Sperre für Touristen: Nordkorea blockiert mobiles Datennetz

Internet in Nordkorea: Tweets aus der Diktatur Fotos
AP / DPA

Touristen in Nordkorea haben ab sofort keinen Zugang mehr zum mobilen Highspeed-Internet. Erst vor einem Monat hatte die Regierung die Regeln gelockert. Besucher konnten seitdem übers Internet Bilder und Tweets aus der Diktatur verschicken.

Das war ein kurzes Intermezzo. Der Zugang zum 3G-Mobilfunknetz sei für Touristen nicht mehr verfügbar, schreibt der Reiseanbieter Koryo Tours mit Sitz in Peking auf seiner Homepage. Internationale Telefonate seien aber weiterhin möglich. Mit dieser Nachricht endet eine kurze Periode, in der Nordkorea seinen eisernen Zugriff auf das Netz zumindest für Besucher des Landes gelockert hatte.

Früher mussten Ausländer ihre Mobiltelefone bei der Einreise abgeben. Diese Regelung hatte die nordkoreanische Regierung im Februar dieses Jahres geändert. Seitdem konnten Touristen ihre Handys mitnehmen und hatten über das neue Mobilfunknetz Koryolink auch Zugang zum Internet. Obwohl die Nutzung mit 150 Euro für zwei Gigabyte sehr teuer war, wurde rege getwittert. Journalisten, wie Jean Lee von der Nachrichtenagentur Associated Press, veröffentlichten über den Bilderdienst Instagram Schnappschüsse aus dem Alltag in der Diktatur. Lees Bilder gingen um die Welt.

Über die Gründe für den plötzlichen Rückzieher lässt sich derzeit nur spekulieren. Das Blog North-Korea-Tech mutmaßt, dass die Möglichkeit für Touristen Nachrichten und Bilder in Echtzeit zu posten doch zu viel für das Regime gewesen sein könnte. Dass es sich um eine technische Panne handelt, lässt sich aber ausschließen. Zum einen können Touristen weiterhin Sim-Karten zum Telefonieren über das 3G-Netz kaufen. Zum anderen sei der Zugang zum mobilen Datennetz weiter möglich, wenn man sich beispielsweise aus beruflichen Gründen für längere Zeit in Pjöngjang aufhält, schreibt Koryo Tours in seinem Blog.

hev

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1. Vorwärts- / Rückwärts Nordkorea
rkinfo 27.03.2013
Die Sache mit Mobilnetz ist vielleicht Symbol für ständige Änderungen der Politik in Nordkorea. Aber schon G.Orwell hat in '1984' die ständige Änderung von Rahmenbedingungen incl. Kriegsszenarien als Element bösartiger Diktaturen geschildert. Realistischerweise gibt es dort absehbar ständig Lockerungen und wieder Verschärfungen von Regelungen. Ggf. hat man auch ähnlich zu Chinas Kulturrevolution vor erst mal Leute aus der Reserve zu locken um sie dann wg. Konterrevolution zu terminieren. Nordkorea ist eben brutal - sehr brutal.
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