Von Ole Reißmann

Halina Wawzyniak, geboren 1973, ist stellvertretende Vorsitzende der Partei Die Linke und nebenberuflich Rechtsanwältin. Sie sitzt erstmalig im Bundestag
SPIEGEL ONLINE: Seit wann beschäftigen Sie sich mit Netzpolitik?
Wawzyniak: Die netzpolitischen Debatten verfolge ich bereits seit einiger Zeit. Seit meiner Wahl in den Deutschen Bundestag beschäftige ich mich nun auch parlamentarisch intensiv mit der Netzpolitik.
SPIEGEL ONLINE: Können Sie uns ein konkretes Internet-Phänomen nennen, das Sie in den vergangenen Monaten begeistert hat?
Wawzyniak: Besonders begeistert bin ich nach wie vor von den Möglichkeiten sozialer Netzwerke wie Facebook. Ich selbst nutze Facebook politisch wie privat intensiv um mich mit Mitstreitern und Freunden zu vernetzen. Manchmal bekomme ich auf eine Frage via Facebook schneller eine Antwort als per E-Mail. Als stellvertretende Parteivorsitzende kann ich so außerdem online einen engen Kontakt zu meinen Parteifreunden halten.
SPIEGEL ONLINE: Und eines, das Sie erschreckt hat?
Wawzyniak: Ab und an bin ich erschreckt wie freizügig junge Menschen im Internet mit ihren persönlichsten Daten umgehen. In sozialen Netzwerken finden sich oft kompromittierende Partyfotos, Adresse, Vorlieben aller Art und selbst Telefonnummern zu einzelnen Personen. So ergeben sich Personenprofile, die von anderen missbräuchlich verwendet werden können. Hier darf man allerdings nicht mit dem erhobenen Zeigefinger drohen, sondern sollte gemeinsam mit Eltern und Schule eine Medienerziehung hin zum verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten organisiert werden.
SPIEGEL ONLINE: Haben Sie schon Mal eine Musik- oder Videodatei aus einer Tauschbörse heruntergeladen?
Wawzyniak: Ja.
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