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Prism-Skandal: Mozilla und Greenpeace gegen die Datensammler

  NSA-Zentrale in Utah: Bürgerrechtler laufen Sturm gegen Abhörsysteme  Zur Großansicht
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NSA-Zentrale in Utah: Bürgerrechtler laufen Sturm gegen Abhörsysteme

"Stop Watching Us": In den USA laufen Bürgerrechtler und Gruppen wie Mozilla und Greenpeace Sturm gegen die Spähprogramme der Obama-Regierung. Die Erkenntnisse über das Abhörsystem Prism bestätigten "unsere schlimmsten Befürchtungen", schreiben mehr als 80 Organisationen an den Kongress.

Washington - Nicht nur im Ausland, auch in den USA wächst die Empörung über die Datensammelwut der Geheimdienste. "Wir wollen kein Internet, wo alles, was wir tun, heimlich von der Regierung protokolliert wird", sagte Alex Fowler von Mozilla, dem Hersteller des Firefox-Browsers. Die Erkenntnisse über die Spähprogramme zu Internet- und Telefonverbindungen bestätigten "viele unserer schlimmsten Befürchtungen", sagte er. Sie würfen zudem Fragen auf "über den Schutz unseres Privatlebens und die Kontrolle der Regierungsbefugnisse (...)".

Mehr als 80 Organisationen, darunter die Bürgerrechtsgruppe American Civil Liberties Union (ACLU), Mozilla und Greenpeace USA riefen den Kongress am Dienstag auf, eine Untersuchung zu den Überwachungsprogrammen der Geheimdienste einzuleiten. Auf der Website stopwatching.us ("Hört auf, uns zu überwachen") starteten sie zudem eine Online-Petition.

"Diese Art der pauschalen Datensammelei kratzt an den amerikanischen Grundwerten von Freiheit und Privatsphäre", heißt es in dem Offenen Brief. Dadurch würden Eckpfeiler der Verfassung verletzt. "Wir rufen den Kongress auf, sofort zu handeln, um diese Überwachung zu stoppen." Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Die britische Zeitung "Guardian" und die "Washington Post" hatten die Existenz des Spähprogramms Prism aufgedeckt, mit dem der US-Geheimdienst NSA direkt auf Server großer Internetkonzerne zugreifen und Netznutzer weltweit überwachen soll. Außerdem veröffentlichte der "Guardian" einen geheimen Gerichtsbeschluss, der es der NSA erlaubt, im Anti-Terror-Kampf wahllos Daten über die Handyverbindungen von Millionen Menschen in den USA zu sammeln.

Der Amerikaner Edward Snowden, der den Skandal aufgedeckt und sich nach Hongkong geflüchtet hat, könnte weitere Enthüllungen liefern. "Wir arbeiten an Geschichten", kündigte der Reporter Glenn Greenwald vom "Guardian" dem Nachrichtensender CNN an. Die Berichte sollten ein Licht auf den NSA werfen, schadeten der Sicherheit der USA aus seiner Sicht aber nicht. Von Snowden, der am Montag ein Hotel in der chinesischen Sonderverwaltungsregion verlassen hatte, fehlte am Mittwoch weiter jede Spur.

als/dpa

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insgesamt 42 Beiträge
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1. Karneval allerorten, kreativer Unsinn statt Aufregung
spon-facebook-10000216344 12.06.2013
Ändern können wir sowieso nix, aber wie schon bei der Volkszählung: Gebt Ihnen Daten!!! Als Waigel 2011 eine Internetüberwachung ansprach mit den Stichworten Dschihat, Atombombe, Vx-Gas, Milzbrand usw und deren Übersetzungen war die Lösung: ab dem 11.11.11 um 11:11 wedern von allen diese Worte an an alle bekannten Postfächer und twitter- und FBbekannten geschickt. Somit sind wir alle Völker voll Terroristen und und sie haben was sie wollen. Die echten Terroristen nutzen längst andere sichere Kanäle, zum Beispiel subversive Treffen in christlichen Kirchen usw..
2. Wen wundert es..
marvin_megabrain 12.06.2013
die AMis waren schon immer der Meinung Recht und Gesetzt wären das was die amerikanische Regierung als solches definiert. Was mich nur wundert ist das sich darüber irgendwer wundert ?
3.
ralf_si 12.06.2013
Zitat von sysopDPA"Stop Watching Us": In den USA laufen Bürgerrechtler und Gruppen wie Mozilla und Greenpeace Sturm gegen die Spähprogramme der Obama-Regierung. Die Erkenntnisse über das Abhörsystem Prism bestätigten "unsere schlimmsten Befürchtungen", schreiben mehr als 80 Organisationen an den Kongress. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/prism-us-organisationen-empoert-ueber-obamas-spaehprogramme-a-905212.html
Mozilla, die gegen Geld von Google dem Kunden ungefragt die verbraucherunfreundlichste und Daten sammelnde Suchmaschine mit der Installation voreinstellt, entrüstet sich?! Eine billige PR-Masche. Damit hat das Unternehmen noch mehr an Glaubwürdigkeit verloren.
4. Es besteht...
olgr 12.06.2013
... ein Unterschied, zwischen den Daten, die jeder von uns freiwillig im Netz hinterläßt und den Daten, die ohne unsere Zustimmung erhoben und analysiert werden. Als ich von wenigen Wochen vom Schwerpunktthema "Überwachung" durch die CDU für den Bundestagswahlkampf laß, wurde mir wirklich schlecht. Die Inkonsequenz, mit der wie wir Deutschen uns gerne der Wahrheit verschließen, zeigt sich auch bei den Wahlprognosen. Gerade eine Partei wie die CDU, die Überwachung für richtig, notwendig und alternativlos halt, müssten wir Bürger doch längst die Rote Karte zeigen. Wenn uns die Bürgerrechte und unsere Freiheit wirklich wichtig sind, gilt es mit den PIRATEN die einzige Partei zu wählen, die diese Themen ohne Kompromisse vertritt.
5. Hhhmmm...
thorkhan 12.06.2013
"Von Snowden, der am Montag ein Hotel in der chinesischen Sonderverwaltungsregion verlassen hatte, fehlte am Mittwoch weiter jede Spur." ... dann haben sie ihn wohl schon ...
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