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Onlinezensur: China filtert Ägypten-Kommentare aus dem Netz

Bitte keine Kommentare zum Aufstand: Einige der beliebtesten Mitmach-Plattformen in China lassen Suchanfragen zu Ägypten ins Leere laufen - Webnutzer sind auf die Berichte der Staatsmedien angewiesen.

Chaos in Kairo: Ausschreitungen, Schüsse, Plünderungen Fotos
DPA

Wer in populären chinesischen Onlinediensten Meldungen zum Begriff "Ägypten" sucht, erhält seit Samstag eine Fehlermeldung. Betroffen sind die mit Twitter vergleichbaren Mikroblog-Plattformen der Anbieter Sina und Sohu, wo Privatpersonen eigene Nachrichtenströme pflegen, Videos und Quellen einbinden können.

Die Suche nach dem Begriff "Ägypten" führte bei einem Versuch der Nachrichtenagentur Reuters zu keinen Fundstellen, während die Suche nach dem politisch stabilen Finnland zum Beispiel bei Sohu mehr als 1700 Treffer ergab. Blogger in Hongkong und Shanghai bestätigen diese Eingriffe.

Die Regierung in Peking zensiert die in China ansässigen Websites regelmäßig, zugleich werden die etwa 450 Millionen Internet-Nutzer im Land häufig am Besuch ausländischer Websites gehindert.

Trotz der stetigen Furcht der chinesischen Behörden vor Protesten im eigenen Land berichteten die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua und der staatliche Fernsehsender CCTV jedoch über die seit Tagen andauernden Massendemonstrationen gegen die ägyptische Führung. Dabei wurde allerdings der Schwerpunkt der Berichterstattung auf die von Demonstranten ausgehende Gewalt gesetzt, nicht auf die Ursache der Proteste gegen die Regierung. Demokratie sei mit den Bedingungen Ägyptens und Tunesiens nicht vereinbar und entsprechende Bestrebungen in Asien würden allenfalls zu "Chaos in den Straßen" führen, lautete ein Kommentar in der regierungsnahen "Global Times".

lis/AFP/dpa/Reuters

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Diktatur in Reinkultur
RaMaDa 31.01.2011
Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren. Ob die Chinesische Regierung jemals davon gehört hat....
2. ...
Crom 31.01.2011
China hat Afrika für sich entdeckt und unterstützt die dortigen korrupten Machthaber, um in Ruhe dortige Bodenschätze abzubauen. Daher hat China kein Interesse daran, dass die Diktatorenkollegen vom Volk vertrieben werden. Statt zu schauen, was der Westen macht (warum sollte der überhaupt etwas unternehmen?), sollte man lieber den Blick auf China richten.
3.
KobiDror 31.01.2011
Da wird doch wohl nicht jemand Angst bekommen, dass es ihm genauso geht?!
4. "Beratung"
roterschwadron 31.01.2011
Zitat von RaMaDaKein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren. Ob die Chinesische Regierung jemals davon gehört hat....
Merkel und die führenden Vertreter der deutschen Wirtschaft sind doch oft genug dort, daß sie das eigentlich wissen müßten...
5. unkorrekt
frontrunner1 31.01.2011
die Meldung ist unkorrekt. Gefiltert wird Ägypten in chinesischen Schriftzeichen. Wird Pinyin oder in englisch eingegeben, bekommt man Treffer angezeigt und nicht nur heimische, sondern international.
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