Nachrichten im Netz Portugals Verleger wollen Geld von Google

Nach Deals in Belgien und Frankreich wollen auch die Verleger in Portugal mit Google ins Geschäft kommen. Die Verhandlungen mit dem Suchkonzern sollen schon begonnen haben.

Google Portugal: Die Verleger wollen Geld

Google Portugal: Die Verleger wollen Geld


Hamburg - Eine Rezession plagt Portugal, für dieses Jahr wird ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 2,3 Prozent erwartet. Von dieser Entwicklung sind auch die Medien betroffen. Zumal die Einnahmen durch Anzeigen und Verkäufe im Zeitungswesen ohnehin dramatisch eingebrochen sind.

Auf der Suche nach neuen Geldquellen sind die Verleger nun auf dieselbe Idee gekommen, die schon ihre Kollegen in Belgien, Deutschland und Frankreich mit mehr oder weniger großem Erfolg umzusetzen versucht haben: Google soll zahlen.

Alberico Fernandes vom portugiesischen Medienverband erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, seine Organisation stünde bereits in Verhandlungen mit Google. Dabei habe der Konzern seine Bereitschaft signalisiert, mit Mediengruppen in einer Weise zusammenzuarbeiten, die ihnen bei der Modernisierung und Verbesserung der Profitabilität ihrer Inhalte helfe.

Den Portugiesen schwebt offenbar ein ähnliches Modell wie in Frankreich vor. Dort leistete Google in Frankreich eine Einmalzahlung von 60 Millionen Euro und bietet französischen Verlagen darüber hinaus Hilfe bei der Werbung an. Auch in Belgien gibt es eine im Detail nicht bekannte Vereinbarung mit Verlagen.

"Unsere Position ist, dass für Inhalte bezahlt werden muss", begründete Fernandes den Vorstoß seines Verbands. Google müsse für die Nutzung des Nachrichtenangebots ein Entgelt entrichten. Beide Seiten hätten vereinbart, die regelmäßigen Treffen beizubehalten. Eine Google-Sprecherin sagte daraufhin nur, das Unternehmen kommentiere keine privaten Treffen ihrer Angestellten.

Schon im vergangenen Monat hatte der ehemalige portugiesische Ministerpräsident und jetzige Chef des europäischen Verlegerrats EPC, Pinto Balsemão, gegenüber Reuters darauf hingewiesen, dass sich Internet-Suchmaschinen inzwischen 90 Prozent der Online-Anzeigenetats gesichert hätten. Ein großer Teil dieser Einnahmen beruhe auf von Medien produzierten Inhalten, glaubt Balsemão, dieser "Ausbeutung" müsse ein Ende gesetzt werden.

In Deutschland wurde hingegen ein umstrittenes Gesetz beschlossen. Gegen den erbitterten Widerstand von Wirtschafts- und Journalistenverbänden, Verfassungsexperten und nicht zuletzt der Netzgemeinde wurde das Leistungsschutzrecht installiert.

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Seite 1
sappelkopp 28.03.2013
1. Recht haben sie...
Zitat von sysopNach Deals in Belgien und Frankreich wollen auch die Verleger in Portugal mit Google ins Geschäft kommen. Die Verhandlungen mit dem Suchkonzern sollen schon begonnen haben. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/nachrichten-portugals-verleger-wollen-geld-von-google-a-891444.html
...viel Erfolg!
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