Online-Netzwerk MySpace für 35 Millionen Dollar verramscht

Das einst weltgrößte Online-Netzwerk hat seinen Besitzer gewechselt: Eine Werbefirma aus Kalifornien kaufte MySpace offenbar für 35 Millionen Dollar. Ein schlechter Deal für Rupert Murdoch - der Medienmogul hatte im Jahr 2005 580 Millionen Dollar gezahlt.

MySpace-Seite: Vom größten Online-Netzwerk der Welt auf Ramschstatus
DPA

MySpace-Seite: Vom größten Online-Netzwerk der Welt auf Ramschstatus


New York - Sie haben einen Käufer gefunden: Die News Corp. von Medienmogul Rupert Murdoch trennt sich nach anhaltenden Verlusten vom einst weltgrößten Online-Netzwerk MySpace. Der neue Besitzer ist die weithin unbekannte Online-Werbefirma Specific Media aus Kalifornien. Sie gab den Kauf am Mittwoch bekannt, allerdings ohne einen Preis zu nennen.

Nach Berichten von US-Medien bekommt die News Corp. gerade noch 35 Millionen Dollar, von denen ein Teil nicht mal in bar, sondern in Specific-Media-Anteilen gezahlt wird. Dabei werde News Corp. einen Anteil von fünf Prozent behalten, sagte am Mittwoch eine Person, die mit dem Geschäft vertraut war. Mehr als die Hälfte der etwa 500 MySpace-Mitarbeiter dürften im Zuge des Verkaufs ihre Stelle verlieren, hieß es weiter.

Damit hätte der eigentlich für seinen guten Riecher bekannte Murdoch jede Menge Geld verbrannt: Er hatte MySpace 2005 für damals aufsehenerregende 580 Millionen Dollar geschluckt und investierte noch stark in die Weiterentwicklung der Website. Am Anfang rechnete sich das Geschäft auch durch einen lukrativen Vertrag mit dem Internetkonzern Google.

Unter der Regie von Murdochs News Corp. häufte das Netzwerk aber immer höhere Verluste an. Die MySpace-Nutzerzahlen stagnierten, während der jüngere Rivale Facebook vorbeizog und mittlerweile rund 600 Millionen Mitglieder verzeichnet. Für den Börsenkandidaten Facebook kursieren Firmenwerte von 50 Milliarden bis 100 Milliarden Dollar. Die vielen Nutzer machen das Netzwerk für Werbepartner interessant.

lgr/dpa/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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sensible-error 29.06.2011
1. Also ich weiss ja nicht,
was man als sysope so Netto verdient...der Medienmogul versenkt ja ihrem Blatt zufolge stündlich mehr...aber bei einer solchen Summe von Ramsch zu schreiben ist gewagt...letztlich ist MySpace nur ein Name vor den (Kranken) Phantasien, vergleichbar Intershop, Lehman Bros. Oder besonders auch natürlich Hypo Real Estate....die sysopen lassen sich immer noch leicht begeistern... Schön... :@)
larsmach 30.06.2011
2. Volatilität der virtuellen Wirtschaft frisst ihre Kinder
Ein normaler Vorgang. In der schönen Internetwelt geht alles ganz schnell. Da können "Giganten" binnen weniger Monate zu Boden gehen, weil ein neuer Anbieter "hipp" ist. Gestern Marktführer, heute Marginalie. Währenddessen lassen sich globale Marktanteile nicht so einfach übernehmen in der Industrie - jene als "Old Economy" belächelte Wirtschaftsform, die Deutschland Wohlstand beschert und in einigen meist angelsächsischen Ländern kaum noch betrieben wird. Eine Maschine zu entwickeln dauert Jahre, weltweiter Verkauf erfordert meist globale Produktion sowie Absatz- und Servicenetzwerke. Viele US Investoren schrieben - dem Trend folgend - "Cleantech" auf ihre Fahnen, bis einigen klar wurde, dass damit jahrelange Prototypen-Entwicklung und "echte" Fabriken gemeint waren. So fließt seit geraumer Zeit wieder irrwitzig viel Geld in virtuelle Werte mit hohem Volatilitätsrisiko. Es wird interessant sein, wie die USA als Nation in Zukunft stabilen Wohlstand sichern will, wenn immer größere Anteile des Bruttosozialprodukts durch Internetfirmen und "Finanzindustrie" erwirtschaftet werden. Heute mögen Konkurrenten Adressen noch in Silicon Valley besitzen, morgen schon in Indien oder China...
Beintanz 30.06.2011
3. Werbungsverschmutzung
Ich bin wegen der zunehmenden Werbung, der bindenden Kommunikation und wachsender Unübersichtlichkeit aus MySpace ausgetreten. Überall dort wo Firmen versuchen mit Werbung im Internet Geld zu verdienen wird das Internet zu Dreck. Auch die sogenannte personalisierte Werbung ist Augenwischerei der Werbetreibenden: Bei MySpace zum Beispiel wurde ich ständig mit irgend welchen Informationen und Fotos von irgendwelchen bescheuerten Promis zugeballert. Wenn die Werbung dort wirklich personalisiert worden wäre hätte ich Werbung für/über viele unbekannte Musiker bekommen müssen die mich tatsächlich interessiert hätten. Wenn ich bei MySpace eine Nachricht bekommen habe kam per Email eine Benachrichtigung daß ich bei MySpace eine Nachricht bekommen habe, anstatt mir einfach diese Nachricht per Email weiterzuleiten. Dann mußte ich mich dort einloggen und zwischen dieser ganzen widerlichen Werbung mein Postfach suchen das anscheinend zu x-ten Mal seinen Ort gewechselt hatte. Als Musiker habe ich dort geschätzt daß ich dort meine Musik auf einfache Weise präsentieren, und mich mit anderen Künstlern "vernetzen" konnte. Obwohl ich eigentlich Flash-Seiten meide wo ich nur kann war der Player dort sehr schlicht und praktisch. Diese ganze Verlinkung mit sogenannten "Freunden" hat mir allerdings überhaupt nichts gebracht. Die Freundesliste wurde auch immer unübersichtlicher und unpraktischer gestaltet und ich hatte später auch plötzlich irgendwelche Freunde ohne daß ich zugestimmt hätte. Als Murdoch MySpace übernommen hat wurde dieses Netz systematisch von Ihm zerstört in dem er versucht hat eine kommerzielle Werbeplattform daraus zu machen. Da nun auch noch eine Werbeagentur die Plattform übernimmt wird das Ganze wohl mit einem Genickschuss enden.
tunga 30.06.2011
4. Luftblasen
Ja so ist das bei diesen Internetluftblasen wo der Gewinn oder Umsatz in keinem Verhältnis zum Marktwert steht. Aber so lange Firmen meinen sie müssten sich diese Klitschen aus Prestige leisten werden halt diese Fantasiepreise bezahlt, mit facebook wird es ebenso enden.
Meckermann 30.06.2011
5. Werbung
Wer glaubt, dass Werbung einen nenneswerten Wert hat, abgesehen von dem eingebildeten Wert der Werbetreibenden... der ist wohl der werbung auf den Leim gegangen ;)
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