Melderegister: Städte machen Millionen mit Datenhandel

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2. Teil: Rangliste Einnahmen je Einwohner 2011

Pendler: Bürger müssen Meldeämtern Auskunft geben, die dürfen Adressdaten weitergeben Zur Großansicht
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Pendler: Bürger müssen Meldeämtern Auskunft geben, die dürfen Adressdaten weitergeben

Welche Stadt verdient mit ihrem Melderegister besonders viel Geld je Bürger? Je weiter oben die Stadt in dieser Rangliste steht, desto mehr Gebühren je Bewohner haben Firmen, und Privatpersonen für Melderegisterabfragen bezahlt.

Dieser Wert ist interessant, weil fast alle Städte in ihren Statistiken nicht zwischen Auskünften an Firmen und an Behörden unterscheiden. Aus den Gebühreneinnahmen kann man jedoch ungefähr herauslesen, wie hoch der Anteil privater Auskünfte im Vergleich zu anderen Städten ist. Behörden zahlen keine Gebühren. Exakt ist diese Rangfolge sicher nicht - die Gebühren variieren in den Bundesländern und es gibt Rabatt für Online-Abfragen von Großkunden.

Meldedaten: Rangliste nach Einnahmen je Einwohner (2011)
Rang Stadt Auskünfte je Einwohner 2011
1. Wuppertal 1,33
2. Mannheim 1,32
3. Duisburg 1,13
4. Hamburg 1,08
5. Kiel 1,07
6. Stuttgart 1,06
7. Nürnberg 0,98
8. Dortmund 0,93
9. Düsseldorf 0,93
10. Hannover 0,87
11. Köln 0,87
12. Leipzig 0,87
13. Wiesbaden 0,82
14. Essen 0,81
15. Aachen 0,81
16. Braunschweig 0,80
17. Magdeburg 0,79
18. Frankfurt am Main 0,72
XX. Durchschnitt 0,71
19. Karlsruhe 0,69
20. Bonn 0,61
21. Freiburg im Breisgau 0,58
22. Chemnitz 0,53
23. Bochum 0,47
24. Berlin 0,38
25. Bremen 0,36
26. Bielefeld 0,30
27. Halle (Saale) 0,25
28. Dresden 0,20
Rang / Stadt / Einnahmen je Einwohner 2011
1.
Wuppertal: 1,33 €
2. Mannheim: 1,32 €
3. Duisburg: 1,13 €
4. Hamburg: 1,08 €
5. Kiel: 1,07 €
6. Stuttgart: 1,06 €
7. Nürnberg: 0,98 €
8. Dortmund: 0,93 €
9. Düsseldorf: 0,93 €
10. Hannover: 0,87 €
11. Köln: 0,87 €
12. Leipzig: 0,87 €
13. Wiesbaden: 0,82 €
14. Essen: 0,81 €
15. Aachen: 0,81 €
16. Braunschweig: 0,80 €
17. Magdeburg: 0,79 €
18. Frankfurt am Main: 0,72 €
Durchschnitt: 0,71
19. Karlsruhe: 0,69 €
20. Bonn: 0,61 €
21. Freiburg: 0,58 €
22. Chemnitz: 0,53 €
23. Bochum: 0,47 €
24. Berlin: 0,38 €
25. Bremen: 0,36 €
26. Bielefeld: 0,30 €
27. Halle: 0,25 €
28. Dresden: 0,20 €

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insgesamt 172 Beiträge
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1. datenhandel
nil75 07.09.2012
Zitat von sysop4,5 Millionen Auskünfte, mehr als 12 Millionen Euro Umsatz im Jahr: SPIEGEL ONLINE hat untersucht, wie viele Einwohnerdaten die größten deutschen Städte verkaufen und was ihnen das einbringt. Die Bürger können sich kaum wehren. Melderegister: Städte verkaufen Adressdaten und verdienen Millionen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,854146,00.html)
Wenn der Staat sogar Bankdaten kaufen darf und dafür bejubelt wird, darf er doch wohl auch mit viel harmloseren Daten des Einwohnermeldeamtes handeln. Wo ist das Problem?
2. Angebrachte Reaktion?
murmel57 07.09.2012
Ich ärgere mich auch wenn ich an mich persönlich adressierte Werbeschreiben im Briefkasten finde. Weiß jemand ob es erlaubt ist diese Werbung an den Absender auf seine Kosten zurück zu schiken mit dem Hinweis man hätte nie der Werbung zugestimmt? Z.b. in dem beigefügten Umschlag mit dem Text "Gebühr zahlt Empfänger".
3. Rechtlich unzulässig!
Federal-States-Of-Europe 07.09.2012
Der Datenhandel durch Behörden ist rechtlich nicht zulässig. Dem übersteht die sogenannte "Informationelle Selbstbestimmung", die gesetzlich geregelt ist. Hier mehr: BrainluxContor: Google-Hupf oder Pustekuchen ? (http://brainlux-contor.blogspot.de/2010/10/google-hupf-oder-pustekuchen.html)
4. in Wien
ewoewo 07.09.2012
verdienen sie damit und mit Prostituion. Ich mag das nicht... die nennen das Integration... oder Vermoegensberatung oder Arbeit... ich denke es ist strafbar und sie sollen hinter gItter nicht ihre Opfer...
5. Wie kann ich widersprechen
dalir 07.09.2012
Hat jemand Ahnung, wo und wie man korrekt der Datenweitergabe widersprechen kann?
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15. Dezember 1983: Karlsruhe kippt mit dem erstmals ausgesprochenen "Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung" das Volkszählungsgesetz. Damit hätten Daten ans Melderegister, an Bundes- und Landesbehörden, an Gemeinden und deren Verbände weitergegeben werden dürfen. Das Volkszählungsurteil ist wegweisend für den Datenschutz.
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27. Februar 2008: Für Online-Durchsuchungen setzt das Bundesverfassungsgericht hohe rechtliche Hürden. Das heimliche Ausspähen der Computerfestplatte ist nur zulässig, "wenn tatsächliche Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut bestehen". Eine entsprechende Befugnis des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes sei nichtig. Mit dieser Entscheidung schaffen die Richter ein Computergrundrecht, das "Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme".


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