Web-Überwachung Britischer Geheimdienst soll Zugriff auf NSA-Daten haben

Nicht nur der US-Geheimdienst NSA soll auf Nutzerdaten bei Facebook, Google und Co. Zugriff haben. Auch ein britischer Geheimdienst habe so Daten erhalten, berichtet nun der "Guardian".

Britischer Geheimdienst GCHQ in Cheltenham: Zugriff auf NSA-Daten
REUTERS

Britischer Geheimdienst GCHQ in Cheltenham: Zugriff auf NSA-Daten


London - Der britische Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) hat nach einem Bericht des "Guardian" Zugriff auf Nutzerdaten großer IT-Konzerne in den USA erhalten. Möglich gemacht habe das eine Kooperation mit dem US-Geheimdienst NSA. Dessen Schnüffelprojekt Prism soll angeblich direkt auf Server von Google, Facebook, Microsoft und weiterer großer Konzerne zugreifen können.

Das hatten "Guardian" und "Washington Post" enthüllt. Die Unternehmen dementieren dies, einige vehementer als andere. Die US-Regierung hat die Existenz des Schnüffelprojekts, das offenbar seit sechs Jahren läuft, jedoch bestätigt. Prism soll sich demnach zwar nicht gegen US-Bürger richten, aber Millionen Nutzer weltweit sind das Ziel.

Wie der "Guardian" berichtet, habe der britische Dienst GCHQ seit Juni 2010 Material über das System erhalten. Im vergangenen Jahr sollen 197 Berichte des Geheimdienstes auf diese Daten zurückgehen. Die Zahl der Geheimdienstberichte sei dadurch im Vergleich zum Vorjahr um 137 Prozent gestiegen.

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rolandjulius 07.06.2013
1. Der Wind bläst schon um all Ecken.
wie sie sehen,der Angriff ist die beste Verteidigung! Die Amis sind eben nicht die Einzigen, welche das Internet beherrschen, die Tommys können das auch,und haben gezeigt, dass sie die letzten Jahre nicht verschlafen haben. Wann war denn bei uns der letzte Winter zu Ende? Schneit es noch immer auf dem Wendelstein?
spiegelleser_12345 07.06.2013
2. Ja und?
Zitat von sysopREUTERSNicht nur der US-Geheimdienst NSA soll auf Nutzerdaten bei Facebook, Google und Co. Zugriff haben. Auch ein britischer Geheimdienst habe so Daten erhalten, berichtet nun der "Guardian". http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/prism-britischer-geheimdienst-soll-zugriff-auf-nsa-daten-haben-a-904444.html
Wo ist das Problem? Es war immer eindeutig und wurde immer genau so kommuniziert, dass Google, Facebook und Co. alles andere als seriöse Datenschützer sind. Wer Facebook nutzt, ein Google Profil hat oder Software von Google, wie die beliebte Toolbar, nutzt, sollte sich nicht wundern, wenn die Betreiber immer exakt wissen, mit welcher IP wir im Internet unterwegs sind, wo wir sind und was wir machen. Dabei ist es so einfach, dass zu verhindern. Oder aber, man dultet es, weil man darin kein Problem sieht. Es ist eine freie Entscheidung. So what?
spiegelleser_12345 07.06.2013
3. Echolon
Zitat von rolandjuliuswie sie sehen,der Angriff ist die beste Verteidigung! Die Amis sind eben nicht die Einzigen, welche das Internet beherrschen, die Tommys können das auch,und haben gezeigt, dass sie die letzten Jahre nicht verschlafen haben. Wann war denn bei uns der letzte Winter zu Ende? Schneit es noch immer auf dem Wendelstein?
Und beide arbeiten offiziell bestätigt zusammen in einem großen Spionagenetz namens Echolon: Echelon (http://de.wikipedia.org/wiki/Echelon)
albert schulz 07.06.2013
4. eine hochprofessionelle Mannschaft
Es ist allgemein bekannt, daß die USA und GB in Sicherheitsfragen immer an einem Strang ziehen. Als die Engländer im Krieg ihre gesamte Einflußsphäre mit Kolonien, Schürfrechten, Stützpunkten, verbrieften Privilegien und allerlei Abhängigkeiten an die Amerikaner abgeben mußten, um ihre exorbitanten Schulden zurückzuhalten, wird es eine ganze Reihe von Übereinkünften gegeben haben, die den verbliebenen Einfluß und das Vermögen der Briten schützten, wodurch sie allerdings zu bedingungsloser Gefolgschaft gezwungen waren, durchaus ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. In Zeiten des Kalten Krieges galten in Deutschland noch vielzählige alliierte Eingriffsrechte, so wurden etwa sämtliche Telefonate und Funkverbindungen von den Amerikanern und Briten kontrolliert, und zwar gemeinsam von Garching aus, in riesigen technischen Anlagen. In den Verträgen zur Einverleibung der DDR wurde die alliierten Vorbehalte zwar sicher umformuliert, aber es ist äußerst unwahrscheinlich, daß sich die Angloamerikaner ihre Vorrechte haben nehmen lassen, sie wurden bestenfalls durch andere Kontrollmechanismen ersetzt. Wer meint, das Internet wäre etwas anderes als ein Instrument der USA, die Weltkommunikation zu beherrschen, ist bestenfalls naiv. Es handelt sich um einen Machtfaktor, der durchaus mit der militärischen Vorherrschaft auf unserem Planeten vergleichbar ist. Und daß da irgendwelche Firmen nicht mit ihrer Regierung an einem Strang ziehen, ist ebenfalls gnadenlos naiv, wobei es absolut gleichgültig ist, ob es sich um Demokraten oder Republikaner handelt. Regierungen schützen und unterstützen die Interessen ihrer Wirtschaft bedingungslos und umgekehrt, weil sie nur zusammen Erfolge haben können. Das Verhalten ist so alt wie die Geschichte. Die USA beschäftigen mehr als drei Millionen Menschen in ihren offiziellen Sicherheitsapparaten, nur etwa die Hälfte besteht aus Militär, der Rest aus Geheimdienstlern ohne Ende. Und die sind selten als „Agenten“ vor Ort tätig, sondern sammeln Informationen und werten sie aus, sicher auch im Interesse der Politik, aber vermutlich überwiegend der Wirtschaft. Letztlich ist die Wirtschaft der Machtfaktor, hier wird das Geld beschafft für die Apparate der Macht.
albert schulz 07.06.2013
5. Einbildung ist auch Bildung
Zitat von spiegelleser_12345Wo ist das Problem? Es war immer eindeutig und wurde immer genau so kommuniziert, dass Google, Facebook und Co. alles andere als seriöse Datenschützer sind. Wer Facebook nutzt, ein Google Profil hat oder Software von Google, wie die beliebte Toolbar, nutzt, sollte sich nicht wundern, wenn die Betreiber immer exakt wissen, mit welcher IP wir im Internet unterwegs sind, wo wir sind und was wir machen. Dabei ist es so einfach, dass zu verhindern. Oder aber, man dultet es, weil man darin kein Problem sieht. Es ist eine freie Entscheidung. So what?
Wer glaubt, er wäre anonym im Netz, hat einen ganz gewaltigen Sprung in der Schüssel. Die Adressen bekommen schon popelige Zeitungsverlage raus, und sogar unsere geheimen Gurkentruppen. Interessant ist nur, wem diese Informationen zugänglich sind.
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