend nah am Tagesgeschehen.

Mit ihr geht der Skandal endgültig in die Popkultur ein, schließlich werden die Comics von ihren Fans gesammelt und manchmal über Jahrzehnte aufbewahrt. Bevor die Enthüllungen Edward Snowdens also in die Geschichtsbücher eingehen, sind sie in den Lustigen Taschenbüchern schon angekommen.

Lustiges Taschenbuch "Winterzeit" (LTB 449), Egmont Ehapa Verlag, 5,50 Euro.

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insgesamt 14 Beiträge
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1. ist nicht lustig
atech 13.12.2013
Zitat von sysopDisney Die NSA schnüffelt in Entenhausen, im aktuellen Lustigen Taschenbuch haben die Spione einen Gastauftritt. Die Geschichte "Verdächtig sicher" befasst sich kritisch mit der Totalüberwachung, die fast alle Bürger gutheißen - bis Donald zum Whistleblower wird. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/lustiges-taschenbuch-nsa-schnueffelt-in-entenhausen-a-938967.html
wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man fast darüber lachen: die ganze NSA-Affaire - nur ein Witz für unsere Allerkleinsten. Dass der Big Brother-Staat kein Witz ist über den man lachen sollte, werden die Bürger leider erst merken, wenn es zu spät ist.
2. @atech:
salamifist 13.12.2013
Meine Tochter liest zumindest noch keine "Lustigen Taschenbücher" … besser Kindern (vielleicht noch nicht den Allerkleinsten) auf diese Art und Weise ein ernstes Thema nahebringen, als gar nicht. Und wer noch nicht mitbekommen hat, dass Entenhausen ein realsatirisches Abziehbild unserer verrückten Welt ist, geht zum Lachen wohl besser in den Keller. Humor ist eben, wenn man trotzdem lacht – andernfalls haben DIE bereits gewonnen. Also: lacht sie aus!
3. "1984" ist auch nicht lustig
gerrittaffer 13.12.2013
Zitat von atechwenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man fast darüber lachen: die ganze NSA-Affaire - nur ein Witz für unsere Allerkleinsten. Dass der Big Brother-Staat kein Witz ist über den man lachen sollte, werden die Bürger leider erst merken, wenn es zu spät ist.
und "Brave New World" (
4.
Mojo81 13.12.2013
Hier wird eine alte Tradition der LTBs aufgegriffen, nämlich die Sozialkritik. Mit den (storymäßig relativ Simplen) Disney-Geschichten Amerikanischen Ursprungs haben diese Bücher in der Vergangenheit nicht viel gemein gehabt, was auch daran liegt das die Geschichten in den LTB grundsätzlich von Europäischen "Lizenzautoren" stammen. So wurden in der Vergangenheit auch schon viele andere aktuelle Themen wie z.B. Börsencrashs, die Zerstörung des Regenwaldes durch die Industrie oder der allgemeine Kommerzwahn immer wieder auf spielerische Weise durch den Kakao gezogen. Leider hatte dieser Anspruch in den letzen Jahren sehr zu leiden, was warscheinlich nicht zuletzt auf Vorgaben des Disney-Konzerns bezüglich der Charaktere zurückzuführen war. Daher ist es umso erfreulicher trotzdem hin und wieder solche Geschichten im LTB lesen zu dürfen. Dies wird jedenfalls das erste LTB der neueren Generation sein das ich mir seit Jahren mal wieder kaufen werde...
5. Entenhausen...
ANDIEFUZZICH 13.12.2013
Zitat von sysopDisney Die NSA schnüffelt in Entenhausen, im aktuellen Lustigen Taschenbuch haben die Spione einen Gastauftritt. Die Geschichte "Verdächtig sicher" befasst sich kritisch mit der Totalüberwachung, die fast alle Bürger gutheißen - bis Donald zum Whistleblower wird. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/lustiges-taschenbuch-nsa-schnueffelt-in-entenhausen-a-938967.html
...da hilft nur noch Supergoof...
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