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Online-Abstimmung: Studenten wählen Snowden zum Rektor der Uni Glasgow

Edward Snowden (Video-Screenshot): Rektor in Abwesenheit Zur Großansicht
DPA/ Wikileaks

Edward Snowden (Video-Screenshot): Rektor in Abwesenheit

Edward Snowden hat einen neuen Job: Die Studenten der University of Glasgow haben ihn zu ihrem neuen Rektor gewählt. Die damit verbundenen Aufgaben wird er allerdings kaum erfüllen können - das wird aber auch nicht erwartet.

Glasgow - Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ist zum Rektor der Universität Glasgow gewählt worden, eine von Großbritanniens ältesten Hochschulen. Mit klarer Mehrheit hat sich der Whistleblower bei einer Online-Abstimmung der Studenten durchgesetzt, schreibt die schottische Universität in einer Mitteilung auf ihrer Webseite.

Demnach wurden insgesamt 6560 Stimmen abgegeben, im zweiten Wahlgang setzte sich Snowden mit mehr als der Hälfte der Stimmen klar gegen drei weitere prominente Kandidaten durch.

Die Wahl zum Rektor der University of Glasgow ist vor allem eine symbolische. Zwar soll der Amtsträger die Studenten vertreten und für die Finanzen der Hochschule verantwortlich sein. Da der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter derzeit in Russland festsitzt, wird er sich um solche Dinge aber kaum kümmern können. Und das wird auch gar nicht erwartet.

Snowden fühlt sich angeblich geehrt

Bereits öfter - aber nicht regelmäßig - haben die britischen Studenten eine Person zum Rektor gewählt, die ihr Amt wohl kaum ausüben konnte. Neben Schauspielern und Stars wurde zum Beispiel 1987 Winnie Madikizela-Mandela ins Amt gewählt, 2005 war es der der israelische Whistleblower Mordechai Vanunu.

Im Überwachungsskandal, den Snowden aufgedeckt hat, hat der britische Geheimdienst GCHQ eine Schlüsselrolle. Doch bislang blieb im Land der große Aufschrei gegen die Bespitzelung aus, im Gegenteil: Es gab eine monatelange Hetzjagd auf die Redaktion des "Guardian", die die Späh-Aktivitäten öffentlich gemacht hatte. Chefredakteur Alan Rusbridger musste sich sogar vor dem britischen Unterhaus für die Enthüllungen rechtfertigen. Gerade in diesem Umfeld also ist die Wahl der jungen Akademiker ein klares politisches Statement.

Auf der Facebook-Seite der universitätsinternen Wahlkampagne "Edward Snowden for Rector" wurde eine Stellungnahme veröffentlicht, die angeblich vom Gewählten selbst stammen soll: Er fühle sich geehrt und sei dankbar. Die Verteidigung des Grundrechtes auf freie Gedanken und freie Kommunikation sei "die Herausforderung unserer Generation". Laut den Studenten soll sich Snowden vorab mit seiner unfreiwilligen Kandidatur einverstanden erklärt haben.

juh

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1.
af17555 19.02.2014
Zitat von sysopDPA/ WikileaksEdward Snowden hat einen neuen Job: Die Studenten der University of Glasgow haben ihn zu ihrem neuen Rektor gewählt. Die damit verbundenen Aufgaben wird er allerdings kaum erfüllen können - das wird aber auch nicht erwartet. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/online-abstimmung-studenten-waehlen-snowden-zum-rektor-der-uni-glasgow-a-954363.html
Da sieht man, wie infantil selbst Studenten durch die Möglichkeiten der neuen Medien werden können.
2. Ich schlage
kahabe 19.02.2014
Zitat von sysopDPA/ WikileaksEdward Snowden hat einen neuen Job: Die Studenten der University of Glasgow haben ihn zu ihrem neuen Rektor gewählt. Die damit verbundenen Aufgaben wird er allerdings kaum erfüllen können - das wird aber auch nicht erwartet. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/online-abstimmung-studenten-waehlen-snowden-zum-rektor-der-uni-glasgow-a-954363.html
Snowden für die Wahl zum (nächsten) Bischof von Rom vor. Da braucht es bekanntlich keinerlei Qualifaktion. Mann sein ist keine.
3.
gog-magog 19.02.2014
Zitat von sysopDPA/ WikileaksEdward Snowden hat einen neuen Job: Die Studenten der University of Glasgow haben ihn zu ihrem neuen Rektor gewählt. Die damit verbundenen Aufgaben wird er allerdings kaum erfüllen können - das wird aber auch nicht erwartet. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/online-abstimmung-studenten-waehlen-snowden-zum-rektor-der-uni-glasgow-a-954363.html
Man kann den Studierenden in Glasgow nur gratulieren. Es gibt wohl kaum einen ehrenhafteren Kandidaten, als diesen. Außerdem läßt das hoffen, dass es in UK doch noch ein paar Leute mit einem Funken Verstand gibt, auf die man als Demokrat bauen kann.
4. Infantilität, ja , wohl bei ihnen
redbayer 19.02.2014
Zitat von af17555Da sieht man, wie infantil selbst Studenten durch die Möglichkeiten der neuen Medien werden können.
es tut gut, dass wenigstens ein paar junge Leute in England symbolisch ihren Widerstand gegen die totale Kommunikationsüberwachung zeigen. Der Rest der Gesellschaft und politisch Verantwortlichen sind ja Teil des Systems und empfinden sich offenbar als Krone der Schöpfung mit ihrem Überwachungswahn.
5. ehrenwert
Untertan 2.0 19.02.2014
Ich würde Snowden auch jederzeit zum Bundespräsidenten wählen. Zum Thema Freiheit hat er sicher mehr zu sagen, als dieser komische Gauck.
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