Neue Gema-Tarife: Bayerischer Rundfunk stellt "Space Night" ein
Sternenbilder und blubbernde Musik, stundenlang: Die "Space Night" im Nachtprogramm des Bayerischen Rundfunks ist legendär, nicht nur als Chill-out-Programm für gestresste Clubheimkehrer. Nun wird die Sendereihe eingestellt. Grund sollen die neuen Gema-Tarife fürs Fernsehen sein.
Aus für "Space Night": Die Sendung des Bayerischen Rundfunks, die zuletzt auf dem digitalen Spartenkanal BR-alpha lief, verschwindet ganz aus dem Programm. Grund für die Einstellung ist laut Zuschauerservice die Umstellung der Gema-Tarife fürs Fernsehen. Das Blog The Research Institute veröffentlichte die Antwort.
Die Pressestelle des Bayerischen Rundfunks bestätigte die Angaben. Die letzte "Space Night"-Sendung lief am 7. Januar. In der nächtlichen Sendung sind Aufnahmen aus dem All zu sehen, Satellitenbilder oder Nasa-Material, unterlegt mit beruhigender Musik. Der Sendung wird eine geradezu hypnotische Wirkung nachgesagt. Es dürfte die öffentlich-rechtliche TV-Sendung mit dem höchsten Anteil von Zuschauern unter dem Einfluss illegaler Rauschmittel sein.
Unklar blieb zunächst, warum der Sender für die musikalische Untermalung der "Space Night" nicht auf Gema-freie Musik setzt. Die Kollegen vom Deutschlandradio zumindest machen damit in der Sendung "Breitband" gute Erfahrungen.
Die Gema zeigte sich verwundert über die Erklärung des Bayerischen Rundfunks. Angesichts von Mehreinnahmen durch die neue Rundfunkgebühr "scheinen höhere Gebühren für Musik ein vorgeschobener Grund zu sein", sagt Gema-Sprecher Franco Walther. Allerdings wurde der Tarif für Fernsehsender von einer Pauschale auf eine Abrechnung umgestellt - bisher wurde eine Pauschale berechnet, nun soll nach dem tatsächlichen Musikanteil bezahlt werden. Ohne "Space Night" sinke dieser für den Bayerischen Rundfunk.
Der Bayerische Rundfunkt reagierte am Freitagabend mit einer Stellungnahme und widersprach der Gema. Fest stehe, "dass sich bei einer Fortführung der musikuntermalten 'Space Night' die Kosten für die Ausstrahlung nach jetzigem Stand deutlich erhöhen würden", teilte der Sender mit. Jährlich sei "von einem niedrigen siebenstelligen Betrag nur für die Musikrechte auszugehen. Diese Mehrkosten wären zu Lasten anderer Programmformate gegangen."
Die Website der Gema war am Freitagnachmittag nicht zu erreichen, was den Verdacht nährte, die Organisation werde als Racheakt von ausnahmsweise unentspannt-erbosten Ambient-Fans mit einer Denial-of-Service-Attacke angegriffen. Die Gema teilte auf Anfrage jedoch mit, man sei mit einem Server-Umzug beschäftigt.
ore/cis
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