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15. Oktober 2013, 23:16 Uhr

Snowdens Partner

NSA-Reporter Greenwald verlässt den "Guardian"

Der Kontaktmann des NSA-Whistleblowers Snowden, Glenn Greenwald, verlässt den "Guardian" - für ein "journalistisches Traumangebot". Laut der Nachrichtenagentur Reuters soll es sich um eine neue Medienplattform handeln, die der Ebay-Gründer Omidyar finanziert.

New York/Berlin - Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald, der federführend über die Enthüllungen des Informanten Edward Snowden berichtete, verlässt die britische Zeitung "Guardian". Er habe ein "journalistisches Traumangebot" bekommen, könne aber noch keine Details nennen, teilte Greenwald am späten Dienstag mit. Es gehe um ein gut finanziertes neues Unternehmen, erklärte er dem Online-Dienst "Buzzfeed".

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll es sich bei dem Angebot um einen Job bei einer neuen Medienplattform handeln, hinter der das Vermögen von Ebay-Gründer Pierre Omidyar steht. Möglichweise gibt es noch weitere Geldgeber.

Omidyar ist Vorstandsvorsitzender bei Ebay, hat sich jedoch aus dem Tagesgeschäft weitgehend zurückgezogen und engagiert sich seit seinem Aufstieg zum Milliardär intensiv für wohltätige Zwecke. Er gilt als einer der großzügigsten Mäzene aus der Riege der New-Economy-Reichen. Forbes schätzt das Vermögen des 46-Jährigen auf 8,5 Milliarden US-Dollar. Schon 2010 hatte Omidyar mit "Honolulu Civil Beat" eine Nachrichtenplattform für Hawaii gegründet, das ein Modell des "Paid Content", also bezahlter journalistischer Inhalte, verfolgt. Omidyar hatte sich einige Male betroffen über die NSA-Praktiken geäußert, die Edward Snowden mit Hilfe von Glenn Greenwald veröffentlichte.

Snowden, der tausende geheime Unterlagen des US-Geheimdiensts NSA der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte, hatte sich Greenwald als journalistischen Partner ausgesucht, weil er dessen frühere Arbeit kannte. Er gab dem Reporter und der Filmemacherin Laura Poitras ein langes Interview in Hongkong, das Anfang Juni den Skandal um die großflächige Internet-Überwachung durch amerikanische und britische Geheimdienste ins Rollen brachte.

"Die Entscheidung, zu gehen, war nicht leicht, aber mir wurde ein journalistisches Traumangebot gemacht, wie es nur einmal in einer Karriere vorkommt und das wohl kein Journalist ablehnen könnte", erklärte Greenwald am Abend. Nach dem die Neuigkeit vor der beabsichtigten Bekanntgabe durchsickerte - wie so vieles, mit dem sich Greenwald beschäftigte - wollte er dies nur bestätigen.

Jennifer Lindauer vom Guardian drückte stellvertretend für die Redaktion ihr Bedauern aus, dass ein "bemerkenswerter Journalist" die Zeitung verlässt.

mia/dpa/Reuters

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