Schnelles Internet Merkel mahnt zur Eile beim Breitbandausbau

Die Kanzlerin fordert mehr Tempo: Zwar sei der Ausbau mit Glasfaserkabeln vorangekommen, dennoch gebe es eine weitere Schlacht zu schlagen, sagte Merkel zum Jubiläum der Bundesnetzagentur.

Angela Merkel
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Der Stromnetz- und Breitbandausbau geht Bundeskanzlerin Angela Merkel zu langsam. Beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Bundesnetzagentur in Bonn rief sie zur Eile auf.

Zwar sei man etwa beim Glasfaserausbau voran gekommen, sagte Merkel, "allerdings tobt da noch eine Schlacht, die wir wirklich auch noch schlagen müssen", sagte die CDU-Politikerin in ihrer Festrede mit Blick auf die Kosten des Ausbaus auch im ländlichen Raum, wo die Nachfrage nicht immer gewährleistet sei.

Die Anbindung an schnelles Netz bleibt in Deutschland ein Dauerthema: Nachdem Ziele immer wieder verschoben wurden oder ins Wanken gerieten, versprach Angela Merkel zuletzt im vergangenen Sommer, die angestrebte flächendeckende Grundversorgung mit 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) würde bis Ende 2018 nun wirklich kommen.

"Der Glasfaserausbau verlangt die vereinten Kräfte von Staat und Privatwirtschaft", sagte Merkel. Es gehe zudem darum, die Kooperation zwischen den Wettbewerbern zu fördern und Förderprogramme so auszugestalten, "dass sie wirklich auch das richtige bewirken".

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sprach sich in seiner Rede dafür aus, bei der Glasfaser auf Zugangs- und Entgeltregulierungen, wie sie derzeit beim Kupfernetz der Telekom bestehen, weitgehend zu verzichten. "Für neue Technologie brauchen wir neue Konzepte", sagte Homann.

Agentur bereitet 5G-Versteigerung vor

Intelligente Lösungen erfordere auch die Energieversorgung, sagte die Kanzlerin. Mit der Energiewende habe sich die Bundesregierung ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Allerdings sei der Ausbau der erneuerbaren Energien schneller vorangegangen als der Ausbau der Netze. "Da ist in der Tat wirklich Eile geboten", sagte Merkel.

Die Bundesnetzagentur ist die Regulierungsbehörde im Geschäftsbereich des Bundeswirtschaftsministeriums. Sie nahm 1998 mit der Liberalisierung der Post- und Telekommunikationsmärkte ihre Arbeit auf. Seit 2005 fallen auch die Energiemärkte in ihren Zuständigkeitsbereich.

Bei der Energiewende spielt sie eine entscheidende Rolle. Die Bundesnetzagentur sammelt zudem Beschwerden genervter Telefon- und Postkunden und zieht gefährliche Elektrogeräte aus dem Verkehr. Derzeit bereitet sie die Versteigerung der Frequenzen für die neue 5G-Mobilfunktechnologie vor.

brt/dpa

insgesamt 20 Beiträge
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lazyfruit 29.05.2018
1. Ich werde nie verstehen...
...weshalb man sich in Deutschland so sehr auf das Verlegen neuer Kabel versteift. Im Rest der Welt erfolgt die Datenübertragung weitestgehend drahtlos. Die Technik dafür ist vorhanden und ausgereift.
krautrockfreak 29.05.2018
2. Man träumt von 5 G und dabei sind 2G, 3G und erst recht 4G....
sowas von schlecht ausgebaut! Kaum aus der Stadt raus und schon ist oft Schluss mit Lustig. Selbst die Autobahnen sind nicht mal durchgehend versorgt, von Tunneln rede ich nicht mal. Und dreimal nicht von irgendwelchen Tälern im Mittelgebirge! Träumt weiter!
vantast64 29.05.2018
3. Sie sollte besser die wichtigeren Sachen vorantreiben,
wie die Klimaziele, die Verschmutzung von Böden,Luft und Gewässern, den Waffenhandel einschränken, ihre Liebhaberei, der nur Tod, Elend und Flüchtlingsströme erzeugt, anstatt Kleinkram zu fordern, der sowieso "marktkonform" abgewickelt wird.
rolandjulius 29.05.2018
4. 50 Megabit pro Sekunde?
Reicht das? Da wird doch fehl geplant. Die zuständige Behörde sollte entlastet werden, damit sie ihre Aufgaben erfüllen kann. Außerdem empfehle ich versierte Fachkräfte einzustellen, und deren Empfehlungen Folge leisten.
Stefnix 29.05.2018
5. Die ist ja lustig.
Mutti "fordert"?!? Wer trägt denn hier seit mittlerweile knapp 13 Jahren die politische Verantwortung? Mann, Mann, Mann...
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