NSA-Affäre Snowden fürchtet tödliche Rache der USA

Der frühere US-Geheimdienstler Edward Snowden mied bislang nach Möglichkeit die Öffentlichkeit. Den Grund dafür erklärt er jetzt im deutschen Fernsehen: Angst vor der Rache der US-Regierung.

Whistleblower Snowden: "Diese Leute wollen mir eine Kugel in den Kopf jagen"
AFP/ Channel 4

Whistleblower Snowden: "Diese Leute wollen mir eine Kugel in den Kopf jagen"


Hamburg - Ein Artikel auf der Internetseite "Buzzfeed" jagte Edward Snowden gehörigen Schrecken ein. Dort habe er gelesen, dass Mitglieder des Pentagon und der NSA dem Reporter von Mordabsichten gegen ihn erzählt hätten, erklärte er in seinem weltweit ersten Fernsehinterview, das er der ARD gab (die Sendung wird am Sonntagabend um 23:05 Uhr ausgestrahlt). "Diese Leute, und das sind Regierungsbeamte, haben gesagt, sie würden mir nur zu gerne eine Kugel in den Kopf jagen oder mich vergiften, wenn ich aus dem Supermarkt komme und dann zusehen, wie ich unter der Dusche sterbe."

Zuvor hatte Snowden seine Überzeugung bekräftigt, dass der US-Geheimdienst auch ausländische Wirtschaftsunternehmen ausforscht. Aus seiner Sicht sei es überhaupt keine Frage, dass die USA sich so verhielten. Es gehe eben nicht nur um Politiker und andere Bürger: "Wenn es etwa bei Siemens Informationen gibt, die dem nationalen Interesse der Vereinigten Staaten nutzen, aber nichts mit der nationalen Sicherheit zu tun haben, dann nehmen sie sich diese Informationen trotzdem", sagte er in dem Interview mit dem NDR.

Derzeit hält sich Snowden in Russland auf, wo er Asyl erhalten hat. Die Rückkehr des NSA-Enthüllers in sein Heimatland scheint vorerst ausgeschlossen. US-Justizminister Eric Holder bekräftigte, dass ein Gnadenerlass für den in Russland gestrandeten Computerspezialisten nicht in Frage komme. Ohne Amnestie fürchtet Snowden jedoch ein unfaires Gerichtsverfahren und hält eine Heimkehr deshalb für unmöglich, stellte er in einer Online-Fragerunde klar. Die USA suchen ihn wegen Geheimnisverrats.

US-Regierung stellt Deal in Aussicht

Ein entscheidendes rechtliches Hindernis ist Snowden zufolge das amerikanische Anti-Spionage-Gesetz von 1917, das die Staatsanwälte für die Anklage heranziehen. Unter den derzeitigen Gesetzen zum Schutz von Whistleblowern könne er nicht geltend machen, bei seinen spektakulären Enthüllungen rund um den US-Geheimdienst NSA im öffentlichen Interesse gehandelt zu haben. "Ich bin mir dessen bewusst, dass mein Leben direkt bedroht ist, aber ich werde mich davon nicht einschüchtern lassen", schrieb Snowden auf der Unterstützer-Website freesnowden.is.

Im Streit um den weltweit bekannten Ex-Geheimdienstmitarbeiter signalisierten die USA aber Gesprächsbereitschaft. Holder stellte in einem Interview mit dem Sender MSNBC klar, für Lösungen in der Causa Snowden offen zu sein. "Wenn Herr Snowden in die Vereinigten Staaten kommen und ein Schuldbekenntnis abgeben wollte, würden wir uns mit seinen Anwälten auseinandersetzen", sagte Holder. Nach Snowdens Enthüllungen wurde mehrfach diskutiert, ob die USA ihn mit einem Immunitäts-Versprechen locken könnten, um dann bei Befragungen mehr über ihn und die von ihm tausenden gestohlenen Dokumente zu erfahren.

mik/dpa

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insgesamt 369 Beiträge
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Seite 1
keksguru 26.01.2014
1. es ist alles offen
Kurauffenthalt in Guantanamo, Folterknast in Afghanistan, Verfahren vor einem Geheimgericht, aber die Kugel im Kopf war wohl bis her nicht das primäre Ziel der im Ausland tätigen Agenten der USA. Sonst wäre er vermutlich schon tot. Selbst wenn er in Rußland lebt.
lennoneales 26.01.2014
2. Edward Snowden...
...ist einer der größten Helden unserer Zeit.
Rassek 26.01.2014
3. Erfolg
.. ein kleiner zweiter Bin Laden, das waere doch das Sahnehäubchen fuer den FriedensnobelBama..
phyrgisch 26.01.2014
4. meine
Hochachtung und Bewunderung für den Mut und Idealismus von Herrn Snowden. Um so mehr, wenn man sich die feige Kriecherei unserer Volksvertreter vor Augen führt.
neu_ab 26.01.2014
5.
Der Typ ging zu einem Elite-Geheimdienst, & wunderte sich, daß die nicht den ganzen Tag Blümchen pflücken & sich brav an alle Spielregeln halten? & war dann ganz geschockt, das ganz normale Geheimdienstarbeit gemacht wird? Entweder ist er wirklich so naiv, oder berechnend. Gesprächige Mitarbeiter bekommen schon massiv Ärger im zivilen Bereich, etwa wenn sie Details über neue EiPads ausplaudern. Der soll sich mal nicht so anstellen. Immerhin wird er dafür jetzt von der halben Welt als Guru & Messias gefeiert. Seine Masche erinnert stark an die von Assange, der wohl immer noch in einer Londoner Botschaft hockt, weil er sich wegen Vergewaltigungsvorwürfen nicht den schwedischen Behörden stellen will.
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