Prism-Skandal: Microsoft will Details zur Geheimdienst-Kooperation nennen dürfen

Microsoft-Logo: Konzern stellt dem Geheimdienst Schnittstellen zur Ausspähung der Nutzer bereit Zur Großansicht
REUTERS

Microsoft-Logo: Konzern stellt dem Geheimdienst Schnittstellen zur Ausspähung der Nutzer bereit

Microsoft hilft dem Geheimdienst bei der Überwachung von Nutzern, das hat Whistleblower Edward Snowden enthüllt. Um das Vertrauen der Kunden nicht völlig zu verspielen, will der Konzern nun Details nennen - noch unterliegen die der Geheimhaltung.

Microsoft will sich gegen Vorwürfe wehren, der Software-Konzern sei bei der Internetspionage ein williger Helfer der US-Geheimdienste. Dazu will das Unternehmen mehr Informationen herausgeben - und bittet die Regierung um Erlaubnis. Denn über die Details des Prism-Programms dürfen die Unternehmen öffentlich kein Wort verlieren.

Microsoft-Chefjustiziar Brad Smith erklärte am Dienstag, er habe bei Justizminister Eric Holder persönlich auf die Freigabe gedrängt. "Wir sind der Überzeugung, dass die US-Verfassung uns die Freiheit garantiert, mehr Informationen mit der Öffentlichkeit zu teilen. Doch die Regierung hält uns zurück."

Microsoft kämpft mit anderen Internetkonzernen wie Google, Facebook und Yahoo darum, Anzahl und Umfang der Abfragen zur "nationalen Sicherheit" nennen zu dürfen. Die Firmen fürchten um einen Vertrauensverlust bei den Nutzern, was letztlich schlecht fürs Geschäft wäre. Die staatlichen Stellen, so der Microsoft-Vorwurf, reagierten aber nur schleppend. "Wir hoffen, der Justizminister kann eingreifen, um dies zu ändern."

Der "Guardian" hatte eine enge Zusammenarbeit zwischen dem US-Geheimdienst NSA und Microsoft enthüllt. Chatnachrichten und Skype-Verbindungen sollen noch vor einer Verschlüsselung an den Geheimdienst durchgereicht werden können. Der Bericht habe "gravierende Ungenauigkeiten" enthalten, erklärte Smith. Er versicherte erneut, dass Microsoft keiner Regierung einen direkten Zugriff auf seinen E-Mail-Dienst Outlook.com gewähre. Auch habe Microsoft keiner Regierung ermöglicht, die Verschlüsselung zu knacken.

ore/dpa-AFX

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insgesamt 51 Beiträge
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1. optional
guteronkel 17.07.2013
Im Artikel wird erwähnt, dass Microsoft das Vertrauen der Kundschaft nicht verlieren will. Bitte, welches Vertrauen? Microsoft ist eine Firma, die von einem Spion und Dieb gegründet wurde. Soviel ist sattsam bekannt und Geschichte. Dass die ganze Welt deren Produkte kauft zeugt nicht gerade für die Intelligenz der Spezie "Mensch".
2. Microsoft & Updates
eule_neu 17.07.2013
Es ist an der Zeit, dass Microsoft seine Verbindungen zum Geheimdienst offenlegen darf. Man hat immer das unsichere gefühl, ob alle Microsoft-Updates auch den Programmen des Konzerns hilft oder ob dabei auch Programme für den Geheimdienst dabei sind. Wenn Microsoft sich dem Verbraucher öffnet und beichtet, ist zu überlegen, ob man nicht zu anderen freien Programmen umsteigt. das Vertrauen zu Microsoft ist jetzt stark angekratzt ...
3. MS meint wohl ...
JayMAF 17.07.2013
Zitat von sysopMicrosoft hilft dem Geheimdienst bei der Überwachung von Nutzern, das hat Whistleblower Edward Snowden enthüllt. Um das Vertrauen der Kunden nicht völlig zu verspielen, will der Konzern nun Details nennen - noch unterliegen die der Geheimhaltung. Microsoft will Details zur Geheimdienst-Kooperation nennen dürfen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/microsoft-will-details-zur-geheimdienst-kooperation-nennen-duerfen-a-911543.html)
MS meint wohl den Rest "des Vertrauens", der verspielt würde. Keine Bange, bei mir gibt es bald nichts mehr zu verspielen. Bin gerade dabei, die Rechner auf Ubuntu 12.04 LTS nebst LibreOffice umzustellen. FF und TB sowieso. Bis auf ein Programm gibt es im Linux/Ubuntu-Lager reichlich Ersatz. Und auf die tolle Office365-Oberfläche und die Office365-Cloud hätte ich sowieso verzichtet ;-)))
4. In ein freies Land
UDabbeljuhE 17.07.2013
Soll Microsoft doch in ein freies Land umziehen. Also nicht nach Deutschland.
5. Workfactor reduction
ted211 17.07.2013
Zitat von sysopMicrosoft hilft dem Geheimdienst bei der Überwachung von Nutzern, das hat Whistleblower Edward Snowden enthüllt. Um das Vertrauen der Kunden nicht völlig zu verspielen, will der Konzern nun Details nennen - noch unterliegen die der Geheimhaltung. Microsoft will Details zur Geheimdienst-Kooperation nennen dürfen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/microsoft-will-details-zur-geheimdienst-kooperation-nennen-duerfen-a-911543.html)
Im Working document für des Europäischen Parlamentes PE 168.184/Vol 2/5 für den Echelon Bericht steht, dass Microsoft und Lotus Hintertüren in ihre Verschlüsselung eingebaut haben.
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