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Programm Einstein 3: USA setzen auf Cyber-Abwehrsystem

Noch ist der Cyberkrieg nur eine Möglichkeit, von der nicht erwiesen ist, dass sie je zwischen Staaten stattgefunden hat. Doch sie wird immer konkreter: Weltweit entstehen Militär- und Geheimdienststrukturen für den Cyberwar oder seine Abwehr. Die USA setzen unter anderem auf automatisierte Systeme.

Washington - Das US-Heimatschutzministerium wird im Laufe des nächsten Jahres ein neues Abwehrsystem gegen Computer-Angriffe einführen. Die Software namens "Einstein 3" entdeckt Eindringlinge in öffentlichen Netzen und unterbricht automatisch verdächtige Aktivitäten, berichtet der Online-Dienst Infosecurity.

Derzeit arbeitet die Behörde an der Installation von "Einstein 2", einer Version, die verdächtige Netzaktivtitäten aufspüren und Experten des Abwehrdienstes CERT alarmieren soll. Mit Nachfolgeversion 3 sollen Schadprogramme auch automatisch abgewehrt werden. "Einstein 3" ist bei Bürgerrechtsorganisationen umstritten, da weite Teile des Programms geheim gehalten werden, vor allem in welchem Umfang der private Internet-Datenverkehr von den behördlichen Notfalldiensten analysiert wird.

Auf Kritik stößt auch, dass es von Programmierern des technischen Geheimdienstes NSA entwickelt wird, dessen Mitarbeiter während der Bush-Regierung ohne Gerichtsbeschluss Telefone und Computer-Nachrichten von US-Bürgern abgehört haben.

Cyber-Abwehr ist Trend

Die Einrichtung zentraler militärischer Cyber-Abwehrstrukturen liegt international im Trend. Das Thema gehört zu den Schwerpunkten der gerade stattfindenden Münchner Sicherheitskonferenz. Im Verlauf des vergangenen Jahres entstanden nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Nato-Ländern entsprechende Strukturen.

So sollen allein im militärischen Nato-Hauptquartier Shape in Mons bei Brüssel rund 130 Spezialisten daran arbeiten, die Nato-Netze gegen Malware und Hack-Attacken dicht zu halten. Washington bündelte seine Cyber-Abwehr im sogenannten Cyber-Command, das die Aktivitäten verschiedener militärischer Instanzen sowie verschiedener Geheimdienste zusammenfasst und koordiniert. Auch Deutschland will jetzt ein Nationales Cyber-Abwehrzentrum aufbauen. Es soll Erkenntnisse über elektronische Ausspähungen bündeln und Abwehrmaßnahmen koordinieren. Die Bundeswehr unterhält seit längerem eine auf die Absicherung ihrer kritischen Infrastrukturen spezialisierte Abteilung.

pat/dapd

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