Online-Werbung: Google hat Adblock Plus Geld gezahlt

Die Firma hinter dem Werbeblocker Adblock Plus steht in der Kritik. Sie kassiert Geld von Firmen, deren Online-Werbung nicht gefiltert wird. Bezahlt hat auch Google.

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Logo von Adblock Plus: Werbeunternehmen zahlen an den Werbefilter

Hamburg - Die umstrittene Software Adblock Plus schaltet bestimmte Online-Werbung auf Webseiten aus - einige Werbebanner werden aber durchgelassen. Hinter dem Programm steht eine Firma, die mit dem Werbefilter ein Geschäft macht. Unter anderem hat Google Geld an Adblock Plus gezahlt - und Google-Anzeigen werden durch den Filter gelassen.

Ob es sich bei der Zahlung um eine einmalige Sache gehandelt hat, ob regelmäßig Zahlungen fließen oder sogar eine Beteiligung an Googles Werbeeinnahmen gezahlt wird, konnte ein Sprecher des Suchmaschinenkonzerns am Freitag auf Anfrage nicht sagen. So viel aber ist klar: Es ist Geld geflossen, Google einen Deal mit Adblock Plus gemacht. Adblock Plus lässt etwa Suchmaschinen-Anzeigen und gesponserte Ergebnisse bei Google und auf AdSense-Such-Partnerseiten durch, also Sites, die die Google-Suche eingebunden haben.

Der Chef von Adblock Plus, Till Faida, will dazu nichts sagen: "Wir können uns grundsätzlich nicht zu Verträgen äußern", sagte er. Bei Adblock Plus heißt es auf der Website, man werde "von einigen größeren Parteien bezahlt, die unaufdringliche Werbung unterstützen". Über das Geschäft mit Google hatte die österreichische Seite Horizont online am Donnerstag berichtet. Faida behauptete gegenüber Horizont online, Google selbst habe die Freischaltung seiner Anzeigen beantragt.

Laut Google hatte die Community von Adblock Plus die Google-Textanzeigen vom Werbefilter ausgenommen. Anschließend sei Geld gezahlt worden, nicht vorher. Offenbar wollte Google es sich mit Adblock Plus nicht verscherzen.

Welche Werbung durch den Filter von Adblock Plus gelassen wird, entscheidet angeblich eine Community, die entsprechende Regeln aufstellt. Der Blogger Sascha Pallenberg zweifelt das jedoch an: "Das sind keine User wie du und ich, das sind die Adblock-Plus-Macher und ihre Angestellten." Pallenberg wirft den Machern des millionenfach genutzten Programms Erpressung vor. Die Freischaltung von Werbung von Unternehmen aus dem Umfeld von Adblock Plus sei unter "höchst dubiosen Umständen" abgelaufen.

ore

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insgesamt 58 Beiträge
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1.
marthaimschnee 05.07.2013
Vollkommen egal. Adblock benutzt man im Verbund mit NoScript, Ghostery und einem CookieBlocker. Keines dieser Tools ist über jeden Zweifel erhaben, aber es nützt an der Stelle nicht, ein oder zwei zu bestechen, man müßte es bei allen tun, um zuverlässig durchzukommen. Und dann gibt es ja noch die Möglichkeit, die Whitelists einfach abzuschalten - auch bei AdBlock.
2. Falsch!
warrior242 05.07.2013
Adblock Plus lässt nichts durch ihre Filter durch. Das wäre auch unsinnig, denn jeder Nutzer kann individuelle Filter hinzufügen. Auf was der Text anspielt, ist die Option, nicht aufdringliche Werbung zuzulassen. Diese Option lässt sich aber leicht mit 2 oder 3 Mausklicks abschalten. Wenn man keine Ahnung hat...
3. Skandal!?
tinyentropy.com 05.07.2013
Zitat von sysopDie Firma hinter dem Werbeblocker Adblock Plus steht in der Kritik. Sie kassiert Geld von Firmen, deren Online-Werbung nicht gefiltert wird. Bezahlt hat auch Google. Online-Werbung: Google zahlte an Adblock Plus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/online-werbung-google-zahlte-an-adblock-plus-a-909659.html)
Vielleicht nicht. So läuft unsere Gesellschaft eben. Wer zahlt kann die Regeln bestimmen. Aber eine Sauerei bleibt es dennoch!!!
4.
rxzlmn 05.07.2013
mit keiner silbe wird erwähnt, dass sich das alles nur auf einen freiwilligen, komplett ab schaltbaren whitelist-filter bezieht. wer keine 'unaufdringliche' werbung mag, kann jederzeit alles blocken. aber schon klar, dass werbefinanzierte websites wie spon das bewusst verschweigen.
5. Jaja, das Reich des Bösen heißt nicht
23 1/3 05.07.2013
mehr Prism, Iran oder Nordkorea sondern AdBlockplus. Shame one you.
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