Keith Alexander: NSA-Chef verteidigt Geheimdienst als "vorbildlich"

Aus Las Vegas berichtet

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NSA-Chef Alexander: Offensiver Auftritt in Las Vegas

Der Skandal um die Internetüberwachung soll gar keiner sein: Keith Alexander, Chef des US-Geheimdienstes NSA, verteidigte die Arbeit seiner Analysten als rechtlich vorbildlich - und lieferte eine grobe Auflistung angeblich durch die Schnüffelei verhinderter Anschläge.

Der Chef des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA), General Keith Alexander, sieht die Arbeit seiner Behörde als weltweit vorbildlich. "Gericht, Kongress und Regierung schauen sich an, was wir machen", sagte der Geheimdienstchef und Anführer der US-Cybertruppen auf der Black Hat, einer großen IT-Sicherheitskonferenz in Las Vegas. "Das ist ein Standard für andere Länder."

Alexander verteidigte die Speicherung von Telefonverbindungsdaten in den USA und die Spionage im Ausland als rechtmäßig und notwendig im Kampf gegen den Terrorismus. 13 Terroranschläge in den USA, 25 in Europa, fünf in Afrika und elf in Asien seien mit den beiden Programmen verhindert worden. Das Prism-Programm sei ein Teil der Auslandsaufklärung, Unternehmen würden per Gerichtsbeschluss zur Zusammenarbeit verpflichtet.

Zum Ausmaß der Internet-Spionage sagte Alexander: "Wir speichern nicht alles." Auch könne ein NSA-Mitarbeiter nicht auf alle beliebigen Daten zugreifen. "Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein." Dafür könne man hundertprozentig kontrollieren, was die eigenen Mitarbeiter machten. Diese müssten Datenabfragen rechtfertigen, auch er könne zum Beispiel nicht einfach die Kommunikation seiner beiden Töchter mitlesen.

Auf die Verbindungsdaten von US-Bürgern hätten nur ausgewählte NSA-Mitarbeiter Zugriff, nur bei einem Terrorismusverdacht dürften die Daten abgefragt werden. Im vergangenen Jahr seien weniger als 300 Telefonnummern verdächtig gewesen. Zwölf Berichte seien dem FBI übergeben worden, das habe weniger als 500 Telefonnummern betroffen. Im Repräsentantenhaus war ein Beschluss zur Beschränkung der inländischen Schnüffeltätigkeiten nach der Enthüllung knapp gescheitert.

"Guardian" enthüllt neue Einzelheiten der Affäre

Der Auftritt des NSA-Chefs war mit Spannung erwartet worden. Der "Guardian" enthüllte kurz vorher neue Details zur Internetspionage der NSA, die offenbar mit Hilfe der Software XKeyscore Internetnutzer nahezu beliebig ausspähen können: Suchanfragen, E-Mails, Kontakte, alles lässt sich zur näheren Analyse in den Datenspeicher des Geheimdienstes laden.

Die Enthüllungen über das gewaltige Ausmaß der NSA-Spionage begannen vor rund zwei Monaten. Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hatte sich mit geheimen Dokumenten an die Medien gewandt und war vor der Veröffentlichung aus den USA geflohen. Auch in Deutschland fängt die NSA Daten ab und kooperiert offenbar mit Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz.

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insgesamt 66 Beiträge
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1. Erleichtert
cbothmer 31.07.2013
Da bin ich ja erleichtert, dass Keith Alexander die Kommunikation seiner Töchter nicht einfach so mitlesen kann.
2. Dieser Mann spricht die Unwahrheit
regierungs4tel 31.07.2013
Und er weiß es auch, das geht aus seinen Formulierungen hervor: Wir müssen die transatlantischen Beziehungen neu einordnen.
3.
Moewi 31.07.2013
Zitat von sysopDafür könne man hundertprozentig kontrollieren, was die eigenen Mitarbeitern machten.
Ahja, und nachdem Snowden also weg war hat man nachgesehen was er so gemacht hat ;o)
4. Ich glaube gar nichts mehr,
MeineMeinungist... 31.07.2013
so lange es nicht einen überprüfbaren Beweis gibt. Da dieses nicht geschehen wird, bleibt es dabei, dass die Erklärungen weitere Lügen sind. hbommy
5. Keith Alexander ist absolut glaubwürdig
uweborn 31.07.2013
wenn er behauptete, die Erde sei eine Scheibe und Wasser fließe bergauf. Aber ganz sicher nicht in Bezug auf die NSA, deren Aktivitäten, die Rechtmäßigkeit der Schnüffelei und vor allen Dingen die Rechtmäßigkeit der daraus resultierenden Handlungen (u.a. Morde per Drohne außerhalb jeder rechtsstaatlichen Kontrolle). Dass die Erde eine Scheibe sei, das könnte man ihm vielleicht glauben.
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