Von Ole Reißmann

Sebastian Blumenthal, geboren 1974, sitzt erstmalig im Bundestag. Er ist IT-Berater
SPIEGEL ONLINE: Seit wann beschäftigen Sie sich mit Netzpolitik?
Blumenthal: Aktiv seit etwa fünf Jahren, bis zum Einzug in den Bundestag ehrenamtlich in den Reihen der Jungen Liberalen. Auslöser für das Interesse sind mein Studium (Multimedia Production, Fachbereich Medien FH Kiel) und meine berufliche Tätigkeit als IT-Berater mit direktem Bezug zum Medium - und außerdem die Versuche, das Internet in der politischen Debatte pauschal zu kriminalisieren. Das halte ich für völlig falsch, da das Internet zunächst ein technisches Medium ist und es die Menschen als Nutzer sind, die in Einzelfällen kriminell oder illegal handeln.
SPIEGEL ONLINE: Können Sie uns ein konkretes Internet-Phänomen nennen, das Sie in den vergangenen Monaten begeistert hat?
Blumenthal: Twitter ist zweifellos ein Phänomen der jüngeren Vergangenheit das zeigt, wie dynamisch sich hier neue Kommunikationsformen entwickeln können - mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen. Es gibt derzeit wohl kaum einen Bereich, in dem sich technische Innovationen und neue Ideen so schnell in reale Geschäftsmodelle und zur Marktreife bringen lassen wie im Internet. Das begeistert mich immer wieder.
SPIEGEL ONLINE: Und eines, das Sie erschreckt hat?
Blumenthal: Ein Erschrecken gab es bei mir eigentlich nicht, allerdings betrachte ich skeptisch, wie naiv und sorglos einige Nutzer mit ihren persönlichen Daten im Internet umgehen - das Erschrecken ist dann wohl eher auf deren Seite, wenn sie ungewollte Konsequenzen erfahren. Hier würde ich gerne in der Enquete mit daran wirken, dass wir die Medienkompetenz der Nutzer und deren Verantwortungsbewusstsein für eigene und fremde Daten erhöhen.
SPIEGEL ONLINE: Haben Sie schon Mal eine Musik- oder Videodatei aus einer Tauschbörse heruntergeladen?
Blumenthal: Ja.
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