Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

NSA-Affäre: US-Geheimdienst sammelt Daten unverdächtiger Briten

NSA-Chef Keith Alexander: Auch Unverdächtige werden überwacht Zur Großansicht
AFP

NSA-Chef Keith Alexander: Auch Unverdächtige werden überwacht

Wer unverdächtig ist, wird trotzdem überwacht: Der US-Geheimdienst NSA pflegt seit Jahren eine Datenbank mit den Kommunikationsprofilen britischer Bürger - britische Geheimdienstler haben die Überwachung in einem Pakt mit der NSA gebilligt.

Der US-Geheimdienst NSA sammelt seit Jahren Daten über britische Bürger, gegen die nie ein Verdacht vorgelegen hat. Das berichtet der britische "Guardian" unter Berufung auf Dokumente des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden.

Aus diesen Unterlagen geht hervor, dass britische Geheimdienste 2007 in einem Pakt mit der NSA dem Anlegen dieser Datenbank über die eigenen Bürger zugestimmt haben. Die NSA darf der Vereinbarung zufolge:

  • In einer Datenbank speichern, welche Telefonnummern, E-Mail-Adressen und IP-Adressen welchen britischen Bürgern zuzuordnen sind
  • Die Identität der Nutzer hinter nebenbei erfassten Nummern oder Adressen ermitteln.

Gegen die Menschen, die in dieser NSA-Datenbank gelandet sind, bestand nie irgendein Verdacht. Ihre Daten wurden bei der Überwachung anderer Personen nebenbei erfasst. Das genügt, um in NSA-Datenbanken zu landen, in die dann weiterhin Metadaten fließen. Laut "Guardian" können auf diese Datenbank auch andere Geheimdienste und US-Militärs zugreifen.

Dass britische Geheimdienste dieser Überwachungspraxis zugestimmt haben, dürfte für die NSA keinen großen Unterschied gemacht haben. Dem "Guardian" liegt ein NSA-Dokument vor, demzufolge die NSA solche Datenbanken auch über Bürger aus Staaten anlegt, mit denen die USA eigentlich vereinbart haben, dass so etwas nicht passiert. In solchen Fällen müsste den Vertretern des Partnerlandes verheimlicht werden, dass die NSA ihre Bürger überwacht, zitiert der "Guardian" aus dem Dokument.

Der Autor auf Facebook

lis

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 118 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
der.tommy 21.11.2013
das ist sowas von grotesk! wieso ist scheinbar niemand maechtig genug dem ein ende zu setzen. ich mein das is ja jetztwohl eine farce. zugegebenermaßen unschuldig beliebig lang ueberwachen wo landen wir denn da?! die haben jegliche, wirkliche jegliche verhaeltnismaessigkeit vor langer zeit verloren.
2. So viel zu Pofallas
observatorius 21.11.2013
"Dem "Guardian" liegt ein NSA-Dokument vor, demzufolge die NSA solche Datenbanken auch über Bürger aus Staaten anlegt, mit denen die USA eigentlich vereinbart haben, dass so etwas nicht passiert. In solchen Fällen müsste den Vertretern des Partnerlandes verheimlicht werden, dass die NSA ihre Bürger überwacht, zitiert der "Guardian" aus dem Dokument." Die USA sind in diesen Fragen schlicht nicht mehr Vertragsfähig. Die einzige Möglichkeit ist daher statt neuer Verträge zu schließen (an die sich die USA absehbar nicht halten) alte Verträge aufzulösen und die Mittel der Spionageabwehr endlich aufzustocken und die 5Augen endlich auszustechen!
3.
hyperlord 21.11.2013
Zitat von sysopAFPWer unverdächtig ist, wird trotzdem überwacht: Der US-Geheimdienst NSA pflegt seit Jahren eine Datenbank mit den Kommunikationsprofilen britischer Bürger - britische Geheimdienstler haben die Überwachung in einem Pakt mit der NSA gebilligt. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/nsa-affaere-us-geheimdienst-betreibt-datenbank-unverdaechtiger-briten-a-934798.html
Das ist doch gerade der Witz an der Geschichte: würden nur ohnehin verdächtige Personen überwacht, wäre es ja eine zielgerichtete Überwachung in beschränktem Umfang und mit rechtsstaatlichen Grundsätzen vereinbar. Was aber passiert -und das ist doch nun seit Monaten bekannt- ist eine anlasslose, verdachtsunabhängige Überwachung sämtliche digitaler Kommunikation. Das ist halt das Problem, wenn man Geheimdienstler Dinge aushandeln lässt.
4. Dann dürfte wohl auch klar sein...
suppenkoch 21.11.2013
... das der Großteil der deutschen Bevölkerung in irgendeiner geheimen Datenbank gepflegt wird. Willkommen in der Totalüberwachung.
5. Five Eys...
prisma-4d 21.11.2013
...auf Verträge ist gesch....en. Jeder Beteiligter sollte sich mal die Frage stellen welche "Signale" uns die Politik hier sendet! Fünfter Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung... schön langsam wird er mir sympathisch
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
NSA-Skandal: Lächeln mit den Überwachten


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: