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Öffentliche Einladungen: Facebook warnt vor Facebook-Partys

Kleiner Hinweis auf große Wirkung: Facebook warnt jetzt minderjährige Mitglieder, wenn sie eine öffentliche Einladung erstellen - damit ihre Party nicht versehentlich von Tausenden Feierwütigen gestürmt wird. Genau das war mehrfach passiert.

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Warnhinweis auf Facebook: "Du bist dabei, eine öffentliche Veranstaltung zu erstellen"

Köln - Facebook-Partys, ein Wort, das Eltern und Hausbesitzer erzittern lässt. Denn nicht selten laufen eigentlich als privat geplante Veranstaltungen im zumeist jugendlichen Freundeskreis aus dem Ruder. Schon des öfteren versammelten sich bis zu mehrere hundert Feierwütige, von denen nicht wenige zu randalieren begannen, zerstörte Autos und verwüstete Vorgärten hinterließen.

Nun haben die Verantwortlichen bei Facebook ein Einsehen - und haben zumindest für minderjährige Nutzer testweise einen besonderen Warnhinweis eingeführt, wenn sie dabei sind, eine Party-Einladung abzusetzen. Seit Donnerstag werden sie darauf hingewiesen, diese Einladung nicht aus Versehen auf "öffentlich" zu stellen, so dass sie theoretisch jedes der rund 750 Millionen Mitglieder sehen kann. Facebook bestätigte den Schritt auf Anfrage: "Ein auffälliger Hinweis wird bei den ersten beiden Malen angezeigt, wenn eine öffentliche Veranstaltung erstellt wird."

In den vergangenen Monaten war es zu mehreren ungewollten Massenpartys gekommen. Erst Ende Juli endete eine Facebook-Party im saarländischen Heusweiler in Chaos und Verwüstung. Unter den insgesamt 2000 Teilnehmern randalierten vermummte Gewalttäter. Die Polizei nahm 69 Personen fest. Daraufhin forderte der saarländische Innenminister Stephan Toscani Facebook auf, dem Treiben durch veränderte Einstellungen einen Riegel vorzuschieben.

Der Politiker zeigte sich mit der neuen Regelung im Ansatz zufrieden und erklärte: "Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Das Internet ist das demokratischste aller Medien. Facebook spielt hier eine wesentliche Rolle. Ein Instrument, das richtig genutzt werden will und größtmöglichen Schutz vor Fehlern mit weitreichenden Folgen bieten muss."

Allerdings geht dem CDU-Politiker Toscani die Änderung noch nicht weit genug. Er bekräftigte seine Forderung nach einem adäquaten Schutz für alle Nutzer. Die standardmäßige Voreinstellung "Öffentliche Veranstaltung" solle komplett entfernt werden. Auf der nächsten Innenministerkonferenz soll über die öffentlichen Einladungen und die Kosten für Polizeieinsätze und Schadensbeseitigung gesprochen werden.

Warum die Facebook-Warnung nur für Minderjährige eingeblendet wird, ist unklar: Zuletzt hatten auch volljährige CDU-Mitglieder zu Sommerfesten der Partei eingeladen, ganz öffentlich.

meu

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insgesamt 4 Beiträge
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1. nett...
alter.fuchs 12.08.2011
Aber warum nicht andersherum? Wer eine öffentlich Veranstaltung durchführen will muss einen Haken setzen und diesen bestätigen? Ach ja, Facebook...
2. Willkommen, Ambermoon.
Ambermoon 12.08.2011
Na, das ging ja fix. Auch wenn man von Unternehmen ab einer gewissen Größe keine Reaktion binnen 24h mehr erwarten kann - das ist dann doch schon eine Reaktionszeit, für die man selbst Behörden sanft tadeln würde.
3. hä?
seikor 12.08.2011
wieso dürfen Minderjährige überhaupt öffentliche Partys einberufen? Wo liegt das Problem, dieses Häkchen für Minderjährige einfach zu sperren?
4. Sans title
LH526 12.08.2011
Und wieder ein fall von "Kenne dein Werkzeug"! Ich hab' verdammt nochmal die Pflicht, mich mit den Werkzeugen die ich benutze auseinanderzusetzen! Keiner würde zu seiner Geburtstagsparty Flyer in sämtlichen Deutschen Städten verteilen ... das Konstrukt "Facebookparty" ist einfach nur der Erklärungsversuch einen Umstand zu beschreiben, in dem Menschen nicht mit Werkzeugen (nichts anderes ist Facebook). Hey, lieber user, LIES was du anklickst und bestätigst! Jetzt den Fehler bei Facebook zu suchen ist wiedermal zu einfach ... "ICH? Ich hab den doch nicht getötet! Die Waffe war's genauer gesagt die Kugel, DIE ist Schuld, nicht ich!"
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  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

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Soziale Netzwerke
Facebook
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Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
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Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
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Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
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Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
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Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...

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