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NSA-Anwalt: Internetfirmen wussten über Überwachung Bescheid

NSA-Zentrale in Fort Meade: US-Internetfirmen sollen von Überwachung gewusst haben Zur Großansicht
DPA/ NSA

NSA-Zentrale in Fort Meade: US-Internetfirmen sollen von Überwachung gewusst haben

"Davon haben wir nichts gewusst": Mit dieser Haltung treten die großen Internetfirmen öffentlich auf, wenn es ums Thema NSA-Überwachung geht. Erst am Mittwoch hatte sich Google-Chef Larry Page entsprechend geäußert. Ein Anwalt des US-Geheimdienstes widerspricht.

Washington - Äußerungen von Rajesh De, einem Justitiar des Geheimdienstes NSA, machen in den USA Schlagzeilen: In einer Anhörung zum Thema Datenschutz hat De am Mittwoch erklärt, sämtliche betroffenen US-Technologieunternehmen seien über die Überwachungsmaßnahmen seiner Behörde informiert gewesen. Konkrete Firmennamen scheint De allerdings nicht genannt zu haben.

Der Anwalt sagte, die Sammlung von Telekommunikationsinhalten und Vorratsdaten sei auf Grundlage eines Überwachungsgesetzes von 2008 und mit vollem Wissen der Unternehmen erfolgt. Dies betreffe sowohl das Prism-Programm als auch das unter dem Stichwort Upstream bekannte Anzapfen von Unterseekabeln.

Whistleblower Edward Snowden hatte die entsprechenden Überwachungsmaßnahmen im Sommer 2013 enthüllt. Daraufhin stellten die Konzerne AOL, Apple, Facebook, Google, Microsoft und Yahoo klar, sie hätten nichts vom Prism-Programm gewusst. NSA-Anwalt De erklärte nun, den Unternehmen sei höchstens der Name Prism nicht bekannt gewesen, da der Begriff vor Snowdens Leaks nur im internen Gebrauch verwendet worden sei.

"The Register" hat versucht, aktuelle Stellungnahmen der Internetunternehmen einzuholen, jedoch lehnten sämtliche kontaktierten Firmen die Anfrage ab. Unter der Bedingung der Anonymität hätten zwei Unternehmen allerdings erklärt, sie hätten Behördenanfragen zur geheimen Kooperation erhalten. Direkten Zugang zu den Firmen-Servern sollen NSA-Mitarbeiter aber niemals bekommen haben. Auch vom Upstream-Programm habe man nichts gewusst.

Google-Chef Page kritisiert die US-Regierung

Während Des Aussage für Wirbel sorgt, setzen Google, Facebook und Co. öffentlich weiter auf ihre Version der Geschehnisse: Die Unternehmen präsentieren sich in der Rolle der Leidtragenden. Nachdem sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg vergangene Woche medienwirksam bei US-Präsident Barack Obama beschwerte, hat sich am Mittwoch auch Google-Chef Larry Page zu Wort gemeldet.

Auf einer Konferenz im kanadischen Vancouver kritisierte Page das Überwachungssystem der USA. Der Google-Chef sagte, für ihn sei es "außerordentlich enttäuschend, dass die US-Regierung das alles heimlich getan und uns nichts gesagt hat". Auf Nachfrage stellte Page jedoch klar, er habe mit "uns" nicht etwa Google, sondern die Öffentlichkeit gemeint.

meu

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1.
cavete 20.03.2014
Wer weiß, möglicherweise sind all diese Firmen ja gesetzlich "verpflichtet" worden still schweigend zu BEwahren?
2. Am Ende
gandhiforever 20.03.2014
sollen es dann wohl die Internetfirmen gewesen sein, die darum gebeten haben, ihre Daten weitergeben zu duerfen. Zum eigenen Schutz sozusagen!
3. Google & Yahoo im Firefox löschen. ...
.freedom. 20.03.2014
Im Firefox kann man alles von Google und Yahoo löschen. Keine Angst, Firefox läuft auch ohne dass irgendetwas von Google drinsteht. Dazu muss man in der Adressleiste "about_:config" eingeben und schon öffnen sich die Einstellungen von Firefox. Wer möchte kann hier den Browser schneller machen und auch an den Einstellungen drehen. Vorallem ist es möglich Google komplett aus Firefox zu verbannen und alles von Google und Yahoo löschen. Zuerst sollten aber die Lesezeichen und Einstellungen gesichert werden. Wer das noch nie gemacht hat, suche nach " Firefox about_:config " und informiert sich dort. Hat man doch etwas nicht ganz richtig gemacht, kann im schlinmmsten Fall Firefox nicht starten. Das ist aber auch kein Beinbruch, da man den Firefox aus seinem Download-Ordner wieder installieren und die vorher gesicherten Einstellungen und Lesezeichen wieder einfügen kann. Möchte man danach aber trotzdem mit Google suchen ist das auch kein Problem. Dazu gibt man einfach google.de in die Adressleiste ein und man kann so auch mit Google suchen. Wenn Google nicht mehr im Firefox ist und man die Suche mit google.de in der Adressleiste startet sieht man eine noch nie vorher gesehene Googleseite Wer den Erfolg seiner Aktion sehen möchte installiert das kleine add-on "cookie killer" von Firefox. Hat man dieses add-on vorher installiert, kann man sehen, dass Google permanet cookies setzt, obwohl die vorher gelöscht wurden. Nach drei Minuten sind wieder cookies von Google da. Nach der Säuberrung ist aber Schluss mit cookies von Google. Auf meinem ganzen Rechner ist das Wort Google nicht mehr zu finden. Persönlich suche ich mit startpage.com. Die zeichnen nichts auf und setzen keine cookies, haben aber auch einen Server in den USA stehen. Was bei startpage sehr schlecht ist, ist die Video-Suche, die ist grottenschlecht. Jeder Film wird auf blinkx.com umgeleitet. Blinkx.com setzt cookies und trackt, dazu müsen alle scripte gesetzt werden. Filme über zehn Minuten Länge werden einfach nicht wiedergegeben. Ansich ist das ein Unding für eine Suchmaschine, die den besonderen Schutz der Privatsphäre anbietet. Geo-Verfolgung schaltet man ab mit about_:config "geo" eingeben "browser.geolocation.warning.infoURL" = Url löschen "geo.wifi.uri = Url von google löschen "geo:enabled" vorher: true jetzt: = false
4. Am wirksamsten
g.schwollner-beitl 20.03.2014
Wäre ein Umsatzrückgang durch Verlagerung auf europäische Hersteller. Das schreckt das calvinistische Gen amerikanischer Oligarchen am wirkungsvollsten auf.
5. @ Kommentar 3
erwin dunn 20.03.2014
Das bringt doch aber nichts. Wie wir bereits lernen durften, kann der Traffic an verschiedenen Knotenpunkten abgehört werden. Dann ist es egal, welcher Browser, Suchmaschine oder Betriebssystem benutzt wird oder wie die Einstellungen sind. Sensible Daten gehören einfach auf einen Offline-PC, wichtig für Firmen. Verschlüsselung ist kann man auch knacken. Mir privat ist es egal, außer "Schatz, treffen wir uns später in der Stadt" und etwas blabla wie hier im Forum betreibe ich nichts im Netz. Viel kritischer sehe ich die trotz des Skandals weiter vorangetriebene Digitalisierung, z. B. Elektronische Lohnsteuerkarte, ohne die Möglichkeit Widerspruch zu erheben , sich nicht digital speichern lassen zu wollen. Sogar XP wird trotz Ende der Updates ab April noch immer weitreichend in Behörden und auch im Bundestag eingesetzt, was es dann auch kriminellen oder eventuell anderen Staaten ohne Milliarden - Dollar Nsa noch einfacher macht, einfach mal zu spionieren. Es müsste hier ein massives, leider nicht erkennbares, Umdenken stattfinden. Oder haben die Atommächte etwa auch ihre Raketen am Netz hängen? Wohl kaum. Hoffentlich.
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  • Zur Quantum-Familie gehört auch QFIRE. Das ist ein im Jahr 2011 ausgearbeitetes Pilotprojekt der NSA, um eine weltweite Struktur zum aktiven Angreifen von Internetverbindungen zu schaffen. Das System soll der NSA erlauben, Internetverbindungen zu unterbrechen und umzuleiten sowie die Kontrolle über Botnetze zu übernehmen.
  • Fotostrecke: "Vorwärtsverteidigung" mit QFIRE

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