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Predictive Policing: Polizei will Straftaten per Software vorhersagen

Kriminaldirektor Karl Geyer im Polizeipräsidium in Nürnberg (Archivbild): Die Software kann Einbrüche vorhersagen Zur Großansicht
DPA

Kriminaldirektor Karl Geyer im Polizeipräsidium in Nürnberg (Archivbild): Die Software kann Einbrüche vorhersagen

In Städten wie München und Berlin sollen künftig Computerprogramme auf Straftaten hinweisen, bevor sie geschehen. Nach Informationen des SPIEGEL setzen sechs Bundesländer auf die Datenauswertung.

Die deutschen Sicherheitsbehörden werden künftig verstärkt computergenerierte Prognosen nutzen, um Verbrecher zu bekämpfen. Sechs Bundesländer treffen Vorbereitungen dafür, die Polizei mit sogenannter Predictive-Policing-Software auszurüsten.

Neben Bayern bereiten nach SPIEGEL-Informationen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Brandenburg und Berlin den Einsatz solcher Vorhersageprogramme vor. In Bayern wird derzeit das ausschließlich auf Polizeidaten basierende "Precobs"-System getestet. Die anderen Bundesländer wollen für die Vorhersage von Straftaten auch weitere Datenbanken nutzen, mit Informationen etwa über die Kaufkraft in bestimmten Gegenden. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Datenschützer zeigen sich besorgt: Schon die "anscheinend harmlosen Daten", die für Precobs genutzt würden, könnten "zu einer Stigmatisierung von Menschen führen", sagt die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff. Wer an einem vermeintlichen Kriminalitätsschwerpunkt lebe oder sich zufällig dort aufhalte, könnte unbegründet ins Raster der Polizei geraten.

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jös/wow

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insgesamt 118 Beiträge
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1.
scythe 28.02.2015
Das mag anfangs gut funktionieren, aber oft sind Kriminelle schneller und besser damit neue Technologie zu nutzen als die Ermittlungsbehörden - es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Systeme gehackt werden und die Täter Informationen darüber einkaufen können, wo die Polizei verstärkt Streife fährt und wo eben nicht.
2. Gedankenpolizei
friedhart 28.02.2015
aus wikipedia zu Orwells 1984: "Im Jahre 1984 werden kritische Gedanken, sogenannte Gedankenverbrechen, die die Doktrin des fiktiven Staates Ozeanien in Frage stellen, als Staatsverbrechen behandelt. Das erklärte Ziel der herrschenden totalitären Partei ist, durch die Einführung einer neuen Sprache (Neusprech genannt), durch ständige Verfälschung der Geschichte und durch totale Kontrolle und Bedrohung den Bürgern die Möglichkeiten zu entziehen, Gedankenverbrechen zu begehen."
3. Das erinnert doch an...
beggy1987 28.02.2015
...Minority Report.
4.
pauschaltourist 28.02.2015
Manchmal hoffe ich, auch Datenschutzbeauftragte würden sich gelegentlich an einem "vermeintlichen Kriminalitätsschwerpunkt leben oder sich zufällig dort aufhalten". Nur lebt und arbeitet man mit 10.000-€-Monatsgehalt scheinbar irgendwo anders.
5. Wer jetzt noch PayPal nutzt...
spon-facebook-10000239462 28.02.2015
ist selber schuld. Dem Überwachungsirrsin kann man nur noch begegnen, indem jeder Bürger gezielt vermeidet, Daten zu erzeugen oder ganz bewusst falsche Daten erzeugt. Die harmlose Frage nach der Postleitzahl im Supermarkt falsch beantworten oder auch sonst unsinnige Angaben machen. Wenn die Daten wertlos sind, sind auch die Ergebnisse unbrauchbar. Das wäre wohl die einzige Chance, dass derartige Projekte wieder eingestellt werden.
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