Attacke auf französische Vertretungen US-Sicherheitsberaterin lobte NSA-Abhöraktion

In Frankreich haben Berichte über Spähaktionen der NSA große Empörung ausgelöst. Die Tageszeitung "Le Monde" veröffentlicht jetzt Details darüber, wie der US-Geheimdienst französische Diplomaten belauschte - und wie Obamas Vertraute Rice von der Aktion schwärmte.

US-Außenminister Kerry (links) mit dem französischen Kollegen Fabius
DPA

US-Außenminister Kerry (links) mit dem französischen Kollegen Fabius


Hamburg - US-Außenminister John Kerry hielt sich am Dienstag in Frankreich auf - und sah sich mit der Empörung seines Gastlandes über Spähaktionen des amerikanischen Geheimdienstes NSA konfrontiert. Der soll Millionen Telefonverbindungen französischer Bürger aufgezeichnet haben.

Die Tageszeitung "Le Monde" hat nun Details über einen umfassenden NSA-Lauschangriff auf französische Diplomaten veröffentlicht, über die der SPIEGEL bereits Anfang September berichtet hatte. Demnach wurden die französische Botschaft in Washington und die französische Delegation bei den Vereinten Nationen abgehört. Dafür benutzte die NSA offenbar ein spezielles Programm mit dem Namen "Genie", wie auch der britische Fernsehsender BBC berichtet.Für dieses Programm habe der Geheimdienst allein im Jahr 2011 rund 652 Millionen US-Dollar investiert.

Laut "Le Monde" soll die Nationale Sicherheitsberaterin der USA, Susan Rice, die Aktion gelobt haben. So sei sie im Vorfeld einer Abstimmung des Uno-Sicherheitsrats über Sanktionen gegen Iran immer über "Ansichten anderer Länder im Bilde" gewesen. Die NSA "hat mir geholfen, die Wahrheit zu kennen. Das hat es uns erlaubt, bei Verhandlungen immer einen Schritt voraus zu sein."

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius ließ den US-Botschafter einbestellen. Solche "unter Partnern inakzeptable Spionage-Praktiken" müssten aufhören, sagte Fabius bei einem Gespräch mit Kerry in Paris.

In der Nacht zum Dienstag hatte es ein Telefongespräch zwischen Frankreichs Präsident François Hollande und Barack Obama gegeben, Hollande habe seine "tiefe Missbilligung" deutlich gemacht und weitere Erklärungen verlangt.

kha/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 17 Beiträge
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mikesch0815 22.10.2013
1. Da simmer aber mal froh..
...das unser Friedrich und Pofalla bei uns diese schlimme Sache für beendet erklärt haben. Der Wahlerfolg gibt ihnen Recht! Danke! Danke! Danke! Es tut gut, wenn sich eine Regierung mutig dem #Neuland stellt! Da weiß man, alles wird gut! Ich bin ja so stolz auf diese Regierung!
lackehe 23.10.2013
2. Der gläserne Mensch
Endlich Bildung und Arbeit für alle. Daran kann doch nichts schlecht sein. Bei meiner Bank brauche ich keine Passwörter mehr. Ich gehe an den Schalter, lege meinen Finger in die Mulde und der Abdruck stimmt mit dem gespeicherten überein. Ist doch gut so, jedenfalls solange ich den Finger nicht zum Abzug einer Waffe brauche. Da mein Abdruck ja nun auch im Melderegister zu finden ist, seit ich den neuen Personalausweis habe, wird er auch in anderen Ländern vorliegen. Es wird also der Tag kommen, wo wir ohne Geld leben können und nur noch in Guthaben und Schulden denken müssen. Finger an die Kasse vergleichen lassen, erübrigt alles alles weitere. Die Bank weiss wo ich bin, wo ich eingekauft habe und wo ich meinen Hauptwohnsitz habe; damit natuerlich auch das Finanzamt. Das Gute dabei ist, dass ich zur Zeit eines Auslandsaufenthaltes in Deutschland auf meinen Einkauf keine Mehrwertsteuer entrichtete. So kann man auch die entgangene Steuer ohne Mühe eintreiben . Durch diese kleine Geste wird enormer Aufwand verhindert, alles geht automatisch. Wenn das kein Fortschritt ist? Keine hat mehr etwas zu verbergen und vielleicht hat man ja selbst im eigenen Haus und unter der Verwandtschaft die Moeglichkeit des Datenabgleiches. So ist niemand mehr ausgenommen, alle werden gleich behandelt und die Nicks sind für die Katz. Ein fröhliches Miau allerseits.
ephlang 23.10.2013
3. glaubt ihr hier im forum
im ernst ihr koennt ein ausspionieren verhindern,wir profitieren vom internet,kaufen ein uebers internet um zeit zu sparen, benutzen kreditkarten. Keiner kann uns unter diesen umstaenden beschuetzen,auch kein gesetz.Spione spionieren eben,das ist ihr beruf.Also ihr wollt nicht ausspioniert werden,dann kuendigt euren internetanschluss und schickt eure post ueber die post etc
skocc 23.10.2013
4. ??
Die USA missbraucht das vertrauen vieler partner(!!) Und welche konsequenz wird daraus gezogen? Bricht die USA nicht gesetze? Werden sie dafür nicht "sanktioniert"? Sie bespitzeln politiker vor bevorstehenden verhandlungen um sich einen vorteil zu verschaffen und bezeichnen menschen sogar als terrorhelfer, die diese praktiken offenlegen. Die "Weltpolizei".......
normalo3006 23.10.2013
5. Ähhh, war da nicht auch franz. Spionage gegen USA 1999?
Vielleicht schon verdrängte Wahrheit, aber Realität: Französische Offiziere hatten 1999 Milosevic' Militär Bombenziele verraten. So konnte schweres Gerät immer wieder Last Minute evakuiert werden. Guter Grund den 'Allierten' im Auge zu behalten meine ich.
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