Papst-Botschaft: Benedikt preist soziale Netzwerke und warnt vor ihnen

Der Papst hat Facebook, Twitter und Co. seinen Segen gegeben und auf die Chancen sozialer Netzwerke hingewiesen. Zugleich warnte er davor, dass Online-Freundschaften echte Begegnungen zwischen Menschen ersetzen.

Benedikt XVI.: Beim "Sharing" ehrlich sein Zur Großansicht
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Benedikt XVI.: Beim "Sharing" ehrlich sein

Der Papst und das Internet - das ist eine durchaus ambivalente Angelegenheit. Benedikt XVI. liebt Papier, die Online-Kommunikation überlasst er seinen Gehilfen. Im Vatikan hat man natürlich längst erkannt, dass vor allem die Jugend das Internet sehr intensiv nutzt. Und so betreibt der Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationsmittel unter der URL pope2you.net eine Web-Seite, auf der es heißt: "Der Papst trifft dich auf Facebook." Auf der Seite wird auch eine iPhone-Applikation angeboten, über die Anwender Nachrichten aus der Katholischen Kirche abrufen können.

Nun hat sich Benedikt XVI. in seiner jährlichen Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikation an Internet-User weltweit gewandt. "Wahrheit, Verkündigung und Authentizität des Lebens im digitalen Zeitalter" heißt die Botschaft, in der der 83-Jährige die großen Chancen neuer Medien und sozialer Netzwerke hervorhebt.

Der Papst erwähnte zwar keines der bekannten Netzwerke ausdrücklich, in seiner Botschaft tauchten aber die gängigen Begriffe wie Teilen, Profile und Freund auf. Nach seiner Aussage können soziale Netzwerke helfen, dass Menschen sich austauschen und gute Beziehungen aufgebaut werden.

Zugleich warnte Benedikt vor einer möglichen Entfremdung und der Gefahr, mehr virtuelle Freunde zu haben als reale. "Man sollte sich immer daran erinnern, dass virtuelle Verbindungen direkte Kontakte von Mensch zu Mensch nicht ersetzen können und dürfen." Nutzer sozialer Netzwerke sollten sich fragen: Wer ist mein Nachbar in dieser neuen Welt? Sie sollten auch die Gefahren meiden, die ein ständiges Online-Sein impliziert.

"Wenn sich jemand in den Cyberspace begibt, dann kann das ein Zeichen dafür sein, dass er tatsächlich die persönliche Begegnung mit anderen sucht", meinte der Papst. Man müsse aber vor den Gefahren gewappnet sein, etwa dem Zurückziehen in eine parallele Existenz oder eine exzessive Nutzung der virtuellen Welt.

Die Menschen sollten ernsthaft über die Bedeutung von Kommunikation im digitalen Zeitalter nachdenken. Beim "Sharing" komme es darauf an, ehrlich und glaubwürdig zu sein. Man dürfe kein künstliches öffentliches Profil von sich konstruieren.

hda/Reuters

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