Speicherdauer von Handy-Nutzungsdaten: Datenschützer ermahnt Mobilfunkfirmen
Wer telefoniert von wo aus? Und mit wem? Mobilfunkanbieter speichern solche Informationen zum Teil monatelang. Nun drängt der Bundesbeauftragte für den Datenschutz die Firmen zu Änderungen. Sie sollen Standortdaten nur in klar definierten Ausnahmefällen protokollieren.
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz rät deutschen Mobilfunkanbietern, weniger Daten über das Telefonverhalten ihrer Kunden zu speichern. Es geht unter anderem darum, wie lange die Provider speichern, welche Telefonnummern jemand angerufen hat und wo sich das Mobiltelefon bei abgehenden oder angenommenen Anrufen befand.
Am morgigen Donnerstag wird der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, gemeinsam mit der Bundesnetzagentur erarbeitete Empfehlungen zur Speicherfrist vorstellen. Vorab haben die Aktivisten vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ein Dokument veröffentlicht, das die wesentlichen Empfehlungen enthalten soll. Ein Sprecher des Datenschutzbeauftragten bestätigt gegenüber SPIEGEL ONLINE die Echtheit des Dokuments, schränkt allerdings ein, dass die Informationen veraltet seien und den Stand vom März 2012 zeigen.
Es ist allerdings nicht davon auszugehen, dass der Datenschutzbeauftragte und die Bundesnetzagentur mit ihrem neuen Leitfaden weit hinter den Empfehlungen aus dem März zurückbleiben werden. Die Vorschläge weichen zum Teil deutlich von der bisherigen Speicherpraxis der Anbieter ab:
- Bei Flatrate-Tarifen verlangt der Leitfaden, dass Provider alle Daten "unverzüglich löschen", sobald sie die "Abrechnungsirrelevanz" ermittelt haben.
- Bislang speichert Vodafone bis zu 210, E-Plus bis zu 80 Tage lang, wer wen von wo aus angerufen hat, auch bei Flatrate-Tarifen. Das ergab eine Erhebung der Bundesnetzagentur im ersten Quartal 2011.
- Den Standort eines Mobiltelefons (die sogenannte Cell-ID der Funkzelle) sollen die Anbieter nur speichern, wenn der Kunde einen standortabhängigen Tarif nutzt, also zum Beispiel im Umkreis seiner Wohnung besonders günstig telefoniert.
- Der Untersuchung der Bundesnetzagentur aus dem Jahr 2011 zufolge speichern die Provider den Handy-Standort bei Beginn einer Verbindung generell bis zu 210 Tage lang (Vodafone).
| Handy-Nutzungsdaten: So lange speichern die Anbieter (Tage) | ||||
| Information | Telekom | Vodafone | E-Plus | O2 |
| anrufende Nummer (nicht pauschal abgerechnet) | 30 | 7 | 80 | 180 |
| anrufende Nummer (Flatrate) | 30 | 7 | 80 | 7 |
| angerufene Nummer (nicht pauschal abgerechnet) | 80 | 210 | 80 | 7 |
| angerufene Nummer (Flatrate) | 30 | 210 | 80 | 180 |
| Standort (Cell-ID) bei Beginn einer Verbindung (Flatrate und nicht-pauschale Abrechnung) | 30 | 210 | 80 | 7 |
| Quelle: AK Vorrat / Bundesnetzagentur, Zahlen aus dem Jahr 2011 | ||||
lis
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