Nach Kritik Facebook verspricht einfachere Datenschutz-Einstellungen

Wir kümmern uns: Ein Facebook-Manager hat angekündigt, dass die Einstellungen für den Datenschutz einfacher werden sollen. Damit will das Unternehmen auf die anhaltende Kritik europäischer Datenschützer reagieren. Doch was sich ändern soll, ist unklar.

Facebook-Profil: Möglichst offener Umgang mit privaten Daten
DPA

Facebook-Profil: Möglichst offener Umgang mit privaten Daten


Es ist kompliziert: Wer bei Facebook kontrollieren will, welche Daten wem preisgegeben werden, stößt auf mehrere Seiten mit mehr als 170 möglichen Optionen. Seit Wochen steht das Unternehmen deswegen in der Kritik - und hat jetzt ein Entgegenkommen angekündigt. Man werde die Optionen einfacher gestalten, sagte der zuständige Facebook-Manager Elliot Schrage der "Financial Times".

Zuletzt hatte Facebook mehrfach neue Optionen hinzugefügt - und immer mehr zuvor standardmäßig private Daten öffentlich zugänglich gemacht. "Ich denke, wir müssen einige Schritte zurück in eine andere Richtung gehen", sagte Schrage jetzt der "Financial Times". Im Gegensatz zum Internet, wo es prinzipiell keine Kontrolle über Daten gebe, stelle Facebook aber innovative Funktionen zum managen der eigenen Online-Identität bereit.

Facebook müsse eine "schwierige Balance" halten, sagte Schrage: Zum einen sollten die Datenschutzregeln präzise sein, zum anderen aber auch verständlich. "Vielleicht haben wir uns zu sehr entfernt von Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit." Unklar bleibt, wie die angekündigten Änderungen aussehen sollen. Eine Sprecherin nannte am Montag auf Nachfrage auch keinen Termin für die Umsetzung.

Eine grundsätzliche Abkehr vom freizügigen Umgang mit Nutzerdaten ist wohl kaum zu erwarten. Mehrfach hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg darauf hingewiesen, dass sich die Bedürfnisse der Facebook-Mitglieder auf Privatsphäre verändert hätten: Was vor einigen Jahren noch als privat galt, würden heute viele Menschen mit der ganzen Welt teilen wollen. Ob das nun wirklich so ist, sei dahingestellt. Fakt ist: Facebook legt seinen Mitgliedern genau so ein Verhalten nahe. Wer das nicht will, muss sich ins Optionswirrwarr wagen.

Erst am Mittwoch hatten europäische Datenschützer erneut die Privatsphäre-Einstellungen des Netzwerks kritisiert. Auch in den USA sind Bedenken gegen das Vorgehen von Facebook gewachsen. Unter anderem forderten vier US-Senatoren Facebook in einem offenen Brief auf, die Datenschutz-Bestimmungen zu ändern. Auch viele prominente Blogger und Online-Experten hatten die Datenschutz-Richtlinien bemängelt und das mit mehr als 400 Millionen Mitgliedern größte soziale Netzwerk im Internet verlassen.

ore/dpa



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