Zukunft des Mobilfunks Anbieter rechnen 2020 mit ersten 5G-Netzen

Schon seit Längerem wird am Nachfolger der LTE-Technik gearbeitet: Nach aktuellem Stand soll der Mobilfunkstandard 5G 2020 starten. EU-Digitalkommissar Oettinger hat angedeutet, Spezialdiensten den Weg frei machen zu wollen.

Technologie von morgen: Mobilfunkanbieter arbeiten am Netz der fünften Generation
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Technologie von morgen: Mobilfunkanbieter arbeiten am Netz der fünften Generation


Telekom-Unternehmen und Ausrüster arbeiten an der nächsten Mobilfunk-Generation, mit der die bisherige Datengeschwindigkeit um ein Vielfaches übertroffen werden soll. Das sogenannte 5G-Netz könne Surfgeschwindigkeiten von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde ermöglichen, sagte Ken Hu, der derzeit amtierende Chef von Huawei. Damit sei das Netz etwa 20-mal so schnell wie das derzeitige LTE (4G).

Die 5G-Netze sollen unterscheiden können, ob Daten von einem Auto oder anderen vernetzten Geräten kommen, oder von Menschen, die im Internet surfen. So sollen Nutzer zum Beispiel einen Anruf aufs Festnetztelefon auf dem Handy weiterführen können oder einen Film, der gerade auf dem Fernseher läuft, unterwegs auf dem Tablet zu Ende schauen können.

Ein anderer möglicher Einsatzbereich ist Koordination von Operationen durch spezialisierte Ärzte, die sich an einem anderen Ort befinden. "Mit 5G beginnt eine neue Zeitrechnung", sagt Christian Fischer, der bei der Telekom das Thema betreut.

Bis der LTE-Nachfolgestandard wirklich nutzbar ist, wird es allerdings noch einige Jahre dauern. Die Anbieter rechnen um 2020 herum mit den ersten 5G-Netzen.

EU-Digitalkommissar Günther Oettinger sprach sich dafür aus, bei der Regulierung des künftigen Mobilfunkstandards die Anforderungen bestimmter Anwendungen zu berücksichtigen. Die 5G-Technologie brauche die sogenannte Netzneutralität, müsse es aber auch erlauben, dass besonders zeitsensible Spezial-Services "gedeihen" könnten, sagte Oettinger auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona. Wie genau das praktisch funktionieren wollen - und ob Spezial-Dienste nicht per se unvereinbar mit der Netzneutralität sind -, erörterte Oettinger nicht.

Breitband-Provider und Mobilfunkanbieter treten seit längerem dafür ein, schnelle Überholspuren im Internet anbieten zu dürfen. Das soll nach ihrer Ansicht Investitionen in schnelle Netze fördern. Kritiker fürchten jedoch eine Benachteiligung des normalen Datenverkehrs.

Oettinger hatte kürzlich im Industrie-Ausschuss des Europäischen Parlaments erklärt, er könne sich vorstellen, Rettungsdiensten oder Krankenhäusern eine höhere Bedeutung beizumessen als Anbietern von Musikvideos. Eine abschließende Meinung zur Netzneutralität habe er aber noch nicht.

kbl/dpa

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